Schnell nachbessern

Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund.. Den geplanten Radschnellweg nur auf die finanzielle Seite zu reduzieren, wäre fatal. Sicher, 37 Millionen Euro für eine Ost-West Strecke ist völlig überteuert. Und es ist ein fatales Signal, dass der RVR argumentiert, 80 Prozent kommen von Bund und Land. Na und? Damit sind es immer noch Steuergelder!

Warum setzt sich niemand mit den strukturellen Mängeln der Vorüberlegungen auseinander? Es ist planerischer Wahnsinn, eine Radlerbrücke unter der Schnettkerbrücke anzulegen, wenn oben nagelneue Spuren in beide Richtungen fast fertig sind. Warum machen sich nur wenige die Mühe, nach sinnvollen Alternativrouten zu suchen - mit Etappenzielen, die auch für Radfahrer erreichbar und vor allem sinnvoll sind? Also zum Beispiel eine Verbindung zwischen der Ruhr- Uni-Bochum und der TU Dortmund, weil beide Hochschulen kooperieren.

Ein struktureller Mangel des Plans ist es auch, auf E-Bikes zu setzen. Die flotten Teile haben überhaupt nichts auf Radwegen verloren. Schon aufgrund entsprechender gesetzlicher Vorschriften.

1,7 Millionen Euro hat Dortmund im Jahr 2010 in neue Radwege investiert. Und es bleibt noch viel zu tun. Die knappen Ressourcen dürfen nicht in ein einziges Leuchtturmprojekt fließen. Ein Rad ist immer ein Verkehrsmittel fürs Dezentrale und Kleinteilige. Deshalb ist eines klar: Im Ballungsraum muss ein Radweg nicht fünf Meter breit sein!