Sand in Strandbar Solendo wird auf PCB untersucht
10.08.2010 | 11:28 Uhr 2010-08-10T11:28:00+0200
Dortmund.Dortmunds beliebtester Stadtstrand der letzten Jahre wird am Donnerstag auf Gift untersucht. Das Umweltamt analysiert den Sand im ehemaligen Solendo an der Speicherstraße auf PCB, Dioxine und Furane.
Tausende von Besuchern lagen vor der Hafenkulisse in der Sonne, vom Sommer 2005 bis zur Schließung 2009. Gerade bei Familien mit Kindern stand das Solendo hoch im Kurs. Beim Buddeln im Sand kam Urlaubsstimmung auf. Heute fragt sich, wie gesund der Sommerspaß war.
300 Meter zwischen Giftfirma und Strand
Die jüngsten Auswüchse des PCB-Skandals um die Giftfirma Envio rufen jetzt die Stadt auf den Plan. Im Mai waren im Umfeld der Speicherstraße erhöhte Dioxin- und Furankonzentrationen im Staubniederschlag aufgefallen (wir berichteten). Zwischen dem verseuchten Envio-Gelände und der alten Strandbar liegen rund 300 Meter.
Am Donnerstag wird der Solendo-Sand auf Gift getestet. „An rund 15 verschiedenen Stellen werden jeweils zwei Mischproben genommen, in zehn Zentimeter Tiefe“, erläutert Stadtsprecher Udo Bullerdieck. Nach einem Gespräch mit dem Pächter will das Umweltamt eventuell auch in die Tiefe gehen. „Falls nötig, werden wir senkrecht bis auf den Grund durchstechen, um auch untere Schichten mit aufzunehmen“.
Untergrund stammt aus 2005
Das scheint ratsam. Denn die sandige Grundlage der Hafendüne stammt aus 2005, wie Ex-Solendo-Betreiber Oliver Buschmann weiß. „600 Tonnen Sand haben wir seinerzeit dort hinkippen lassen“, sagt er. 100 bis 120 Tonnen verflüchtigten sich im Laufe einer Saison. Besucher und Wind trugen den Sand aus der Bar. „Im Frühjahr wurde eine neue Oberschicht aufgetragen, zuletzt 2008“, so Buschmann.
Im Juni ging die Giftbelastung im Hafen auf breiter Front zurück. Das belegen neue Staubniederschlagsmessungen des Landesumweltamtes. An zwei Dritteln der zwölf Messpunkte wurden die durchschnittlichen PCB-Mengen in Ballungsgebieten „eingehalten bzw. unterschritten“, heißt es. Die Dioxin- und Furangehalte liegen „insgesamt auf niedrigem Niveau“. An vier Messstellen allerdings – Kanalhafen (gegenüber Marxhafen), Schäferstraße/Ecke Kanalstraße, nördlich Schäferstraße/westlich Hartmannstraße und Schäferstraße/Ecke Speicherstraße – sind dioxinähnliche PCB-Verbindungen „noch auffällig“.
Gefahrenzone Kanalhafen
Während die Giftkurve im Südhafen nun nach unten tendiert, stabilisiert sich der Messpunkt am Kanalhafen als Gefahrenzone. Seit Ende März wurden dort regelmäßig die höchsten Belastungen ermittelt. In diesem Zusammenhang würden nun „verstärkt Schadstoffquellen im westlichen Bereich des Hafens überprüft“, kündigt die Bezirksregierung Arnsberg an.
21:16
Es ist so weit:
Envio stoppt Gelände-Reinigung
http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/lokalnachrichten_dortmund/Envio-stoppt-Gelaende-Reinigung;art930,996747
01:20
@ #2
Wie unser Stadtsprecher in den RN zitiert wird (Die Sandproben im Solendo halte die Stadt deshalb nicht für erforderlich, so Bullerdieck, „aber wir machen es zur Beruhigung“!!!), ist es geplantes Sand-in-die-Augen-streuen, damit bloß die Radien-Theorie weiter Bestand hat.
In den obersten zehn Zentimetern wird sich nichts Dramatisches finden lassen (wie Sie schon schrieben, allein durch den Niederschlag nicht mehr), also unterbleiben dann tiefere Messungen, die einen realen Wert der Belastungen in den letzten drei Jahren ermöglichen würden.
21:50
Bevor das Solendo kam, sind die Anwohner dort mit Kind und Hund spazierengegangen. Dann wurde eine Zeitgeist-Bar ans Ufer gepflanzt und eingezäunt und abgeschottet. Fast alle Besucher kamen mit dem Auto, Gestank, Lärm, Staub. Als Draufgabe zum PCB von envio.
Wer in der Gegend wohnt, hat keine Lobby und kein Anrecht auf Wirtlichkeit. Wäre dort ein Türkisch-Deutsches Begegnungszentrum, gäbe es keine Messungen.
17:09
Der Mörder und Körperverletzer Neupert sollte sein PCB, seine Furane und den anderen Dreck aus seiner Giftbude unter Anwendung von unmittelbarem Zwang selbst fressen müssen!