Ruhrtriennale findet ohne Dortmund statt

Wenn am 14. August die Ruhrtriennale beginnt, ist Dortmund nicht dabei. Schon wieder. Dabei hätte Dortmund einige Industrie-Orte anzubieten, die den Theaterstücken und Konzerten der Triennale einen würdigen Rahmen bieten könnten. Warum Dortmund nicht dabei ist, erklären wir an dieser Stelle.

Dortmund.. Das sieht der Leiter des Festivals, Johan Simons, anders. Keine der altehrwürdigen Hallen der Zechen und Kokereien der Stadt war für sein Programm die richtige. Auf der schicken Festival-Landkarte mit allen Spielorten ist Dortmund nicht mal mehr als Stadt verzeichnet, der rechte Kartenrand verläuft knapp östlich von Deusen, Dorstfeld und Hombruch.

"Wir versuchen weiterhin, Dortmund in den Kreis der Spielstätten aufzunehmen", teilte gestern die Ruhrtriennale-Sprecherin Dijana Tanasic auf Anfrage mit. Johan Simons sei "sehr daran gelegen, weitere Spielorte im Ruhrgebiet einzubeziehen".

Größer als alle anderen Städte

Wie zum Beispiel Dinslaken, das in diesem Jahr neu dabei ist. Die Größe unserer Stadt spricht für eine Teilnahme: Dortmund hat rund 580.000 Einwohner, mehr als die größte Stadt des Festivals - Essen mit 570.827 - und weit mehr als die teilnehmenden Städte Dinslaken, Gladbeck, Mülheim und Oberhausen zusammen (516.956).

Doch die Entscheidungen würden nicht nach Standortgröße getroffen, teilt Sprecherin Tanasic mit: Da ein Spielort immer "auch Inspirations- und Auseinandersetzungsort der Künstler ist". Alle drei Jahre wechselt die Intendanz der Ruhrtriennale. Simons’ Vorgänger, Heiner Goebbels, sagte 2012, Zeche Zollern und Kokerei Hansa seien attraktive Spielorte.

Dortmund sei bemüht

Das hat 2013 geklappt, mit einem Konzert des Chorwerks Ruhr auf Zeche Zollern. Davor viele Jahre lang gar nicht. Die Stadt bemühe sich, versichert Stadtdirektor Jörg Stüdemann: "Wir tragen jeder Intendanz geeignete Spielorte an." Immer wieder habe die Stadt Zollern und Hansa vorgeschlagen. Doch: "Die Maschinenhalle der Zeche Zollern ist überakustisch für Konzerte mit Orchester und Chor", sagt Sprecherin Tanasic.

Und die Kokerei werde ja aktuell noch saniert. Die beiden Hallen auf Phoenix-West, die schon einige Male von Theatern bespielt wurden, fallen leider auch raus: Sie gehören nicht der Stadt, sondern der Landesgesellschaft NRW Urban, die die eine Halle bereits verkauft hat und die andere bald verkaufen will.

Zeche Hansemann in Mengede ist für Theater zu schmal und zu licht. Wichtig ist auch, dass ein Spielort dauerhaft zur Verfügung stehen muss, denn für eine einmalige Nutzung ist der Einbau der nötigen Brandschutz- und anderer Maßnahmen für das Festival zu teuer.