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Schwindelfrei in Männerberuf - Dortmunderin bester Dachdecker-Lehrling

20.09.2012 | 20:00 Uhr
Schwindelfrei in Männerberuf - Dortmunderin bester Dachdecker-Lehrling
Sabrina Wollscheid ist die beste Gesellin des Dachdecker Handwerks der Innung Dortmund.Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.  Sabrina Wollscheid arbeitet in einem Männerberuf: Bei der Ausbildung zum Dachdecker war die 19-Jährige zunächst die einzige Frau unter 500 Männern. Jetzt hat sie ihre Gesellenprüfung abgelegt, als Innungsbeste. Die beiden wichtigsten Männer in ihrem Leben haben nie an ihr gezweifelt - sie sind auch Dachdecker.

Erste Voraussetzung für alle, die anderen aufs Dach steigen wollen: Schwindelfrei sein. Sabrina Wollscheid lacht. Höhenangst hat sie bestimmt nicht, im Gegenteil: „Je höher, je besser“. Und so kletterte die 19-Jährige auf dem Weg zum Gesellenbrief auch an manchem Kollegen vorbei. Ergebnis: Sie legte ihre Prüfung als Innungsbeste ab.

Unter den Männern der Branche ist sie so etwas wie ein weißer Rabe. Und anfangs, gibt die zierliche Blonde zu, war’s hart, gerade auf der Berufsfachschule. Als einziges Mädel unter an die 500 Jungs. Später, im dritten Lehrjahr, waren sie immerhin zu dritt. Da hatte die junge Dortmunderin sich aber längst durchgesetzt, gezeigt, dass sie in den Dachdecker-Klamotten nicht nur eine gute Figur macht, sondern auch was kann. Zwei Männer jedenfalls hat sie sicher auf ihrer Seite: Den Papa und den Freund. „Der ist auch Dachdecker“.

Ob das ihr Traumjob ist? Mit 16 hatte sie das noch nicht gewusst und ihren Vater mit dieser Berufswahl eher überrascht. „Ich habe sie nie dahin gedrängt“, wehrt Wolfgang Wollscheid ab. Dass das einzige Kind sich dann aber dazu entschieden hatte, in seine Fußstapfen zu treten – „hat mich doch stolz gemacht“. Vor allem, wenn man weiß, dass das eigene Lebenswerk – das Neun-Mann-eine-Frau-Unternehmen besteht seit 25 Jahren – einen Nachfolger, in diesem Fall eben eine Nachfolgerin hat.

Ein Mädchen unter 500 Jungs

„Es macht Spaß“, sagt die junge Gesellin, kurz bevor sie einem Autohaus an der Nortkirchenstraße aufs Flachdach steigt, das saniert werden muss. Und ein paar Jahre, schätzt sie, werde sie wohl eben dorthin wollen: aufs Dach. „Später mal ins Büro“ und noch später auf den Chefsessel. Dafür macht sie jetzt – nahtlos – erstmal „ihren Meister“. Übrigens mit Unterstützung: Als Innungsbeste bekommt sie ein Stipendium.

Anja Schröder



Kommentare
21.09.2012
08:50
Schwindelfrei in Männerberuf - Dortmunderin bester Dachdecker-Lehrling
von Haschpapa | #1

Blond heisst eben nicht unbedingt böld !!!

Wer lässt sich nicht gerne von so einer auf´s Dach steigen :-))

GLÜCKWUNSCH zum ERFOLG !

500 Männer können sich schämen ....

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