Schimmel in der Spüle bringt Chef vor Gericht
23.12.2008 | 18:25 Uhr 2008-12-23T18:25:32+0100Im Spülbecken hatte sich Schimmel angesetzt, auf der Schinkenschneide-Maschine gammelte ein alter Käsebelag. Und um Strom zu sparen, hatte der Restaurant-Chef einfach stundenlang den Stecker der Tiefkühltruhe herausgezogen.
Abenteuerliche Verhältnisse herrschten in einem Spezialitäten-Lokal in der Innenstadt, in dem ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes am 30. September 2008 alle Hände voll zu tun hatte. Fast zwei Seiten lang war die Mängelliste, die Amtsrichterin Nicole Altemeier mit sichtlichem Unbehagen vorlas - hatte sie selbst doch auch schon in jenem Lokal gespeist...
Doch der Restaurant-Chef wollte zunächst partout nicht einsehen, 300 Euro Geldbuße wegen Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz zu zahlen. "Ist doch alles wieder sauber", beteuerte er vor Gericht.
Und damals, nun ja, da sei eben einiges dumm gelaufen. Den Schmierbelag auf der Schinken-Schneidemaschine erklärte er zum Beispiel so: "Ist doch klar, da wurde auch Käse mit geschnitten - und der ist gelb." Und dass die Gambas bei viel zu hoher Temperatur auf der Arbeitsfläche herumlagen, das bleibe nicht aus, "damit wurde gearbeitet". Als allerdings die Rede auf die Tiefkühltruhe kam, die jeden Tag von Mitternacht an für 15 Stunden ausgestellt wurde, schwieg der Gastro-Chef verlegen. "Das darf ja wohl nicht wahr sein! Was da alles hätte passieren können", bemerkte Richterin Altemeier kopfschüttelnd. Sie sehe daher keinen Grund, die vom Ordnungsamt veranschlagte Geldbuße zu senken.
Das sah schließlich auch der Gastro-Chef ein und nahm seinen Einspruch zurück. Inzwischen hat er seinen Laden besser im Griff, wie weitere unangemeldete Kontrollen des Amtes zeigen.
16:19
Bitte den Namen des Lokals...
14:19
Ich glaube, dass dieser Fall leider nicht der Einzige in der Gastronomie ist. Würden die Gäste sich so manche Küche genauer anschauen dürfen, würde ihnen der Appetit des öfteren vergehen!
Ein nachdenklicher
runningvalentino