Schon sieben Todesfälle durch Klinik-Keime
25.08.2010 | 19:23 Uhr 2010-08-25T19:23:00+0200
Dortmund. Multiresistente Keime machen sich in Deutschlands Krankenhäusern breit. In Dortmund sind in diesem Jahr schon sieben Patienten an den gefährlichen Erregern gestorben – insgesamt wurden 24 MRSA-Fälle gemeldet.
Entsetzen und Trauer löste der Tod der drei Babys in der Mainzer Uni-Klinik aus. Experten schätzen, dass sich jährlich bundesweit bis zu 500 000 Menschen mit Bakterien und Viren in Kliniken infizieren. Bis zu 40 000 sterben durch multiresistente Erreger. Aus Dortmunder Krankenhäusern sind dem Gesundheitsamt in diesem Jahr bislang sieben Todesfälle gemeldet worden. Insgesamt 24 Patienten wurden dem Amt als „MRSA-Träger” (Multiresistente Staphylokokken) angezeigt.
MRSA tritt am häufigsten auf
„MRSA ist der Erreger, der am stärksten vertreten ist”, sagt Dr. Annette Düsterhaus, Leiterin des Gesundheitsamtes. „Er siedelt sich auf der Haut und den Schleimhäuten an und ist für gesunde Menschen vollkommen ungefährlich.” Dramatisch könne es allerdings bei einem Kontakt mit offenen Wunden werden, etwa nach Operationen. „Die Meldepflicht für MRSA bezieht sich ausschließlich auf Patienten, die sich den Erreger im Krankenhaus zugezogen haben”, erklärt Düsterhaus.
NRW ist eines von fünf Bundesländern (neben Berlin, Bremen, Saarland und Sachsen) mit einer verbindlichen, vom Land herausgegebenen Krankenhaushygiene-Verordnung. Seit Januar 2010 ist eine aktualisierte Fassung in Kraft. „Die größte Gefahr ist das Vergessen einfachster Hygiene-Regeln” teilte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens mit. Hände waschen und desinfizieren zum Beispiel. Das aber bleibt im alltäglichen Stress, in der Hektik oft auf der Strecke.
Wie gehen Dortmunds Kliniken mit den Vorgaben um?
Wie organisieren Dortmunds Kliniken die Umsetzung dieser Vorgaben? Im Klinikum besteht eine Hygienekommission, in der die Leitung des Hauses eingebunden ist. Dazu kommen Hygienefachkräfte, Krankenhaushygieniker, der Leiter der Stabsstelle Qualitätsmanagement und Vertreter aus dem Betriebsrat”, so ein Sprecher des Klinikums. „Bei Bedarf und Diskussion spezieller Fragen werden weitere Fachleute zu Sitzungen eingeladen.” Nicht zu vergessen sei der Reinigungsdienst, der speziell eingewiesen worden sei. Im gesamten Haus sei ein Team unterwegs, das kontrolliert, ob die gewünschten Maßnahmen befolgt werden.
Auch im Knappschaftskrankenhaus in Brackel sieht man sich gut aufgestellt. Es gibt eine freigestellte Hygienefachkraft, selbst Putzfrauen werden speziell geschult. Regelmäßige Fortbildungen zum Thema gibt es etwa im Josefs-Hospital in Hörde. Auch das Katholische Krankenhaus West sieht im eigenen Haus keine Defizite, so Chefarzt Prof. Ingo Flenker. Er habe in seiner Klinik in den letzten Jahren keine Infektionen feststellen können.
Zahl der MRSA-Fälle steigt weiter
Im Klinikum wie auch in anderen Dortmunder Krankenhäusern nimmt die Zahl der MRSA-Patienten dagegen zu. Um eine Weiterverbreitung der Keime zu vermeiden, werden die infizierten Patienten isoliert. Erreger mit Antibiotika-Resistenzen würden ein immer größeres Problem darstellen, heißt es dazu im Klinikum. Harnwegs- oder Wundinfektionen, Infektionen der Atemwege aber auch eine Sepsis (Blutvergiftung) könnten Folge sei. Gefährdet seien vor allem Intensiv-Patienten wegen der geschwächten Immunabwehr, wenn sie nach einer Operation beatmet würden, Patienten mit invasiven Zugängen und onkologische Patienten.
10:51
Wer sich die Mühe macht, öffentlich zugängliche Zahlen aus gesetzlicher Qualiätssicherung oder IQM anzusehen, findet in Krankenhäusern im münsterland nicht im geringsten bessere Daten bei Komplikationsauswertungen durch Infektionen. da ist hier wohl eine Marketingabteilung unterwegs, um Ruhrgebietspatienten in´s Münsterland zu ziehen.
