Saarlandstraße: Bewohner zeigten Präsenz gegen Neonazis
03.09.2011 | 06:00 Uhr 2011-09-03T06:00:00+0200
DortmundMit einem gellenden Pfeifkonzert haben die Bewohner der Saarlandstraße gestern Abend einen Zug von rund 200 Neonazis empfangen. Die Polizei , die mit einem Großaufgebot präsent war, reagierte bei einer Teilblockade der Straße sehr besonnen, ließ die Gegendemonstranten sitzen und schirmte sie mit Beamten und Reitern gegen die Rechten ab.
Um 18 Uhr wurde die Saarlandstraße und wenig später auch die Ruhrallee wegen der Kundgebung und den Protesten gegen sie gesperrt. Es war eine Mischung aus Anspannung und Nachbarschaftstreff, die schon eine gute Stunde vor dem erwarteten Aufzug der Neonazis auf der Saarlandstraße und auf dem Sonnenplatz begann. In der warmen Abendsonne standen rund 400 Anwohner mit Antifaschisten jeden Alters auf beiden Seiten der Straße, um den Neonazis ein entsprechenden Empfang zu bereiten. 500 weitere trafen sich auf dem Sonnenplatz. Kinder malten mit Kreide auf die Fahrbahn „Nazis raus“.
Unter den Gegnern des rechten Aufzugs war unter anderem auch die Landtagsabgeordnete der Grünen, Daniela Schneckenburger. Sie erklärte: „Ich bin hier, weil ich den Aufzug der Neonazis unerträglich finde und die Demokratie verteidigen möchte.“ Schneckenburger weiter: „Die Stadt kann stolz sein, dass die Bürger für Toleranz und Meinungsfreiheit eintreten.“
Polizisten versperrten mit Fahrzeugen auch die Nebenstraßen der Saarlandstraße, als die ersten Fahnen der rechten Demo zu sehen waren. In einem günstigen Moment ließen sich Bürger nicht von der Fahrbahn drängen und setzten sich auf den Asphalt. Die Polizei tolerierte die Teilblockade und riegelte die Protestler mit Beamten und Pferden ab, als die Rechten vorbeizogen. Einen lautstarken Empfang bereiteten die Anwohner an der Ecke Dresdener Straße dem Nazi-Tross mit Trillerpfeifen. Mit obszönen Gesten wurde den 200 Rechten gezeigt, dass ihr Aufzug in Dortmund unerwünscht ist. Bürger beschwerten sich, dass sie nicht nach Hause durchgelassen wurden. Heute sind weit größere Auswirkungen durch Kundgebungen zu erwarten.
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