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Schausteller bangen um Dortmunder Weihnachtsmarkt 2012

05.09.2012 | 16:58 Uhr
Schausteller bangen um Dortmunder Weihnachtsmarkt 2012
Riesentanne auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt 2011.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.   Muss der Dortmunder Weihnachtsmarkt 2012 schrumpfen – wegen neuer Brandschutzbestimmungen nach der Loveparade? Für Schausteller und Marktbeschicker wäre das „eine Katastrophe“.

Auf der „Pflaumenkirmes“ und bei den Festen in Huckarde und Marten haben es die Besucher bereits erlebt: Weniger Geschäfte luden zu Kurzweil und Kaufen ein – etwa 130 statt 150 in Vorjahren. Nun fürchten die Dortmunder Schausteller, dass ein ganz dicker Eckpfeiler ihres Jahresumsatzes einknickt. Für den Dortmunder Weihnachtsmarkt 2012 hat die Feuerwehr in gleich 48 Fällen Bedenken gegen den eingereichten Lageplan geäußert. „Eine Katastrophe“ drohe, so Hans Peter Arens, Sprecher der Schausteller.

„Es gibt bislang nur eine erste Einschätzung der Feuerwehr“, versucht Thomas Kampmann das Aufflammen eines ersten Empörungsfeuers zu löschen. Ende dieser Woche rechne das Tiefbauamt – dort residiert die Koordinierungsstelle für Großveranstaltungen – mit einer schriftlichen Stellungnahme der Feuerwehr.

Statt der bisher rund 300 Stände und Geschäfte auf dem Weihnachtsmarkt könnte der weit über Dortmund strahlende Weihnachtsmarkt auf 250 schrumpfen, fürchtet Arens. Das Problem, das er sieht: Längst sind die Verträge mit den Schaustellern abgeschlossen. Das geschieht immer im Frühling. Bereits 2010 und 2011 hätten die Schausteller viel für Sicherheits- und Brandschutzauflagen getan, den man natürlich sehr ernst nehme. Arens: „Wir hoffen jetzt auf Einsicht bei der Stadt.“ Es wäre dem Image Dortmunds sicherlich nicht förderlich, wenn der Weihnachtsmarkt kaputtgeschrumpft würde. Im Wettbewerb mit anderen Städten habe sich die Veranstaltung erfolgreich erwiesen.

Dortmunder Weihnachtspyramide steht auf der Kippe

Thomas Kampmann beruhigt: „Es gibt noch gar keine Entscheidung für das Gesamtpaket. Wir werden natürlich nach Lösungen suchen.“ Denkbar sei, nach Erweiterungs- bzw. Ausweichflächen zu suchen. So könne der Boulevard Kampstraße und der Platz um die Kirche St. Petri möglicherweise noch Potenzial für Stände bieten. Ob wie befürchtet die leuchtende Weihnachtspyramide auf dem Platz von Netanya (zwischen Ecke Hansastraße, Westenhellweg und Kampstraße) erlischt, sei noch längst nicht geklärt: „Es ist immer noch in jedem Fall ein Einzelfallentscheid möglich.“

Die Kulturinsel im Dortmunder Phoenixsee braucht einen zweiten Fluchtweg – nach der Loveparade.Foto: Franz Luthe

Grund für die generell verschärften Sicherheitsvorkehrungen bei Großveranstaltungen in ganz NRW sind die gezielten Überprüfungen, die nach der Katastrophe bei der Loveparade 2010 in Duisburg vereinbart wurden, bei der 21 Menschen starben.

Kulturinsel im Phoenixsee nur mit zweitem Rettungsweg

Dass nach der Loveparade in Duisburg 2010 vieles anders ist, können die Dortmunder nicht nur am Weihnachtsmarkt 2012 nachvollziehen, sondern auch am Phoenix-See. Dort dürfen auf der „Kulturinsel“ nur Veranstaltungen für einen größeren Kreis von Besuchern stattfinden, wenn ein zweiter Rettungsweg installiert wird. Es gibt nämlich – geplant vor 2010 – nur eine Brücke als Zuweg. Wer dort feiern möchte, wie jüngst ein Autohaus, der muss tief in die Tasche greifen, damit eine Behelfsbrücke als zweiter Rettungsweg eingerichtet werden kann.

Klaus Buske



Kommentare
06.09.2012
15:37
Schausteller bangen um Dortmunder Weihnachtsmarkt 2012
von michelino | #11

Noch ist ja nichts entschieden. Doch selbst, wenn 30, 40 Buden wegfielen, wäre das noch kein Untergang für den Weihnachtsmarkt. Für die Schausteller, die jetzt schon gebucht haben, sähe das anders aus. Auf dem Essener Weihnachtsmarkt hat man schon vor Jahren und auf Kosten von Verkaufsbuden breitere Gänge angelegt bzw. Freiflächen geschaffen und der Markt ist mit ca. 260 Ständen plus Mittelaltermarkt immer noch der Burner.

06.09.2012
13:51
Naja,...
von hamicha | #10

die paar Buden die dann wegfallen werden können doch sicher nach Sylvester rund um Reinoldi aufgestellt werden - um wie schon gehabt - den mangelnden Umsatz während der Saison aufzufrischen.
DO wird sich auch dann vor ausländischen Bustouristen kaum retten können.

Hauptsache "die Schlagerweihnacht" bleibt bestehen,wo sollen die Leute sonst ihre Tränen lassen ? Beim Blick in´s Portemonaie ?

