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Schwarzfahrer wollte Arbeitsplatz retten

21.12.2012 | 16:00 Uhr
Schwarzfahrer wollte Arbeitsplatz retten

Dortmund.   Um morgens immer pünktlich in seinem Düsseldorfer Büro anzukommen, stieg der 38-Jährige lieber in den Zug statt ins Auto.Oft tat er dies allerdings ohne Fahrschein – und landete daher jetzt vor Gericht,

Der typische Schwarzfahre r wird in der U-Bahn geschnappt, ist arbeitslos, viele haben Drogen- oder Alkoholprobleme. All dies trifft nicht auf den 38-Jährigen zu, der gestern wegen „Erschleichens von Leistungen “ vor dem Amtsgericht landete.

Dunkles Jackett, gepunktete Krawatte, das Haar akkurat gescheitelt – dieser Mann könnte auch auf der Anklagebank einer großen Wirtschaftsstrafkammer sitzen. Doch weit gefehlt. Auch er düste einfach nur ohne Fahrschein durch die Gegend, und zwar stets im Regionalexpress Richtung Düsseldorf.

Morgens im knallvollen Zug hin an den Rhein, am frühen Abend zurück. Wie so viele Pendler, so zog auch der Bürokaufmann die beliebte Zugverbindung dem Stau auf der A 40 vor. Nur: Dreimal wurde er im März dieses Jahres an der Haltestelle Bochum Hauptbahnhof ohne Fahrschein erwischt, und das innerhalb von 14 Tagen.

Einspruch eingelegt

Doch dass er deshalb 600 Euro Geldstrafe zahlen sollte, wie es in dem ihm zugesandten Strafbefehl stand, das konnte der Mann aus Huckarde überhaupt nicht verstehen: Also zog er vor das Amtsgericht und legte Einspruch ein.

Die Begründung löste bei Amtsrichter Kai Schiefer allerdings heftiges Kopfschütteln aus: „Herr Richter, ich hatte ja ein Monatsticket, das hatte ich nur verloren und nicht wiedergefunden.“ Danach will er sich wohl ab und zu eine Einzelkarte gekauft haben.

Ein anderes Fortbewegungsmittel, wie zum Beispiel das Auto, sei für ihn nie in Frage gekommen: „Um Gottes Willen, da kommt man ja nie pünktlich, da wäre ich den Job gleich wieder los geworden.“

Verfahren gegen Zahlung von 350 Euro eingestellt

Wie dem auch sei: Die 600 Euro Geldstrafe könne er sich einfach nicht leisten, so ereiferte er sich. Auch sei der Strafbefehl höchst ungerecht, schließlich habe er doch für viel Geld ein Ticket gekauft und dann Pech gehabt. „Ich breche gleich in Tränen aus“, so der Kommentar des Richters.

Am Ende hatte der bisher unbescholtene Angeklagte aber doch einiges erreicht. Gegen Zahlung von 350 Euro Geldbuße wurde sein Verfahren eingestellt. Die Schwarzfahrten kämen ab sofort auch nicht mehr vor, beteuerte er und versprach, demnächst besser auf sein Monatsticket aufzupassen.

Kathrin Melliwa

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Kommentare
24.12.2012
21:04
Schwarzfahrer wollte Arbeitsplatz retten
von Widerspruch | #1

Die Begruendung er wolle pünktlich in Düsseldorf ankommen ist ein zusätzliches Verfahren wert. Denn dies ist mit Sicherheit gelogen, Das würde nämlich bedeuten, das die Deutsche Bahn pünktlich wäre, Das erlebt man auf der tätlichen Fahrt nach Düsseldorf vielleicht 10mal im Jahr.

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