Schüler forschen für Stolpersteine
09.02.2012 | 18:44 Uhr 2012-02-09T18:44:00+0100
Dortmund. 29 zusätzliche Stolpersteine hat der Künstler Gunter Demnig in Dortmund verlegt. Unterstützt wurde er dabei von vielen Bürgern der Stadt – darunter auch Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums .
„Es ist wichtig, immer wieder an die historischen Hintergründe zu erinnern“, ist Nicole Mattern überzeugt. Die Schülerin des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums hat sich zusammen mit ihren Mitschülern auf die Spur der jüdischen Familie Wolff begeben.
Am Donnerstag verlegte der Künstler Gunter Demnig Stolpersteine vor dem Haus an der Münsterstraße 42 in Erinnerung an die Familie, die jüdischen Mitbürgern einen Mittags- und Abendtisch angeboten hatte, weil diese in den meisten Restaurants keinen Zutritt mehr hatten. Nur die Mutter und eine Tochter überlebten die Gräueltaten der Nazis.
Die Stolpersteine gehörten zu insgesamt 29, die Demnig in Dortmund verlegte – an elf Standorten, quer über die Stadt verteilt. Kleine Mahnmale, die den Opfern einen Namen geben: 202 erinnern nun in Dortmund an die Opfer der Nazis. Neben vielen interessierten Bürgern, Schülern und Jugendlichen hielt auch die Polizei ein waches Auge auf die Verlegung. Sie wollte Störungen aus dem rechten Bereich verhindern.
16 Finanzgeber
16 Gruppen oder einzelne Personen halfen bei der Finanzierung der Stolpersteine. Die Arbeitsstelle „Zukunft braucht Erinnerung“ des Jugendrings hatte mit Unterstützung des Stadtarchivs die Koordination übernommen.
Ein weiteres Beispiel: Vier Stolpersteine in der Heroldstraße erinnern an die Familie Pinkus: 1931 war sie an die Heroldstraße gezogen, bereits 1933, kurz nach der Machtergreifung der Nazis, floh sie nach Holland. Doch auch dort wurde sie verfolgt und schließlich am 9. Februar 1943 nach Auschwitz deportiert. Nur drei Tage später wurden Else Pinkus und ihre beiden damals neun und zwölf Jahre alten Kinder ermordet. Einzig Vater Isidor gelang es, zu überleben. Er kam nach Erkenntnissen des Dortmunder Stadtarchivs 1945 für vier Monate nach Dortmund-Brackel zurück, seit den 1950er Jahren lebt er in New York.
Auch in den Stadtteilen war der Künstler im Einsatz: In Hörde verlegte er zum Beispiel vier Stolpersteine vor dem Haus Faßstraße 22. In Lütgendortmund erinnerte Demnig mit einem Mahnmal an Berta Blümchen Hoffmann in der Limbecker Straße 32 und an Gertrud Bernstein an der Lütgendortmunder Straße 133.
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In einer Zeit, in welcher die letzten überlebenden Opfer nach und nach den Gang aller Dinge nehmen, sind solche Stolpersteine als mahnende Erinnerung doppelt wichtig.
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