06.09.2012
11:48
@auchdortmunder | #5
von vaikl2 | #9

Richtig, die öffentliche Panikmache von Arens und Co. ist wieder mal kaum auszuhalten. Da wurde über die letzten zwanzig Jahre systematisch auch noch der letzte Quadratzentimeter mit Buden zugequetscht und immer schön darauf geachtet, dass das Ordnungsamt beide Augen zudrückt und gehofft, dass der GAU nicht passiert. Nun *ist* der GAU in Duisburg passiert, aber der Verlust von ein paar Buden soll dann sofort der Untergang des Weihnachtsmarktes und der Tod aller Tradition sein... Typisches Schausteller-Genöhle.

1 Antwort
Oh Onkel vaikl2
von runningvalentino | #9-1

zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit muss ich Ihnen (leider) uneingeschränkt recht geben.

Allein die Vergabe der Stände ist schon mit "abenteuerlich" vorsichtig beschrieben. Ein normaler Standbetreiber hat keine Chance sich bei den Etablierten a la Arens, Fichna, Hornig und Konsorten einzureihen.

Und, auch da liegen Sie richtig, jeder kleine Fleck wird gewinnbringend belegt.

Es stellt sich aber auch die Frage, ob wir solch einen profanen Kommerz wirklich brauchen.

Ach doch, im Dezember wird das gemeine Volk wieder mit den Füßen abstimmen.

Dann simma wieder alle dabei und dat is prima ...

06.09.2012
10:33
Einigung bitte ...
von Partik | #8

Die Fronten sollten sich mal einigen. Entweder Sicherheit oder Massenbespaßung. Beides zusammen geht eben nicht.

Viele Bereiche haben nach der Loveparade Einschnitte hinnehmen müssen. Die beliebten Mittelaltermärkte werden auch ähnlich unter Druck gesetzt. Trotz mittelalterlichem Flairs, müssen Rettungswege modern beleuchtet sein, es müssen Feuerlöscher unter jeder Fackel stehen usw.

Die Sicherheitsbestimmungen werden sich in den nächsten Jahren noch kontinuierlich ausweiten, das merkt man an der schrittweisen Verschärfung bei den Weihnachtsmärkten.

Ja, wir sichern unsere Veranstaltungen zu Tode. Aber es gibt eben nicht mehr viele Bürgermeister, die für den ungezügelten Massenspaß hinterher an den Pranger gestellt werden wollen.

Das Dumme ist, dass die sich jetzt über Sicherheit erregenden Leute, doppelt laut schreien, wenn etwas passiert ist. Dann doch lieber mehr Sicherheit, denn zufrieden sind die Leute so und so nie.

06.09.2012
10:05
Schausteller bangen um Dortmunder Weihnachtsmarkt 2012
von mith | #7

Wenn man es behördlicherseits tatsächlich so eng auslegen will, muß man auch die Besucherzahl begrenzen und kontrollieren - wie mittlerweile bei jedem Konzert. Das Gedränge am Wochenende ist schon recht groß. Aber dann kann man die Weihanchtsmärkte auch gleich abschaffen.

06.09.2012
09:49
Schausteller bangen um Dortmunder Weihnachtsmarkt 2012
von MasterLangi | #6

Diese Spinnerei wegen der Love Parade wird langsam lächerlich - warum war es denn dann letztes und vorletztes Jahr noch in Ordnung - gabs noch ne Loveparade in Duisburg?

06.09.2012
02:07
Schausteller bangen um Dortmunder Weihnachtsmarkt 2012
von auchdortmunder | #5

Ich weiß garnicht, was der schaustellerverein für ein problem hat.. und warum er sich ständig in der opferrolle fühlt. Das ist ein geschäft wie jedes andere, das mit auflagen belegt wird. Auch andere geschäfte haben auflagen, die mal mehr mal weniger sinnig erscheinen. Aber irgendwie äußert sich der verein so, als wären sie von der gnade anderer abhängig, wobei die stände immer pompöser werden.. Kaufhäuser müssen auch brandschutzanlagen einbauen, obwohl es teuer ist. Also entweder fehlt dem verein selbstbewußtsein, oder ein weihnachtsmarkt ist fehl am platz, weil keiner weiß, was finanziell und spirituell dahintersteckt. Und da ich Klaus Buske sehr zu schätzen weiß, wäre ich gespannt auf eine richtige Weihnachtsgeschichte!

05.09.2012
22:05
Schausteller bangen um Dortmunder Weihnachtsmarkt 2012
von red-fly | #4

Ich lege absolut keinen Wert auf das überteuerte Zeugs. Den Aldi Glühwein aus dem Tetrapack kann ich mir auch zu Hause verabreichen.

1 Antwort
Schausteller bangen um Dortmunder Weihnachtsmarkt 2012
von mith | #4-1

Der schmeckt aber nicht. Gut, man kann auch Geschmack streuten, aber häufig wird dieser vom Preis umbewußt beeinflußt. Deshalb: Wem es schmeckt soll den Tetrapack bei Aldi kaufen - dem schmeckt sowieso kein anderer.

05.09.2012
20:13
Schausteller bangen um Dortmunder Weihnachtsmarkt 2012
von xxyz | #3

Es ist schon blöd, dass das Leben Gefahren mit sich bringt. Das war zwar schon immer der Fall, aber jetzt ist offensichtlich alles so gefährlich, dass man es nicht mehr verantworten kann.

Die Verantwortung für das eigene Leben und eine eigene Einschätzung von Gefahren ist immer notwendig, dass können auch noch so viele Verordnungen etc. nicht überflüssig machen.

Die Nummer mit der Insel ist schon witzig.

@1: Herr Sauerland hat doch immer betont, dass er nicht genehmigt hat, das waren viele andere, die sich auch alle im Vorfeld hätten melden müssen. Auch unser aktueller Innenminister hat nicht eingegriffen.

05.09.2012
19:12
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Name von Moderation entfernt | #2

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