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Schließung der „Lenzstube“ beendet ein Stück Fankultur

29.11.2011 | 14:14 Uhr
Die „LenzsTUbe“ nach einem Farbanschlag Gelesenkirchener Ultras im Jahr 2009. Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.   Die Ultra-Gruppe „The Unity“ verabschiedet sich von ihrer Kneipe „Lenzstube“ in der City von Dortmund. Zu oft gab es Ärger und Polizeieinsätze rund um den beliebten Treffpunkt. Ein Verlust für die Fankultur in Dortmund. Ein Kommentar.

Die Fanszene in Dortmund hat einen zentralen Anlaufpunkt weniger: Durch die Schließung der Lenzstube seitens des Betreibers, die Ultras von The Unity, rückt ein kleines, aber wichtiges Stück Fankultur in Dortmund aus dem Fokus. „Das ist gut“, meinen Experten, weil die Ultras so geschützt vor Angriffen durch andere Gruppen seien.

Diese Begründung muss einen Fußball-Fan traurig stimmen, denn in erster Linie stand die Stube auch für die Offenheit der größten Dortmunder Ultra-Gruppierung. Dass diese Offenheit Opfer ultra-typischer Katz-und Maus-Spielchen – mit oftmals sehr ernsten Konsequenzen – wird, ist eine vertane Chance.

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Ist die Schließung der Lenzstube richtig?

 

Auch wenn es nicht die Absicht der Ultras war, jedermann einen Anlaufpunkt zu bieten, so wurde die Stube für viele „normale“ Fans, die nach dem Spiel noch ein Bier trinken und den Sieg feiern wollten, doch sehr schnell genau das. Ein klares Zeichen dafür, dass die Gruppe The Unity in weiten Teilen der Fanszene als kreativer und wichtiger Bestandteil der Fankultur akzeptiert ist.

Doch auch Trittbrettfahrer konnten die Anonymität der Kneipe und der zentralen Lage nutzen. So geriet die Stube immer mehr in den Fokus der Polizei – und das Verhältnis zwischen Ultras und Ordnungshütern ist beileibe kein entspanntes. Falsch verstandene Solidarität führte somit oft genug zu einer unnötigen Eskalation der Gewalt rund um die Stube. Auch hier wurde eine Chance vertan.

Dennoch: Die Schließung der Lenzstube zeigt, was Dortmund fehlt: ein Ort, an dem Fans unter sich feiern können. Ein Ort, der Fankultur atmet, an dem es nur den BVB und sonst gar nichts gibt. So muss die Stube als Ultra-Kneipe auch als Antwort auf das direkt am Stadion gelegene Strobels gesehen werden, das zwar mit guter Küche und gemütlicher Atmosphäre aufwartet, aber als Fan-Kneipe völlig ungeeignet ist. Ein Ort von Fans für Fans – als solcher wurde die Stube von vielen „Normalos“ angesehen. Der fehlt jetzt.

Randale beim Revierderby

 

Stefan Reinke



Kommentare
30.11.2011
15:38
Schließung der „Lenzstube“ beendet ein Stück Fankultur
von ichweisswie | #14

@#13
Die echten, nicht gewaltbereiten Fans müssen sich strikt von den Krawallidioten distanzieren und diese nach Möglichkeit ausschließen. Das heißt auch zu zeigen das diese Leute in dieser Kneipe nicht erwünscht sind, dann, aber erst dann hat die Kneipe wieder die Berechtigung zu öffnen. Ist aber glaub ich Wunschdenken von mir.

30.11.2011
13:40
Wer sind hier die Krawallmacher?
von ManniS | #13

War überhaupt schon ein einziger derjenigen, die hier aus Sorge um das Abendland die dort verkehrenden Fans als Krawallmacher, Chaoten und Idioten beschimpft und über die Schließung in Jubelarien ausbricht jemals in der Stube? Ich denke nicht, denn sonst wären diese äußerst fundierten und differenzierten Meinungen wohl kaum hier geäußert worden. Die Kneipe mag vielleicht nicht nach jedermanns Geschmack gewesen sein, und über das Thema Ultras lässt sich vortrefflich streiten, aber derart den Stab über beide zu brechen ist unfair und stumpf.

30.11.2011
10:30
Schließung der „Lenzstube“ beendet ein Stück Fankultur
von runningvalentino | #12

Na ja Fans und Kultur- das ist so eine Sache ! Manche haben so etwas wie Kultur, andere hingegen sind eher niveaubefreit.

Sicher ist hingegen, dass die Gegend um diese Spelunke nach der Schließung etwas ruhiger werden wird; dafür wird es in der Umgebung des neuen Domizils sicherlich etwas "turbulenter" werden- zeitweise zumindest...

Ich brauche solche Ultras für mein Wohlbefinden und die Freude am Fußball nicht wirklich.

30.11.2011
10:14
Schließung der Lenz Stube
von zwobro | #11

"Durch die Schließung...rückt ein kleines, aber wichtiges Stück Fankultur in Dortmund aus dem Fokus...weil die Ultras so geschützt vor Angriffen durch andere Gruppen seien".(Zitatende.WR,29.11.2011)
Bitte, Herr Reinke, erklären Sie doch mal warum! Ihr Kommentar enthält jede Menge Andeutungen, die ähnlich verschwommen daher kommen, wie in der Diskussion um die V-Leute Problematik. Wer schützt wen, wovor? Fans werden vor Fans geschützt - das ich nicht lache! Das hat doch mit Kultur gar nichts zu tun.

30.11.2011
09:56
weiter so!
von Catman55 | #10

Und wieder ein Chaotentreff geschlossen. Nur so lernen sie es. Hoffentlich!

30.11.2011
09:48
Bezgl dem Kommentar:
von Kringel | #9

Wohl der beste Artikel zu der Geschichte, den ich in den letzten Tagen gelesen habe.

30.11.2011
08:32
@prof.fake:
von Kringel | #8

Der BVB braucht hier nicht in die Tasche zu greifen, weniger das Geld als vielmehr ein geeigneter Standort sind das Problem. Zumal Ultras keine Hilfe vom Verein entgegen nehmen würden.

Was die restlichen Komemntare angeht, sieht man eindrucksvoll, was die Medien mit ihrem "Alle Ultras sind Verbrecher"-Stakkato angerichtet haben.

30.11.2011
07:55
Suff und Gewalt als Fankultur?
von AntonC | #7

Äußerst zweifelhaft der Kommentar, nein diese Art von Fankultur braucht niemand.

30.11.2011
07:42
Schließung der „Lenzstube“ beendet ein Stück Fankultur
von ichweisswie | #6

Das sind keine Fans, das sind Krawallmacher und sowas ist nicht akzeptabel. Also weg mit dem hirnlosen **** (wird bestimmt zensiert)!

30.11.2011
04:05
Es ist lustig zu sehen...
von Sparbier | #5

...wie schnell das Dortmunder Ordnungsamt eingreift, wenn Gefahr im Verzug ist, weil ein paar Fußballfans in einer Kneipe mit der Polizei verstecken spielen.

Wenn aber eine Entsorgungsfirma haufenweise PCB in die Landschaft bläst und damit einen ganzen Stadtteil vergiftet, dauert es JAHRE!

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