Schwarze Säcke gegen Klimakiller
04.11.2007 | 19:55 Uhr 2007-11-04T19:55:09+0100"1200 von diesen Säcken, so viel Kohlendioxid stößt das in Hamm geplante Kohlekraftwerk 'Gekko' in der Sekunde aus. ...
Neun Milliarden Tonnen im Jahr", weiß Björn Ahaus von Greenpeace, der Samstag unterhalb des RWE-Towers einen schwarzen Müllsack in die Höhe hielt. Von Jens Ostrowski 100 Umweltschützer demonstrierten mit einem Protestmarsch gegen eine mögliche Beteiligung der Dortmunder Energie und Wasser (DEW21) an dem Kraftwerk. Die plant, mit 107 Millionen Euro in Hamm einzusteigen. Insgesamt will die RWE das Kraftwerk in Zusammenarbeit mit 24 Stadtwerken realisieren (wir berichteten).
"Die Pläne der Energiekonzerne sind Gift für das Klima und stehen in krassem Widerspruch zu allen wissenschaftlichen Erkenntnissen und den ehrgeizigen Klimaschutzzielen der Bundesregierung", sagt Björn Ahaus.
Mit einer Leistung von 1600 Megawatt solle der Neubau das alte Kraftwerk an gleichem Standort mit 600 Megawatt ersetzen. "Aufgrund der Leistungssteigerung um das Dreifache werden die Gesamtemissionen trotz neuester Umwelttechnologien um das Doppelte steigen", weiß Thomas Quittek vom BUND.
"RWE zerstört das Klima" stand auf dem Schild, das Benedikt Treu in die Höhe hielt. Der Elfjährige engagiert sich trotz seines junges Alters bereits vehement für den Umweltschutz. In seiner Klasse hielt er einen Vortrag über die Arbeit des BUND, sammelt zudem Spenden für verschiedene Umweltprojekte. "Was wollen die Politiker denn nun? Entweder Kohlekraftwerke oder Klimaschutz. Aber beides zusammen geht nicht. Und die Umwelt ist wichtiger", sagt er.
Björn Ahaus: "Die Energie-versorger behaupten gerne, alte Kohlekraftwerke müssten durch neue, effizientere er-setzt werden. Bisher stehen aber in NRW 2000 Megawatt Kohlekraftwerksleistung, die abgeschaltet werden soll, 6000 Megawatt gegenüber, die sich in Bau oder Planung befinden. Das bedeutet zu-sätzlich Kapazitäten und for-cierte Klimazerstörung." Umweltfreundlicher seien dagegen Kraftwerke mit Gas- oder Dampfturbine.
Mario Krüger, Sprecher der Grünen-Ratsfraktion, bekräf-tigte die Absicht seiner Fraktion, Donnerstag im Rat gegen eine Beteiligung der DEW zu stimmen. Die Umweltschützer kündigten weitere Proteste am Rande der Sitzung an.
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