10:51
# 16, ne, zu teuer !!
10:15
Die Münsteraner habens geschnallt. Sie haben den Holländern über die Schulter geschaut und einiges von denen gelernt. Warum sind die anderen Kliniken so vernagelt? Zu stolz?
10:10
So viel Aufwand für den Terrorismus, so wenig für wirkliche Gefahren. Wieviel Leute hätte man mit der Hygiene beschäftigen und Patienten das Leben retten können. Aber die Regierungsmänner spielen lieber Krieg, als sich richtiger Gefahren zu widmen.
10:10
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
09:58
Hier der Link zur Killerbrut
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=3278600
09:56
Die wichtigste Grundregel für Patienten besteht darin dem Arzt bei der Visite NICHT die Hand zu geben.
Habe selber bei einem Krankenbesuch in den Städt.Kliniken Do gesehen wie ein Arzt mit wehendem Kittel von einem Zimmer ins nächste gestürmt ist und die Desinfektionsmittelspender vor den Türen im Flur ingnoriert hat.
Bei uns im UKM Münster wird seit einiger Zeit nach Holländischen Maßstäben gearbeitet, dort gibt es z.B. auch für MRSA Patienten einen eigenen OP-Saal usw.
In der ARD lief vor einiger Zeit mal die Reportage
Killerbrut, vielleicht mal in der Mediathek von der ARD danach schauen.
09:52
....Zudem müssen die Krankenhäuser Maßnahmen wie sie in der Hygieneverordnung vorgesehen sind aus den Gewinnen finanzieren. Zusätzliches Geld von den Kassen gibt es dafür nicht.
Ich muss meine Wohnung auch selber Sauberhalten!
Klappt ganz gut!!
09:44
Aussage: Es gibt keine keimfreien Krankenhäuser.
Stimmt - eine 100-Prozentige-Sicherheit gibt es nicht. Aber im Gegensatz zu den Niederlanden und dem angrenzenden Münsterland ist der überwiegende Teil der Krankenhäuser und Kliniken in einem desolaten Zustand: 90 Prozentige Ansteckungsgefahr mit Infektionen - hier insbesonders mit MRSA-Keime.
Aber wenn nur das Controlling regiert ist alles andere nachrangig. Hauptsache die Kasse stimmt. Und die GKK kratzt das wenig; einer weniger für den man zahlen muss.
Die deutschen Krankenhäuser und Kliniken sollten einmal bei unseren Nachbarn in den Niederlanden eine Anleihe machen wie man Hygiene wie bei ihnen in die deutsche Häuser holt und nicht irgend einen Kasper aus der Verwaltung zusätzlich zu seiner eigendlichen Arbeit mit einem Crashkurs ausstatten und ihn zum Obmann für Hygiene sich basteln.
Die Aussage: Unstrittig ist zwar, dass sowohl Klaus Gallas als auch drei andere Patienten auf der Station von dem MRSA-Bakterium befallen waren: Nur - bei allen dreien wurde ein jeweils anderer Bakterienstamm festgestellt
sagt doch eigendlich alles über die Zustände zur Hygiene in Krankenhäuser und Kliniken aus.
Der Pöbel sagt hierzu ganz einfach: Siff
09:28
Können die Dortmunder mal nach Nünster zur Uniklinik fahren? Die haben schoin von den Holländern gelernt und eine Lehrstation aufgebaut.
Ist schon interessant: Das liegen Puppen drin und am medizinischen gerät (Stetoskop) sind farblich gekennzeichnete Stoffe dran, die bei Scharzlicht leuchten. Der auszubildende Arzt oder die Krankenschwester kommt rein, schnappt sich das Stethoskop und das Blutdruckmeßgerät und mißt mal eben Blutdurck. Und dann wird das Zimmer verdunkelt und im Schwarzlich sieht man die Bescherung, die vielen Keime, welche durch die Aktion verteilt worden sind. Und auf diese simple Art und Weise werden die Pfleger sensibilisiert, die normalen Hygienemaßnahmen (Desinfektion des Stetoskops und des Meßgerätes) routinemäßig durchzuführen.
Ist ganz billig. Kostet nur Kopfschmerzen durch den Zacken, der den haöbgöttern aus der Krone fällt, und ein RegionalExpress-Ticket (20,- EUR hin und zurück´) nach Münster, um das abzugucken.
Arrogantes Pack diese Gesundheitsleute. Kosten viel und sind schluderige Drecksäcke! Und das kostet dann Menschenleben! Unglaublich!