Schlägerei bei Abiball - 17-Jähriger mit Kopfverletzungen

Zu fortgeschrittener Stunde fand der Stadthalle ein Schlägerei statt.
Zu fortgeschrittener Stunde fand der Stadthalle ein Schlägerei statt.
Foto: Screenshot: Daniel Müller
Was wir bereits wissen
Beim Abiball des Mallinckrodt-Gymnasiums hat es eine Schlägerei gegeben. Ein 17-jähriger Dortmunder wurde dabei schwer verletzt.

Kamen/Dortmund.. Für die Abiturienten ist es der Tag der Tage: der Abiball. Am Samstagabend fand der Abiball des Mallinckrodt-Gymnasiums in der Stadthalle Kamen statt. Es sollte ein schönes Fest werden. Doch jetzt beschäftigt sich die Polizei mit der Feier.

Denn in der Nacht zu Sonntag, gegen 2.45 Uhr, eskalierte vor der Halle eine Schlägerei. Dabei wurde ein 17-jähriger Schüler schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei kam es an der Poststraße, unweit der Stadthalle, zu einer Auseinandersetzung mit einem anderen Jugendlichen. Nach Zeugenaussagen hätten die beiden zunächst verbal gestritten, sagte eine Polizeisprecherin am Montag auf Anfrage unserer Redaktion.

Gegen den Kopf getreten

Doch dann habe der Unbekannte zugeschlagen. Nachdem der 17-Jährige aufgrund der Schläge zu Boden ging, trat der Angreifer diesen noch mehrfach gegen den Kopf und Oberkörper. Aufgrund der Kopfverletzungen wurde er in eine Dortmunder Spezialklinik verlegt, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei. Der 17-Jährige befinde sich nicht in Lebensgefahr.

Prozess Nun arbeitet die Polizei an der Aufarbeitung des Vorfalls. "Alle Beteiligten kommen aus Dortmund", sagte die Polizeisprecherin. Es gebe auch schon einen Tatverdächtigen. Alle Beteiligten sollen im Laufe des Tages im Dortmunder Polizeipräsidium befragt werden. Weitere Angaben machte die Polizeisprecherin zunächst nicht, die Ermittlungen dauern an.

Verletzter war als Gast auf dem Ball

Wir haben gerade Christoph Weishaupt, Schulleiter des Mallinckrodt-Gymnasiums, erreicht. Er habe am Montagmorgen von dem Vorfall erfahren. Nach seinen Informationen handelt es sich bei dem 17-jährigen Verletzten um einen Schüler des Gymnasiums. Der Jugendliche sei aber als Gast auf der Feier gewesen - und nicht als Abiturient.

"Ich war selbst sehr lange auf der Party. Es war ein toller Abend, ein schönes Miteinander. Die Schüler haben den Ball hervorragend organisiert", sagte Christoph Weishaupt. In der Stadthalle habe man von der Schlägerei gar nichts mitbekommen. Der Abiball sei zwischen 4.30 und 5 Uhr beendet worden.

"Ich bedauere sehr, dass ein Schüler unserer Schule so schwer verletzt wurde. Ich hoffe, dass die polizeilichen Ermittlungen diesen Fall aufklären", sagte Weishaupt. Nach seinen Angaben sei der Tatverdächtige kein Schüler am Mallinckrodt-Gymnasium.

Vater des Opfers: "Glück im Unglück gehabt"

Der Vater des Opfers hat sich an unsere Redaktion gewandt. "Mein Sohn ist eindeutig das Opfer in dieser Geschichte." Sein Sohn habe durch die Schläge des Angreifers einen Nasenbeinbruch erlitten. Es sei noch nicht klar, ob die Nase möglicherweise gerichtet werden muss. "Wir müssen abwarten, bis die Schwellung weg ist", so der Vater.

Schulabschluss Hintergrund des Streits könnte eine Situation auf der Tanzfläche der Stadthalle Kamen gewesen sein. "Mein Sohn hat versucht, die Situation vor der Halle zu klären. Er wollte dem Angreifer sogar die Hand geben." Doch der Tatverdächtige hätte das abgelehnt und zugeschlagen. "Mein Junge hat noch Glück im Unglück gehabt, dass er nicht noch weitere Verletzungen am Kopf erlitten hat."

Sechs bis acht Abipartys im Jahr

Derweil bestätigte Markus Lücke von der Stadthalle Kamen, dass die Dortmunder Abiturienten am Samstagabend in Kamen gefeiert haben. Der Abend sei völlig friedlich und harmonisch verlaufen, sagte er auf Anfrage unserer Redaktion. Rund 500 Gäste hätten in der Stadthalle gefeiert. Er selbst war am Samstagabend nicht vor Ort, allerdings war der Gastronomie-Leiter zugegen. Man habe in der Halle von der Schlägerei nichts mitbekommen, die Poststraße liege auch nicht direkt vor dem Haupteingang der Stadthalle Kamen, erklärte Markus Lücke.

Die Stadthalle Kamen sei bei Abiturienten äußerst beliebt. "Wir machen pro Jahr zwischen sechs bis acht Abifeiern", sagte Markus Lücke. Die Location werde direkt an die Schüler vermietet, die Stadthalle stelle jedoch meist das Essen und die Getränke.