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Schlechte Aussichten für Leichtathletik-DM in Dortmund

23.02.2016 | 11:23 Uhr
Schlechte Aussichten für Leichtathletik-DM in Dortmund
Vier Bahnen rund um das Innenfeld stehen den Leichtathleten in der Helmut-Körnig-Halle zur Verfügung. Zu wenig, meint der Deutsche Leichtathletik-Verband, sechs Laufbahnen sind international Standard.Foto: Menne

Dortmund.  Anfang März wollen Vertreter des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) mit der Stadt klären, was aus dem Standort Dortmund wird.

Die gute Nachricht gleich vorweg: Die Leichtathletik in Dortmund soll weiter gefördert werden. Anfang März wollen Vertreter des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) mit der Stadt Gespräche führen, wie der Standort Dortmund mit seiner Helmut-Körnig-Halle erhalten und gestärkt wird.

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Manfred Mamontow, Technischer Direktor im Veranstaltungsmanagement des Verbandes, erklärte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass eine entsprechende Unterredung seit Längerem angestrebt werde. "Wir wollen sehen, was alles machbar ist", sagte er. DLV-Präsident Clemens Prokop betonte, der Verband wolle mit den nationalen Titelkämpfen grundsätzlich "in ganz Deutschland vertreten sein".

Jugend-DM als glänzende Visitenkarte

Mit der Hallen-DM der Jugend hat Dortmund gerade eine glänzende Visitenkarte abgegeben. Die Helmut-Körnig-Halle genügt immer noch gehobenen Ansprüchen, die Infrastruktur stimmt, die Bürger in dieser Stadt haben die Leichtathletik in ihr Herz geschlossen, 5000 Zuschauer sind ein prima Signal.

Der Wunsch, im nächsten Jahr die DM der Senioren auszurichten, bleibt allerdings unerfüllt. Leipzig hat bereits kurz vor Weihnachten den Zuschlag erhalten. Die Sachsen hatten sich bis dahin als einzige Stadt beworben, Dortmund hat erst später seinen Hut in den Ring geworfen. Da aber lief das Umlaufverfahren schon, die Mitglieder des DLV-Präsidiums waren angeschrieben worden, ob sie mit Leipzig einverstanden seien.

Bewerbungsfrist zwei Jahre im Voraus

Das habe der Verband nicht mehr stoppen können und wollen, sagt Mamontow, "zumal Dortmund nicht alle Unterlagen, die wir brauchen, vorlegen konnte". Ideal sei es, so Mamontow, wenn sich die Städte zwei Jahre im Voraus bewerben würden. Es gebe, wie das bisherige Vergabe-Verfahren gezeigt hat, auch keine Routine: Wer in diesem Jahr die Jugend-DM ausrichtet, ist im Jahr danach Gastgeber der Senioren-DM.

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Große Hoffnungen, in den nächsten Jahren einmal diese Senioren-DM auszurichten, kann sich Dortmund leider nicht machen. Es ist zwar kein Muss, dass der Bewerber sechs Laufbahnen anbieten kann, aber es ist mehr als gern gesehen und im Anforderungsprofil enthalten. "Wir möchten gerne sechs Bahnen haben", sagte Mamontow. Bei internationalen Veranstaltungen ist dies selbstverständlich, der Kurvenradius sei ein anderer, "und wir möchten unseren Athleten bestmögliche Bedingungen anbieten".

Leipzig und Karlsruhe stechen heraus

"Einen formalen Beschluss hinsichtlich der sechs Bahnen gibt es nicht", betonte zwar Clemens Prokop, aber es läuft eindeutig darauf hinaus, dass Leipzig und Karlsruhe als einzige deutsche Städte mit entsprechenden Voraussetzungen bei einer Bewerbung deutlich bessere Aussichten auf den Zuschlag haben.

Reichlich erstaunt zeigt sich der DVL über die Äußerungen aus dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen, dass es finanzielle Zusagen von Leipzig gegeben habe und dass "dies zum Thema gemacht werden soll". Grundsätzlich, betont Prokop, sei ein Rotationsprinzip vorgesehen bei der Vergabe, aber es sei selbstverständlich, "dass sich Stadt und Land an den doch immensen Kosten beteiligen". Das sei längst praktizierte Übung, habe auch keinen merkwürdigen Geruch, "auch Dortmund hat diese Zuschüsse geleistet", betont Mamontow. Wie auf dem Basar gehe es deshalb aber nicht zu, sagt Prokop. "Eine Art Versteigerung findet nicht statt." Auch keine schlechte Nachricht.

Gerd Strohmann

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2016-02-23 11:23
Dortmund