Rollstuhlfahrerin konnte auf der Osterkirmes nicht aufs Klo

Sie solle zu Hause aufs Klo gehen, musste sich eine 52 Jahre alte Wittenerin an einem Imbiss-Stand auf der Dortmunder Osterkirmes anhören. Die Frau ist halbseitig gelähmt, sitzt im Rollstuhl und hatte nach einer Behinderten-Toilette gefragt. Wir haben mit den Organisatoren der Kirmes über diesen Vorfall gesprochen.

Dortmund.. Der Fall wirft viele Fragen auf an den Vorsitzenden des Veranstalters der Kirmes, des Schaustellervereins Rote Erde. Wir haben mit Patrick Arens gesprochen.

Warum gibt es kein Behinderten-WC auf dem Festplatz an der Eberstraße?

Weil wir schlicht nicht daran gedacht haben. Bis vor zwei Jahren war dort ein festinstalliertes WC, das aber demontiert wurde. Der Platz ist außerhalb von Kirmesveranstaltungen nicht mehr stark frequentiert.

Soll es künftig ein rollstuhlgerechtes WC bei der Osterkirmes geben?

Auf jeden Fall. Wir werden die gleichen Toiletten-Container wie auf dem Weihnachtsmarkt aufstellen. Dort gibt s eine Behinderten-Toilette.

Wie kommt ein Standbesitzer dazu, der Frau so eine unverschämte Antwort zu geben?

Wenn es wirklich so war, hat der Mann sicher falsch reagiert. Auf dem Platz stehen 100 eigene Unternehmer. Die hat man nicht alle rundum im Blick.

Was haben die Schausteller der Frau nach dem Vorfall gesagt?

Wir haben uns bei ihr entschuldigt und sie zu einem kostenlosen Bummel über die Kirmes eingeladen. Es war unser Fehler, nicht an das Aufstellen der Toilette zu denken. Erst die Beschwerde der Frau hat uns daran erinnert.