Das aktuelle Wetter Dortmund 2°C

Zeitplan wankt

Schattenseiten der U-nendlichen Geschichte

07.09.2010 | 19:12 Uhr
Schattenseiten der U-nendlichen Geschichte
Prof. Gerber beim Rundgang. Bild: Ralf Rottmann

Dortmund.Das Spektakel um das U geht weiter: Die Eröffnung soll am 8. Oktober mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft stattfinden - aber was es in dem Turm zu sehen gibt, weiß keiner so genau. Der geplante Höhepunkt, die Kinoausstellung des Centre Pompidou, wird voraussichtlich auf Dezember verschoben - und auch die Präsentation der Sammlung des Ostwallmuseums ist keinesfalls für den 8. gesetzt. Zugleich offenbart sich ein eklatantes Kommunikationsdefizit zwischen Bauleuten und Stadt.

Wie sich gestern bei einer chaotischen Pressekonferenz von Gerber Architekten und Projektsteuerer Assmann offenbarte, bestehen eklatante Unterschiede zwischen der Interpretation der Lage von Bauleuten und städtischer Seite: Während es von Bauseite heißt, das „U“ sei am 8. Oktober fertig für den Bezug des Museums, meldete die Stadt in Bezug auf Brandschutz, Sicherheit, Feuchtigkeit und Staub Klärungsbedarf an.

Die Fakten in Bezug auf den Zeitplan: Die für den 24. September (einen Tag vor der Museumsnacht) geplante Eröffnung der Sammlungspräsentation des Museum Ostwall ist geplatzt. Wegen zwei Tagen Verzögerung im Bau habe sich die Stadt so entschieden, um die Sicherheit der Kunstwerke zu gewährleisten.

Verlegung auf Bitte der Ruhr.2010

Auf Bitte der Ruhr.2010 solle zudem die Kinoausstellung der Ruhr.2010 auf Dezember verlegt werden: Wie Kurt Eichler, Leiter der Kulturbetriebe, erklärte, solle die Kulturhauptstadt nach der Katastrophe der Love-Parade mit dezentralen Feierlichkeiten in vier Städten enden, darunter auch der im U in Dortmund. Fritz Pleitgen habe OB Ullrich Sierau gebeten, zu diesem Zweck die Ausstellung als Höhepunkt zu verschieben. Die Verhandlungen mit dem Centre Pompidou laufen; bislang ist unklar, ob sich die terminlichen Vereinbarungen ändern lassen.

Nichtsdestotrotz soll das „U“ am 8. Oktober eröffnen - „in welchem Umfang ist aber noch nicht klar“, erklärte Eichler. Am Montag nächster Woche sei eine Begehung geplant, bei der die neuralgischen Punkte geklärt und der neue Termin für den Umzug des MO festgesetzt werden solle. „Ich lasse hier keinen 60 Millionen Euro teures Werk von Beckmann aufhängen, wenn der Versicherungsschutz nicht besteht.“

Architekten und Planer hingegen erklärten: Die geforderten klimatischen Verhältnisse auf den Etagen 4 bis 6 seien aktuell mit 50 Prozent Luftfeuchtigkeit und 20 Grad erreicht. „Es gibt keine feuchten Wände mehr“, erklärte Architekt Jens Haake. Die Sprinkleranlage werde am 8. Oktober betriebsbereit sein. Die Brandmeldeanlage hingegen sei noch nicht voll funktionsfähig, stattdessen werde eine provisorische Anlage eingerichtet. „Wir sind froh, dass wir soweit sind“, verwies Prof. Eckhard Gerber auf die Komplexität des Umbaus. „Hier wurde Großartiges geleistet.“

Nadine Albach

Facebook
 
Kommentare
08.09.2010
16:49
Schattenseiten der U-nendlichen Geschichte
von jens daniel | #6

Sehr geehrte Frau Zencker,
ich stimme ihren Ausführungen zu, aber ich möchte trotzdem folgendes anmerken:
Wer sich die Geschichte - Bau des Konzerthauses- anschaut, konnte im Bezug auf den U-TURM nichts Anderes erwarten.
Da Sie wohl eine Neu-Dortmunderin sind, sei der Hinweis gestattet, dass die Dortmunder Sozialdemokraten gerne im XXL-Format denken.
Die Haushalltslage wird aus diesen Betrachtung jedoch herau gehalten.

