RWE Energy AG in Dortmund wird zerlegt
25.02.2009 | 22:00 Uhr 2009-02-25T22:00:00+0100Dortmund. Der Energiekonzern RWE schließt den Hauptsitz der RWE Energy AG in Dortmund. Diese wird aufgeteilt, die RWE Westfalen-Weser-Ems und Rhein-Ruhr werden zusammengelegt. Die Mitarbeiter bezweifeln den Sinn der Maßnahmen. Immerhin beruhigt der Kündigungsschutz.
"Die Funktion der Zwischenholding RWE Energy AG entfällt." Kurz und knapp teilte die RWE AG nach der Sitzung ihres Aufsichtsrats am Dienstag mit, dass nun auch die RWE Energy AG mit Hauptsitz in Dortmund zerlegt wird. Zugleich wird die RWE Westfalen-Weser-Ems AG (WWE) mit der Essener RWE Rhein-Ruhr AG zusammengelegt zu einer neuen Vertriebsnetz- und Verteilgesellschaft.
Die Stimmung im Konzern ist schlecht
Damit dreht die RWE AG die Entwicklung wieder zurück: So wie vor der Fusion von RWE und VEW soll es starke Regionalgesellschaften geben. Die Mitarbeiter fragen sich - hinter vorgehaltener Hand - nach dem Sinn. Die Stimmung, so Informationen der WAZ, ist nicht nur in Dortmund schlecht. Nur der Kündigungsschutz, der im RWE-Konzern noch bis 2012 für alle Mitarbeiter vereinbart ist, beruhige, heißt es mit Kopfschütteln. Viele Mitarbeiter glauben jetzt, dass sie auf einem riesigen Verschiebebahnhof hin und her geschoben werden.
Außerdem fragen sich speziell die Beschäftigten der WWE AG, wie das neue Modell von Regional- und Ländergesellschaften funktionieren soll, wenn man in Deutschland nur zwei der sechs regionalen Einheiten, nämlich die WWE und die Rhein-Ruhr, zusammenfügt und die vier weiteren Gesellschaften im Land autonom bleiben.
Regionaleinheiten bald für Energieerzeugung zuständig
Nicht im Bestand angetastet wurde übrigens die RWE Power AG (Köln/Essen) beim Versuch, "die RWE schlanker, flexibler und schneller" zu organisieren. Sie bleibt eine Zwischenholding - muss aber viele Einheiten an die neuen Regionaleinheiten abgeben, denn die sollen künftig auch die Energieerzeugung wieder in die eigenen Hände bekommen. Die Details? Die müssen noch geklärt werden.
Wo landen die 450 Mitarbeiter der RWE Energy AG in Dortmund und die rund 22 000 Mitarbeiter bei deren Tochtergesellschaften in Deutschland und Europa? "Die Aufgaben der RWE Energy AG werden zum Teil den neuen Gesellschaften sowie auch der RWE AG zugeordnet", heißt es in der gestrigen Mitteilung des RWE-Konzerns dazu ganz generalisierend. Nicht sehr viele Mitarbeiter wird die geplante neue RWE-Gesellschaft für Energieeffizienz, die in Dortmund sitzen soll, haben. Rund 30 Mitarbeiter, so erste Schätzungen könnten dort arbeiten.
Aufsichtsrat entscheidet
Neuer Vorstandsvorsitzender der RWE AG und zuständig für das nationale Erzeugungs-, Verteilnetz- und Vertriebsgeschäft wird übrigens Rolf-Martin Schmitz (51). Knut Zschiedrich, noch-Vorstand bei der RWE Energy AG, war eine Zeitlang als Kandidat für solch eine Position gehandelt worden.
Am Mittwoch tagt der Aufsichtsrat der RWE Energy AG, um die Änderungen abzunicken.
17:15
Wer glaubte, daß nach der Übernahme der VEW durch die RWE Versprechungen der RWE wichtige Firmenteile und Arbeitsplätze in Dortmund zu halten langfristig wirken würden, der dürfte auch glauben, das der Osterhase das uneheliche Kind von Weihnachtsmann und Christkind wäre.
Natürlich ist es ein Teilrückzug auf Raten. Aber die Tendenz ist klar erkennbar.