Rückblick, Feier - und ein gehöriger Rüffel für die FDP
13.01.2009 | 19:58 Uhr 2009-01-13T19:58:26+0100Eigentlich war der JahresEinstieg der Gewerkschaft Verdi gestern Abend im RWE-Tower eher als Verabschiedung für den scheidenden Bezirks-Geschäftsführer Uli Dettmann und als Begrüßung für seinen Nachfolger Michael Bürger gedacht. ...
... Es wurde dann doch politischer als gedacht. Wie zu Beginn eines jeden Jahres hatte Verdi Verantwortliche aus der Politik, den Verwaltungen, Unternehmen, Verbänden sowie Mitarbeitervertretungen geladen. Vorsitzender Rudi Gaidosch begrüßte die Gäste - unter ihnen auch OB Langemeyer und Regierungspräsident Helmut Diegel - beide, die sich in der Vergangenheit nicht gerade mit Freundlichkeit begenet sind, standen gestern einmütig nebeneinander.
Gaidosch dankte Dettmann für dessen langjährige Arbeit. Der neue stellv. Landesbezirksleiter nutzte seine Abschiedsrede, um sich noch einmal für den Erhalt des Klinikums in seiner jetzigen Trägerschaft stark zu machen. Er freue sich, dass mit dem Geld, das aus dem Berliner Konjunkturpaket nach Dortmund fließt, der größte Investitionsstau beseitigt werden könne. Ein Großteil des Gel-des sollte indes ins Bildungswesen fließen. Mit Blick auf die geplante Gründung einer Privatschule aber sagte er: "Elitäre Bildung sollten die finanzieren, die das wollen."
Bürger sagte, er spüre die Verantwortung, den Dortmunder Verdi-Bezirk, der mit 44 000 Mitgliedern der fünft-größte in Deutschland sei, weiter auszubauen. Schwer ins Gericht ging er mit der von der FDP-Fraktionschefin Littmann geäußerten Kritik an OB-Kandidat Sieraus Aussage, er werde im Fall seiner Wahl für die kommenden fünf Jahre auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten - dies sei eine Privilegierung.
"Wer so etwas sagt, hat manches nicht verstanden - zum Beispiel, dass solche Zusagen Bestandteil zahlreicher Vereinbarungen in Unternehmen und im öffentlichen Dienst sind. Über dieses Thema sollte man nicht unbedacht herreden." (dib)
22:09
Herr Bürger sollte mal realisieren, dass solche Vereinbarungen nicht per Wahlkampf-Versprechen, sondern durch langwierige Verhandlungen mit den Arbeitnehmern zustande kommen und diesen dann häufig Lohnverzicht und andere Opfer abverlangen.
Das Denken fängt halt nicht erst beim Herziehen über den politischen Gegner an.