Salzgitter prüft Schließung und Verkauf von HSP

Gerade erst hat das Dortmunder Unternehmen Hoesch Spundwand und Profil GmbH 100 Mitarbeiter sowie 63 Leiharbeiter entlassen. Nun sagt der Chef des Mutterkonzerns Salzgitter, dass ein Verkauf oder die Schließung von HSP weiterhin nicht ausgeschlossen sind.

Dortmund.. Der Salzgitter-Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann äußerte sich am Dienstag bei der Hannover Messe zum Thema HSP. Salzgitter-Pressesprecher Bernhard Kleinermann bestätigte die Aussagen am Mittwoch auf Anfrage der Ruhr Nachrichten.

"Das Thema schreit nach einer Lösung"

Demnach sagte Fuhrmann, dass bei HSP "alle Optionen" geprüft würden. Auch ein Verkauf des Unternehmens oder die Schließung. "Das Thema schreit nach einer Lösung", sagte Fuhrmann mit Blick auf die deutlichen Verluste bei HSP.

2014 stand ein Minus von 97,4 Millionen Euro (jedoch auch aufgrund von Abschreibungen), in den Vorjahren belief sich der Verlust laut Salzgitter jeweils auf etwa 30 Millionen Euro. Dieses Jahr dürfe HSP keine Verluste mehr machen, sagte Salzgitter-Sprecher Bernhard Kleinermann.

Die Aussagen des Salzgitter-Vorstandschefs Fuhrmann sind nicht neu. Ähnlich hatte er sich auch bei der Bilanzpressekonferenz des Konzerns Ende März geäußert.

350 Mitarbeiter sind verblieben

Dann wurde allerdings Anfang April bekannt, dass HSP in Dortmund 100 feste Mitarbeiter und 63 Leiharbeiter entlässt. Die Produktion wurde von drei auf zwei Schichten umgestellt.

Die verbleibenden rund 350 Mitarbeiter (laut Betriebsrat sind es 343) erhielten eine neue Chance. Kurz nach dieser Umstrukturierung hält der HSP-Betriebsrat die neuerlichen Äußerungen Fuhrmanns daher "für sehr unglücklich". Es gelte jetzt doch, alles für den Erhalt des Standortes zu tun.

Emirate Steel ist eine große Konkurrenz

Salzgitter-Pressesprecher Bernhard Kleinermann führt die wirtschaftlichen Probleme bei HSP auf das seit Jahren schwache Tiefbaugeschäft beziehungsweise den ebenso schwach ausgeprägten Infrastruktur-Bereich zurück.

Zudem bereite HSP seit einigen Jahren die Emirate Steel aus Abu Dhab Probleme, die ebenfalls Spundwände produziert.