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Rockmusik mit viel Biss

22.01.2013 | 00:13 Uhr

So eine Band kann nur aus dem amerikanischen Süden stammen, denn nur dort können Blues, Soul, Funk, Country und Rock zu so einer homogenen Einheit verschmelzen. Tatsächlich stammen JJ Grey & Mofro aus Jacksonville in Florida und ist die Band, die im Augenblick neben der Trucks Tedeschi Band als der „heißeste Scheiß“ in Sachen amerikanischer Roots-Musik gilt. Nach ihrem bejubelten Deutschlanddebüt im letzten Jahr spielt die Band um Sänger John Grey am 17. Mai im FZW.

Relaxed und sexy

Wenn JJ Grey und seine Band Mofro aufspielen, spürt man förmlich das Klima der Everglades, der Sümpfe Floridas. Das Wasser steht, die Luft ist heiß und stickig, der Schweiß rinnt. Spannung liegt in der Luft, denn jederzeit könnte sich eine Baumnatter aus den mit Moos behangenen Bäumen in dein Boot fallen lassen. Irgendwie so klingt auch die Musik von JJ Grey und seiner sechsköpfigen Band Mofro.

Trotz aller Spannung und Dynamik ist der Sound dabei extrem relaxed und sexy. Selbst dann, wenn Sänger John Grey Higginbotham, kurz JJ, mit Raspelstimme ins Mikrofon bellt, so als wäre er ein Köter, der seine Hütte in den Swamps gegen die Alligatoren verteidigen müsste. Rockmusik mit Biss, entspannten Laid-Back-Blues, erotischen Soul und zündenden Funk, eine Portion Country und ’ne Prise Jazz; JJ macht sich alles zu eigen und kreiert seinen eigenen Sound. Wer das Glück hatte, die Band live zu sehen, assoziiert das Sextett mit Swamp-Rockern wie Creedence Clearwater Revival und Tony Joe White, aber auch Soulshouter wie Otis Redding oder Funkateer Sly Stonem haben hier Pate gestanden. Southern Rocker wie die Allman Brothers oder Lynyrd Skynyrd, die ebenfalls aus Jacksonville stammen, haben natürlich auch ihre Spuren im Sound von Mofro hinterlassen. Hinter Grey steht eine kompakt aufspielende Band mit Drummer Anthony Cole als Herzstück. Aus einem minimalistischen Drumkit zaubert er, ganz in der Manier früher Swingdrummer wie Chick Webb oder Gene Krupa, die höllischsten Grooves, die man sich denken kann. Sechs Alben gibt es bislang von der Band. Alle mit dem Prädikat: Hörenswert. Und Live ist die Band ein absolutes Muss!

Uwe Meyer



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