08.09.2010
12:44
Schattenseiten der U-nendlichen Geschichte
von Eva Maria Zencker | #5

Wer es beruflich aus einer Metropole in die
Provinz geschafft hat, von Paderborn nach Dortmund, stellt schnell fest, die gleichen Pleiten
Pech und Pannen!
Anspruch und Wirklichkeit klaffen seit weit auseinander.
Die Geschicte des U - Turm, war ist und belibt eine Geschichte von politischen Träumereinen. Es ist aber auch eine Geschichte, von
Versagen, von Größtenwahn, - Wir sind sind Weltstadt; wir sind Metropole.
Wäre eine Nummer kleiner nicht besser gewesen?
Man kann es auch beschreiben, als das dynamische Versagen von Gruppen; von Personen, die getrieben von Ehrgeiz, jedes Maß verloren haben.
Diese Gruppen - Dynamik, von Stadtvertretern, Architekten, Ruhr 2olo-Vertretern; Künstlern, konnte nur im Chaos enden.
Es gibt, es gab, keine Koordinierung, der Zielsetzung der einzelnen Gruppen.
Hans Magnus Enzenberger spricht, von der Zielsetzung, einer Gruppe von Personen, ein Objekt, ein Ziel zu dominieren.
Um es mit der Politologin Edda Stamton
zu formulieren:
Die Selbstdarstellung von Gruppen von Personen; hat immer das Ziel, sich als politischer Leitwolf zu präsentieren. Das Rudel muss mir folgen!

Eva Maria Zencker

08.09.2010
11:28
Schattenseiten der U-nendlichen Geschichte
von zweitausendundeins | #4

Das wissen doch selbst Laien: In jedem Neubau hält sich die Feuchtigkeit in den Wänden noch über einen längeren Zeitraum. Und dass sich im U derzeit keiner bereit erklärt, Kunstwerke diesem Klima auszusetzen ist doch klar und verständlich. Letzte Woche war in der FAZ zu lesen, dass die Justierung der Klimatechnik in neuen Museen mindestens ein halbes Jahr in Anspruch nimmt.

Dass das mit der Eröffnung nicht klappt ist natürlich schade. Aber nächstes Jahr kann man sich dann hoffentlich uneingeschränkt an dem Gebäude erfreuen. Aber nur wenn die Qualität der Ausstellungen auf der TU/FH-Ebene besser werden.

08.09.2010
06:52
Schattenseiten der U-nendlichen Geschichte
von TagesmutterDo | #3

„Hier wurde Großartiges geleistet.“
Nein, hier wurde Größenwahnsinniges geleistet.

08.09.2010
00:55
Schattenseiten der U-nendlichen Geschichte
von Scherzkeks | #2

Treffen sich zwei Dortmunder. sagt der Eine: Der Pleitgen soll OB Sierau gebeten haben die Ausstellung aus Paris als Höhepunkt der Ruhr 2010 an das Jahresende zu verschieben Sagt der Andere: Was ist Pleite. darauf der Eine: Nein nicht Pleite - Pleitgen! Sagt der Andere:Aber das kommt ja auf dasselbe raus ...

07.09.2010
19:41
Schattenseiten der U-nendlichen Geschichte
von vaikl | #1

Fritz Pleitgen habe OB Ullrich Sierau gebeten, zu diesem Zweck die Ausstellung als Höhepunkt zu verschieben.

Da die Bauplanung des U ähnlich katastrophal und mit der heißen Nadel gestrickt zu sein scheint wie die Vorbereitung der Loveparade in Duisburg, sollte man Herrn Pleitgen raten, den Rest des Jahres einfach mal still zu sein. Käme seinem Wunschtraum einer Ruhr.2010, über die man nicht als Pannen-Ruhr reden soll, sicher sehr entgegen.

Der WDR-Lokalzeit-Beitrag über die PK von Gerber/Assmann war jedenfalls gefüllt mit Peinlichkeiten - von beiden Seiten. Hoffentlich sieht den Niemand außerhalb Dortmunds - ach, blöd, schon passiert...

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3666885/create

Neueste Aktivität
Aktuelle Fotos und Videos
Eistauchen im Hafen
Bildgalerie
1 Kommentare 1
Kinderkarnevalszug
Bildgalerie
Protest gegen Acta
Bildgalerie
Aus dem Ressort
Wie Bürger auf Schritt und Tritt überwacht werden
Video-Überwachung
350 Kameras an 125 Stadtbahn-Stationen- das ist nur ein Beispiel, wenn es um das Thema Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen geht. Die Augen der Kameras sind überall, oft unsichtbar. Überblick über ein sensibles Thema zwischen Sicherheitsabsichten und Datenschutz.
Foto Text
Cinestar Dortmund fährt harte Linie im Tarifstreit
Arbeitskampf
Seit Mitte Dezember kämpfen Mitarbeiter des Dortmunder Großkinos Cinestar für einen Tarifvertrag und damit auch branchenübliche Löhne. Doch der Konobetreiber wehrt sich hartnäckig. Gewerkschafter vermuten, Cinestar wolle in Dortmund keinen Präzedenzfall.