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30 Standorte betroffen

Rückwärtsfahr-Verbot für Müllwagen: Container müssen verlegt werden

06.01.2016 | 11:28 Uhr
Ein Altglas-Container in Dortmund - 30 Standorte müssen nun wegen einer alten Verpflichtung verlegt werden.
Ein Altglas-Container in Dortmund - 30 Standorte müssen nun wegen einer alten Verpflichtung verlegt werden.Foto: Archivfoto: Peter Bandermann

Dortmund.  Der Weg zum Altglascontainer wird sich für einige Dortmunder demnächst ändern: Über 30 der 572 sogenannten Depotcontainerstandorte der EDG werden verlegt. Grund dafür ist ein Rückwährtsfahr-Verbot für Müllwagen - das auch Auswirkungen auf die normale Müllabfuhr haben könnte.

Der Grund: Eine seit 1979 bestehende Verpflichtung der zuständigen Unfallkasse NRW, mit Müllfahrzeugen auf keinen Fall rückwärts zu fahren, soll 2016 auch technisch umgesetzt sein. Das heißt: Die Sammel-Container werden so aufgestellt, dass die lediglich mit einem Fahrer besetzten Leerungsfahrzeuge bei ihren Sammelfahrten überhaupt nicht mehr rückwärts fahren müssen.

Laut der EDG gehe diese Standortversetzung zurück auf ein Schreiben der Unfallkasse NRW, die im vergangenen Jahr noch einmal auf die schon lange bestehende Verpflichtung hingewiesen habe. Daraufhin habe in Abstimmung mit den jeweiligen Bezirksvertretungen die Überprüfung der 572 Standorte begonnen. Ergebnis: Sechs Prozent müssen umgesetzt werden.

Laut Unfallkasse existiert die Unfallverhütungsvorschrift (DGUV Vorschrift 44) seit 1979. In ihr heißt es: "Müll darf nur abgeholt werden, wenn die Zufahrt zu Müllstandplätzen so angelegt ist, dass ein Rückwärtsfahren nicht erforderlich ist" (§ 16 Nr. 1). Die Beachtung dieser Unfallverhütungsvorschrift sei eine Verpflichtung für die Entsorgungsunternehmen.

Was wiederum auch für die "regulären" Hausmüllfahrzeuge der EDG gilt. Die fahren mit einer größeren Besatzung. So war es möglich, dass einer der EDG-Mitarbeiter den Fahrer beim Rückwärtsfahren einweisen konnte. Doch auch das soll geändert werden.

Laut EDG würden derzeit alle Dortmunder Straßen überprüft, ob in ihnen Müllfahrzeuge mit einem Einweiser relativ gefahrlos rückwärts fahren können. Wie lange diese Überprüfung noch brauche, sei unklar. Sollten sich dabei zum Beispiel kleine Sackgassen als zu unfallträchtig herausstellen, müssten andere Lösungen gefunden werden.

Die könnten so aussehen, dass Mülltonnen zur nächst größeren Straße gebracht werden müssten oder von den EDG-Mitarbeitern geholt würden. Allerdings würden, so die EDG, bei Wegen, die länger als 15 Meter seien, weitere Kosten anfallen. Laut Unfallkasse könnten auch kleinere Fahrzeuge eine Lösung sein.

Die Rechtssprechung, so die Unfallkasse, sei eindeutig und stelle den Schutz der Beschäftigten der Abfallsammelbetriebe in den Vordergrund. In Westfalen-Lippe seien 2008/2009 insgesamt 30 Beschäftigte von rückwärtsfahrenden Müllfahrzeugen angefahren worden.

Tobias Großekemper

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Rückwärtsfahr-Verbot für Müllwagen: Container müssen verlegt werden
Rückwärtsfahr-Verbot für Müllwagen: Container müssen verlegt werden
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2016-01-06 11:28
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