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Kautsky-Grundschule

Scharnhorst mit Kinderaugen

19.09.2010 | 18:45 Uhr
Scharnhorst mit Kinderaugen
Was muss hier getan werden? Die Kinder der Kautsky Grundschule auf einen Rundgang für einen Stadtplan von und für Kinder aus Scharnhorst.

Dortmund. Wie ein Ort aussieht, wird von Erwachsenen geplant – mehr oder weniger kinderfreundlich. „Mir geht es darum, Kindern ihren Stadtteil bewusst vor Augen zu führen“, so Diplom-Geographin Petra Hadamczik.

Eine vierte Klasse machte sich mit Schreibblöcken und Straßenkarten auf den Weg, um das Umfeld ihrer „Penne“ in Scharnhorst zu erkunden – mit Referendar Felix Ferges und eben Petra Hadamczik. Die Geographin hat der Grundschule das Projekt schmackhaft gemacht. Mitfinanziert wird es von der Caritas, die hier auch den Offenen Ganztag (OGS) unterstützt. Ergebnis soll ein Stadtplan für Kinder sein, der freundliche Bereiche aufführt – aber auch Stellen, an denen sie wachsam sein sollten.

An einem unschönen Ort kamen sie zu Beginn vorbei: Auf einem Fußweg zwischen der Kautsky-Straße und Buschei liegt eine Bahnunterführung, durch die einige auf ihrem Schulweg müssen. „Hier stehen immer Jugendliche rum, nehmen Drogen und schmeißen Glas auf den Boden“, erzählt ein Kind. „Ich hab’ da öfter Besoffene gesehen“, meint ein Junge. „Einer hat mir gesagt, ich sollte doch mal herkommen“, so ein Mädchen. Überbleibsel der Gelage liegen dort noch rum. Dass es hier schlecht beleuchtet sei und die Schüler sich „sehr unwohl“ fühlten, betonen Ferges und Hadamczik.

Auch die Beleuchtung an der Zuwegung zur U-Bahn-Haltestelle etwas weiter nördlich könnte besser beleuchtet sein, finden die Kinder und ihre beiden erwachsenen Begleiter. Wenn man den Bahnsteig der Station „Droote“ auf der anderen Seite verlässt, sieht’s übersichtlicher aus. Auf der gleichnamigen Straße befinden sich auch diverse Geschäfte sowie die Apotheke und das Ärztehaus an der Droote 50. Dort will Hadamczik mit den Kindern im Zuge des mehrwöchigen Projekts demnächst eine Unternehmensbefragung starten. Die Frage auch hier: „Wie kinderfreundlich ist Scharnhorst?“.

Einen Vorgeschmack gab’s jetzt in der Apotheke: Mitarbeiterinnen erläuterten Produkte, die (auch) für Kinder wichtig sind – und machten mit Gratis-Gummibärchen Pluspunkte. Ob die Apotheke schon am Jugendamt-Projekt „Schutz in der Burg“ teilnehme, das stadtweit etabliert werden solle, fragte Petra Hadamczik. Antwort: Offiziell noch nicht – aber „wir würden das sofort machen“. Schon jetzt habe man immer ein offenes Ohr, wenn Kinder rein kämen – nicht nur bei gesundheitlichen Problemen.

Wie kinderfreundlich Scharnhorst ist, werden die Viertklässler noch genauer herausfinden. Wie sieht’s mit Sport- und Spielplätzen aus? Gibt es überall, wo nötig, Ampeln und Zebrastreifen? Lauern sonstige Gefahren auf dem Schulweg? Und sollten bei den Erkundungen „gravierende Dinge“ auffallen, werde dies in Absprache mit der Schulleitung sicher auch an die Kommunalpolitik weitergeleitet, so Geographin Hadamczik. Denn wie gesagt: Erwachsene planen – Kinderaugen sehen manches anders.

Christian Chmel

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