Schimmel, kaputte Schlösser und Wasser im Keller
16.09.2010 | 19:02 Uhr 2010-09-16T19:02:00+0200
Dortmund.Schimmel, kaputte Schlösser und Wasser im Keller. Hohe Nachzahlungen, undichte Dachrinnen und die Heizung bleibt kalt. Und auf den Elektriker wartet man vergebens. Mieter in Hörde und der Nordstadt sind sauer: Der Vermieter lässt sie im Stich.
„Gute Geschäfte muss man pflegen“, wirbt die Berliner „Goal Property Management GmbH“ auf ihrer Internetseite. Das gilt scheinbar weder für die Objekte noch die Mieter, die die Hausverwaltung mit verschiedenen Niederlassungen in Deutschland betreut. Mieter aus dem Dortmunder Norden und Hörde sind stinksauer.
Hatten Sie schon mal Ärger mit Ihrem Vermieter
Die Küche? Die ist noch in Kartons verpackt. Mieter Nummer 1 wartet seit seinem Einzug vor zwei Monaten auf den Elektriker. Die Anschlüsse in seiner Wohnung sind nicht in Ordnung. Warmes Wasser? Zweigt Mieterin 2 bei Bekannten ab. Da darf sie auch seit Monaten duschen. In ihrer eigenen Wohnung – die Miete zahlt die Arge – funktioniert nichts. Heizung? Die Mieterin in Hörde schüttelt den Kopf. Stattdessen darf sie inzwischen mit ihrem erkälteten Kind zum Arzt gehen.
Wasser im Keller? Steht auch nach Tagen noch Zentimeter hoch. Schimmel, hohe Nachzahlungen, kaputte Schlösser, undichte Dachrinnen – seitenweise Mängelprotokolle. Die Mieter wissen sich nicht zu helfen. Sie landen mit ihren Beschwerden meistens in der Warteschleife, bestenfalls noch in einem Call-Center. Da wird Hilfe versprochen – das sei so etwas wie eine Warteschleife mit Hoffnungsschimmer. In beiden Fällen passiere letztlich wenig bis nichts. Die Hausmeister vor Ort – ohne Handhabe.
Ehemalige Wohnungen der LEG
Die Mängelliste zieht sich durch Robert- und Humperdinckstraße, Mallinckrodt Straße , Goethe-, Herder- und Heimbaustraße, insgesamt ein gutes Dutzend Straßen – durch Häuser, die seit 2007 Speymill gehören, einer Immobilienfirma, aufgefächert in verschiedene „Ltd“. Insgesamt waren 1999 von der LEG fast 500 Wohnungen im Norden und Osten Dortmunds zunächst an die Häuserbaugruppe, dann an Speymill veräußert worden. Die Hausverwaltung wurde mehrfach „untervermietet“ und liegt inzwischen in Händen von Goal. Die GmbH wiederum hat verschiedene Leistungen ebenfalls fremdvergeben.
„Die Wohnungen werden nur angehübscht“, klagen die Betroffenen – Grundsubstanz und -ausstattung seien bei vielen nicht in Ordnung.
Martin Grebe, Rechtsanwalt beim Mieterverein Dortmund, nickt. Tatsächlich, sagt er, habe er außer der Eingangsbestätigung für seinen Widerspruch in Sachen Nebenkostenabrechnungen „noch nichts von diesem Unternehmen gehört“. Er vertritt Mitglieder des Mietervereins in Speymill-Immobilien – es geht um Nachforderungen, aber auch um undichte Fenster, Schimmelschäden etc. „Das klappt hinten und vorne nicht“. Grebe greift inzwischen zu rechtlichen Mitteln. „Man muss sich den Strukturen anpassen – wenn ich auf ein viertes Schreiben keine Antwort bekomme, dann fange ich eben mit Mietminderung an.“ Oder mit einer einmaligen Fristsetzung – ansonsten wird der Handwerker in Eigenregie beauftragt und dessen Rechnung von der nächsten Miete abgezogen.
Vermieter nimmt lieber Mietminderung in Kauf
Bei Speymill ziehen solche Aktionen wenig, ist sein Eindruck: „Die lassen lieber die Mietminderung über sich ergehen“. Was nicht heißt, dass Mieter gewillt sind, weiter in schadhaften Wohnungen zu leben. „Wir haben jetzt die ersten fristlosen Kündigungen.“ Und seine Rechtsschutz versicherten Mitglieder stehen kurz vor einer Instandsetzungsklage.
Goal-Pressesprecher Philipp Janssen räumt ein: „Wir hatten da in der Vergangenheit Themen, die wir sukzessive in den Griff bekommen haben und bekommen“. 500 Aufträge aus allein fünf Häusern seien eingegangen. Die würden geprüft, beauftragt und gelöst. Er verweist zudem auf eine wöchentliche Mietersprechstunde in der Heimbaustraße.
09:06
Oh man. Diese Hausverwaltung ist auch meine... So schlimm wie geschildert ist es bei mir nicht. Die haben alles anstandslos repariert (auch wenns manchmal etwas dauert und auf jeden Fall schriftlich erfolgen muss, sonst wartet man vergebens).
Schön das ich vor 2 Tagen einen Brief erhalten habe, mit der Ankündigung einer neuen Hausverwaltung zum November...
15:28
edith...sollte heißen: ..darf man die -NICHT- einbehalten
15:27
Wenn man beim Anwalt war und eine Mietkürzung macht,informiert man (oder der Anwalt tut dies freundlicherweise) die zuständige Arge. Je nach Höhe der Mietminderung tut die Arge dann einen Mietteil einbehalten,oder überweist die Kürzung auf ein Sonderkonto des RA´s.
Habe ich selber schon mal gemacht.Nur darf man als Hartzler (Anders als bei Selbstzahlern) die einbehaltene Miete,die nicht auf ein Sonderkonto müssen,als Aufstockung einbehalten. Die Minderung wird als Überzahlung deklariert.
11:21
– die Miete zahlt die Arge –
und die kürzt meines Wissens nach eben nicht!
warum auch? in knapp einem Drittel der von der Arge bezahlten Wohnungen wohnt niemand....
Bei uns, 6FH, stehen 2 Wohnungen leer obwohl sie an H4er vermietet sind, Alibiwohnungen eben :-/
11:03
Eine Mietminderung mag da auch nur auf den ersten Blick eine tolle Sache sein. Ich meine ich würde in solchen Wohnungen nicht einmal umsonst wohnen wollen....
10:53
Was soll ich hier mit einem Rechtsverdreher , der sich an Mahnwege u.s.w. hält ? Hier helfen nur andere Dinge und da muss ich halt selbst agierend tätig sein . Den älteren Menschen müssen dann jüngere Nachbarn helfen - ist natürlich in der Realität nicht der Fall !!
10:52
Wem haben die Mieter diese ******* zu verdanken ,
der vorigen Landesregierung ( Verkauf an Miethaie ). Natürlich waren die Wohnungen schon damals runtergewirtschaftet . Jetzt schließt sich der Kreis .
Hauptsache die Diäten stimmen !!
10:28
In so einer Bude würde ich gar keine Miete mehr bezahlen!
Erst wenn die Mieteinnahmen auf 0 gehen, dann werden die ach so tollen Investoren merken dass es so nicht weiter geht!