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Schauspiel Dortmund zeigt die giftige Seite der Apple-Verführung

31.10.2012 | 16:00 Uhr

Dortmund.  Der Amerikaner Mike Daisey war ein großer Bewunderer von Apple-Chef Steve Jobs. Dann geriet die Firma Foxconn in die Schlagzeilen, weil sich die Mitarbeiter, die iPhones zusammensetzten, in den Tod stürzten. Ein Konsum-Dilemma, das am Samstag im Schauspiel Dortmund zu sehen ist.

Schauspieler Andreas Beck wird am Samstagabend allein auf der Bühne stehen, aber ganze Welten vor dem inneren Auge der Zuschauer entstehen lassen. In „Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs“ geht es um die dunkle Seite der Appelwelt . Der Amerikaner Mike Daisey war ein großer Bewunderer von Hightech-Held Steve Job . Dann geriet die Firma Foxconn in die Schlagzeilen, weil sich die Mitarbeiter, die iPhones und Co zusammensetzten in den Tod stürzten.

Bewunderung für Jobs

„Mike Daisey bewundert Steve Jobs sehr. Er erzählt in seinem Stück von dem großen Glück, das sich einstellt, sobald man ein iPhone anschaut. Aber das beginnt sich zu verdunkeln je mehr man über die Arbeitsbedingungen bei Firmen wie dem chinesische Unternehmen Foxconn erfährt und dass ein detailverliebt Mensch wie Steve Jobs so etwas zulässt“, erzählt Dramaturgin Anne-Kathrin Schulz über den zum Teil autobiografischen Monolog.

Am Samstag wird die deutschsprachige Erstaufführung im Studio des Schauspielhauses Premiere feiern – fast ein Jahr nach dem Tod von Steve Jobs, der am 5. Oktober 2011 verstarb. Die zeitliche Nähe verlieht dem Stück zusätzliche Brisanz. Autor Mike Daisey hatte den Text aber schon vorher entwickelt, indem er das Konsum-Dilemma und die Doppelmoral der westlichen Welt mit viel Wortwitz und Selbstironie beleuchtet.

„Es ist ein großartiger Text. Das Stück ist ein Hinsehen auf die Bedingungen, unter denen unsere Produkte gefertigt werden, aber es ist keine Verteufelung.“, erzählt Regisseurin Jennifer Whigham, die das Stück zusammen mit Anne-Katrin Schulz für die Aufführung in Dortmund übersetzt hat. „Mike Daisey lässt uns auf sehr direkte Weise an seinem Dilemma teilhaben.“

Stück nicht nur für Computer-Freaks

In der Uraufführung sitzt der Autor selbst an einem Schreibtisch. „Wir haben die Bühnensituation aufgelöst. Andreas Beck bewegt sich frei zwischen den Zuschauern“, beschreibt Jennifer Whigham. „Der Gedanken dahinter: Wir sitzen alle in einem Boot.“ Weil schließlich nicht nur Handys unter fragwürdigen Bedingungen gefertigt werden. „Das Stück ist nicht nur etwas für Apple-Fans oder Computer-Freaks. Praktisch jeder kann sich darin wiederfinden“, verspricht Anne-Kathrin Schulz.

Maike Rellecke



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