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Reinoldikirche soll eine neue Orgel bekommen

03.07.2008 | 19:07 Uhr

Durchstarten heißt es für die Stadtkirche St. Reinoldi. Eine neue Orgel ist vorgesehen, nachdem Gelsenkirchen die eingelagerte historische Walcker-Orgel nicht nach Dortmund verkaufen will (wir berichteten).

Kantor Klaus Müller vor der Walcker-Orgel in der Reinoldikirche. Eine neue "Königin der Instrumente" muss her. (Bild: Alex Völkel)

Eine millionenschwere Investition muss die Stadtkirche schultern. Mit einer Realisierung wird - wenn überhaupt - erst nach 2012 zu rechnen sein. Einmal weil das erforderliche Geld fehlt, zum anderen haben Orgelbauer lange Lieferzeiten. Auch die Gelsenkirchener Orgel hätte bei einem geglückten Kauf nicht eher in der Reinoldikirche klingen können, betonte gestern Kantor Klaus Müller.

Kreiskantor Wolfgang Meier-Barth und Stadtkirchen-pfarrer Michael Küstermann sehen eher positiv in die Zukunft. Nun bestehe die Möglichkeit, "etwas ganz neues für den besonderen mittelalterlichen Klangraum zu schaffen". Gemeinsam mit Paul-Gerhard Stamm, Superintendent des zuständigen Kirchenkreises Dortmund-Mitte-Nordost (Domino), seien der Kreativität "weit weniger Grenzen gesetzt als beim historischen Instrument aus Gelsenkirchen".

Der Einbau der Hans-Sachs-Haus-Orgel hätte die Reinoldikirche schon vor schwierige bauliche Probleme gestellt. Das monumentale Instrument hätte viel mehr Platz benötigt. Allein die Umbauarbeiten für eine größere Empore hätten mehr als eine halbe Million Euro verschlungen.

Ein Kenner des Orgelbaus, wie Manfred Schwarz, Orgelsachverständiger der Evangelischen Kirche von Westfalen, bedauert, dass Gelsenkirchen das 200 000-Euro-Angebot aus Dortmund abgelehnt habe. Schwarz geht davon aus, dass das für fast eine Million Euro renovierte Instrument mangels geeignetem Aufstellort noch einige Jahre in Kisten eingelagert bleibe. Für die Walcker-Orgel gibt es in Gelsenkirchen keinen Platz.

Bei Anschaffung einer neuen Orgel für die Reinoldikirche wären bauliche Veränderung nicht nötig. Nach dem Wunsch von Kantor Klaus Müller soll das künftige Instrument eine Brücke zur 1944 zerstörten, hoch gerühmten Orgel aus der Ära von Gerard Bunk schlagen und "romantisch klingen".

Jetzt geht es darum, Sponsoren für eine neue Orgel zu finden. Bei der Suche wird viel Kreativität gefragt sein.

Von Joachim vom Brocke

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