Schwerter "Adi" Haziri ist der Leibfriseur des BVB

Auch Jürgen Klopps inzwischen wieder prächtige Matte wird schon mal Opfer des Windes. Adrian Haziri richtet die Frisur dann wieder.
Auch Jürgen Klopps inzwischen wieder prächtige Matte wird schon mal Opfer des Windes. Adrian Haziri richtet die Frisur dann wieder.
Foto: Bernd Thissen
Was wir bereits wissen
Der Schwerter "Adi" Haziri ist Leibfriseur vieler BVB-Stars. Sein ehrgeiziges Ziel: Der Salon in Dortmund soll der bekannteste der Stadt werden.

Schwerte /Dortmund.. Jürgen Klopp wird er in Zukunft vielleicht nicht mehr die Haare schneiden - denn bekanntermaßen verlässt der Trainer den BVB im Sommer und zieht dann möglicherweise in die Stadt seines nächsten Arbeitgebers. Bleiben noch die anderen Spieler der Borussia: Der Schwerter "Adi" Haziri ist der Leibfriseur vieler Fußball-Stars. Mit seinem Salon in Dortmund hat er ein ehrgeiziges Ziel: Er will der bekannteste Friseur der Stadt werden.

Klopp-Abschied Friseur wollte er eigentlich nie werden, sondern immer Architekt. Jetzt schneidet Adi, wie ihn alle nennen, sogar vielen BVB-Spielern, Trainer Jürgen Klopp und dessen Frau Ulla die Haare. Der Schwerter kann sich kaum vorstellen, die Schere je wieder aus der Hand zu legen und sagt ganz selbstbewusst, "natürlich ist es mein Wunsch, der bekannteste Friseur Dortmunds zu werden".

Intime Fragen über seine prominente Kundschaft

Aber Adi, dessen Wurzeln im Kosovo liegen, hält wie im Spiel bei den Holzpfosten Schwerte schnell wieder den Ball flach, wenn er allzu intime Fragen über seine prominente Kundschaft beantworten soll. "Wer alles aus der Mannschaft kommt denn zum Haareschneiden?" beispielsweise - oder: "Lassen sich die eingepflanzten Haare von Trainer Jürgen Klopp gut schneiden und frisieren?". Dann pflegt Adi zu sagen: "Ich hänge das nicht so gerne an die große Glocke." Und fügt schnell hinzu: "Das sind alles sehr, sehr nette, bodenständige Leute." Und: "Wir sprechen nie über Fußball."

Adi heißt eigentlich Ardian Haziri, ist 26 Jahre alt und der zweitjüngste Friseurmeister der Innung. Als er 2011 seinen Meisterbrief in den Händen hielt, war er der Jüngste der Innung. Dann machte auch sein Cousin den Meister, und der ist noch ein wenig jünger. "Ich komme aus einer Friseurfamilie und wollte selbst viel lieber Architekt werden, aber das war schwierig mit meinen Sprachkenntnissen und meinen Schulnoten", sagt der Chef vom Salon "Eleganza bei Adi" an der Hohen Straße in Dortmund.

Vom Balkan nach Deutschland

Im jugendlichen Alter kam der Mann vom Balkan vor elf Jahren nach Deutschland, wurde in Schwerte heimisch. Der junge Kosovare besuchte die Hauptschule, musste erst einmal mit der Fremdsprache Deutsch klarkommen, die er längst fließend spricht, verliebte sich früh und wurde ein junger Vater. Töchterchen Lorena wird bald sieben.

Borussia Dortmund Adi war immer schon ehrgeizig. Sich auf die faule Haut zu legen und abzuwarten, ob ihm ein Job zufliegt, kam nie infrage. "Ich arbeite, seit ich 14 war. Ich musste als junger Vater später ja auch früh Verantwortung übernehmen. Und wenn man sich wirklich anstrengt, dann klappt das auch mit dem Geldverdienen."

Neue Mission

Mit zwei Angestellten schmeißt Adi seinen kleinen, feinen Salon. "Wir sind mit unseren Stammkunden jetzt eine riesengroße Familie", sagt lachend der Meister, dem die Familie gerade wieder zu klein wird.

Seine neue Mission heißt: Seminare geben für diejenigen, die es nicht so leicht haben wie Friseure in Deutschland. Mit einem Onkel, der eine eigene Produktlinie von Haarfarben vertreibt, reist er regelmäßig in seine alte Heimat und schult Haarstylisten. "Sie wollen dort unbedingt lernen", sagt der Mann, der in Dortmund so ehrgeizig seine Ziele verfolgt.

Eigener Hausherr

Den Traum mit der Architektur hat Adi noch nicht begraben. Im Gegenteil. Der junge Meister wartet auf eine günstige Gelegenheit, vielleicht eine Zwangsversteigerung, um sein eigener Hausherr zu werden und nicht nur sein eigener Chef. Und den Umbau möchte er dann natürlich selbst stemmen.

Bis dahin zaubert er auf den Köpfen weiter. Auf prominenten und weniger prominenten: "Meine Werbung ist das, was ich schneide", sagt Adi und lacht.

Ein Interview mit Ardian Haziri über seine prominenten Kunden, lesen Sie hier.