RWE strebt auch in diesen Turm
01.11.2009 | 23:45 Uhr 2009-11-01T23:45:00+0100
Die Spekulationen um den ersten Ankermieter für das erste großen Bürogebäude, das in Dortmund "spekualtiv" hochgezogen wird, der Westfalen-Tower, scheinen beendet. Zumindest für den ersten Ankermieter: Es soll die RWE Service GmbH sein, wie die WAZ erfuhr.
Der Westfalen-Tower nähert sich der Fertigstellung. Zum 25. November hat der Projektentwickler KPE (Wiesbaden) zum Richtfest des Bürokomplexes eingeladen, der neben dem Tower noch ein Atrium und ein Forum besitzt. Bei der Gelegenheit könnte als erster Ankermieter die RWE Service GmbH mitfeiern.
„Wir sind in entscheidenden Abschlussverhandlungen für 60 Prozent der Flächen,” erklärt Christian Deharde, KPE-Geschäftsführer, auf Anfrage. Zum Richtfest am 25. November möchte Deharde „ein oder zwei große Mieter” vorstellen. Dass darunter die RWE Service GmbH sein soll, wollte Deharde weder bestätigen noch kommentieren. Aber er schloss es nicht aus. Noch sei keine Tinte unter einem Vertrag trocken.
Die Frage, ob KPE mit der RWE denn verhandele, beantwortete Deharde ausweichend und zugleich vielsagend: „Wir unterhalten uns mit einigen Interessenten bereits über die konkrete Raumaufteilung der möglichen Mieträume.”
Die RWE Service GmbH - als Restgröße entstanden aus der aufgelösten RWE Systems AG – hat ihren Sitz in einem angemieteten Bürokomplex am Flamingoweg. Der Mietvertrag für dieses Haus endet Ende 2010. Mitte 2010 will KPE den Westfalen-Tower fertiggestellt haben. Da der Innenausbau der 22 Etagen des Büroturms - nach den Wünschen der Mieter - noch geleistet werden muss, könnte der Umzug termingenau realisiert werden.
Die RWE Service GmbH beschäftigt derzeit knapp 500 Mitarbeiter vor Ort und hat zudem etwa 150 Beschäftigte anderer RWE-Töchter im Haus. Als Platzbedarf für die Mitarbeiter schätzen Experten mindestens 8000 qm Bürofläche.
Gegenüber der WAZ erklärte ein Sprecher von RWE Service zum möglichen Umzug: „Wir prüfen gegenwärtig mehrere interne und externe Möglichkeiten. Sicher ist aber, dass wir in Dortmund bleiben.” Als Mieter nutzt die RWE in Dortmund den RWE-Tower am Bahnhof, der von Dreier Immobilien erbaut und vermietet wurde und der ebenfalls 22 Stockwerke misst. Rein theoretisch könnte die Firma Dreier einen zweiten Büroturm in Bahnhofsnähe durch die Überbauung der Parkplatzes zwischen Hauptbahnhof und Harenberg City-Center errichten und RWE zu Miete anbieten. Doch das ist bislang bestenfalls ein Denkmodell.
Die Firma Freundlieb, die den Westfalen-Tower für KPE hochzieht, könnte sich beim noch bevorstehenden Innenausbau über einen Folgeauftrag freuen: Auf rund 5,5 Mio Euro werden die Kosten für den Innenausbau des Büroturms geschätzt.
Daten zum Westfalentower:
Neben dem 22etagigen Tower entstehen das Atrium (4 Etagen) und das Forum (6 Etagen).
Etwa zwei Drittel der geplanten über 27 000 qm großen Büroflächen befinden sich im Tower.
Anfang 2008 war Baustart für den Westfalen-Tower-Komplex, der nach damaliger Planung rund 70 Mio Euro insgesamt kosten sollte.
14:07
Das erste spekulative Hochhaus-Projekt in Dortmund war das Ellipson Ende der 1990er Jahre.