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Neonazis bedrohen Dortmunder Journalisten mit Todesanzeigen

04.02.2015 | 18:43 Uhr
Neonazis bedrohen Dortmunder Journalisten mit Todesanzeigen
Seit Jahren gilt Dortmund als Zentrum der rechtsradikalen Szene in NRW. Spätestens seit die Partei "Die Rechte" im Frühjahr einen Sitz im Dortmunder Rat erhielt, steht sie bundesweit im Fokus.Foto: dpa

Dortmund.   Unbekannte verbreiteten falsche Todesanzeigen von Journalisten über das Internet. Polizei spricht von Taktik, eine Atmosphäre der Angst zu schüren.

Die eigene Todesanzeige zu lesen, muss ein Schock sein. Noch dazu eine, die mit dem Satz eingeleitet wird: „Wir freuen uns mitteilen zu können das P... bald von uns geht“ (Originaltext).

Acht Dortmunder konnten sich in diesen Tagen so oder ähnlich im sozialen Netzwerk Facebook verabschiedet sehen. Was ihnen allen gemein ist: Sie haben als Journalisten über die rechtsradikale Szene der Stadt berichtet, oder sind politisch gegen sie aktiv.

Zwei von ihnen erstatteten Strafanzeige, nun ermittelt die Dortmunder Staatsanwaltschaft . „Wir prüfen die Straftatbestände Bedrohung und Beleidigung. Doch die Frage ist, ob da tatsächlich jemandem mit einem direkt gegen ihn gerichtetem Verbrechen gedroht wird“, erklärt Oberstaatsanwältin Barbara Vogelsang.

Kommentar
Braunes Machtstreben - Dortmund muss sich wehren

Wer über die rechte Szene berichtet, wird bedroht. Neonazis versuchen, Journalisten einzuschüchtern. Dortmund muss sich wehren. Ein Kommentar.

Dortmunds Polizeisprecher Kim Freigang bewertet die Anzeigen jedenfalls als ein Zeichen für eine zunehmende Radikalisierung der Szene : „Sie gleicht sich in Taktik und Strategien ihren Vorbildern aus den 30er-Jahren an. Sie wollen eine Atmosphäre der Angst und der Einschüchterung erzeugen, was wir zu durchkreuzen versuchen.“

Hakenkreuze am Haus

Robert Rutkowski ist einer derjenigen, die an diesem Montag um 17.30 Uhr eine Twitter-Nachricht erhielten, die auf die Anzeigen bei Facebook hinwies. „Schon im Juni bekam ich einen ersten Tweet: ,Schade, dass Sie nicht verreckt sind!’“, sagt Rutkowski.

Später wurde seine Hauswand mit Hakenkreuzen besprüht, und nun diese Drohung auf der inzwischen gesperrten Facebook-Seite „Jagd Eröffnet Jetzt“.

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Wie Neonazis in Dortmund versuchen, Gegner einzuschüchtern

Der Dortmunder Robert Rutkowski wird von Neonazis bedroht. Im Interview erzählt er, wie sein Umfeld auf Todesanzeigen und Hakenkreuze reagiert.

„Als Blogger stehe ich in der Öffentlichkeit und bin ein leichtes Ziel. Aber ich lasse mich von diesen Drohungen nicht beeindrucken“, sagt der 52-Jährige, der für zwei Dortmunder Landtagsabgeordnete der Piratenpartei arbeitet.

Dennoch, auch Rutkowskis Leben hat sich verändert. „Wenn ich unterwegs bin und Schritte hinter mir höre, drehe ich mich um. An Orten wie am Hauptbahnhof beobachte ich genau meine Umgebung“, sagt der Aktivist.

Die Frage, ob die von den Rechtsradikalen Bedrohten Polizeischutz erhalten, beantwortete Kim Freigang folgendermaßen: „Wir stehen an deren Seite.“

Dortmund als Zentrum der Neonazis

Seit Jahren gilt Dortmund als Zentrum der rechtsradikalen Szene in NRW. Spätestens seit die Partei „Die Rechte“ im Frühjahr einen Sitz im Dortmunder Rat erhielt, steht sie bundesweit im Fokus.

Ihr harter Kern besteht aus etwa zwei Dutzend Leuten, darum scharen sich viele Mitläufer und Sympathisanten. Zudem sind sie in der Lage, bundesweit schnell zu mobilisieren.

Bereits 2012 waren 100 Neonazis zu den Wohnungen von OB Ullrich Sierau (SPD), Sozialminister Guntram Schneider (SPD) und der Günen-Politikerin Daniela Schneckenburger gezogen.

Polizeisprecher Freigang: „Solche Aktionen hinterlassen Eindruck. Der eine wird eingeschüchtert, der andere fühlt sich eher angespornt.“

Hayke Lanwert

Kommentare
06.02.2015
10:28
Verhältnis der Ruhrbarone zu Gewalt
von Stimme-der-Schwachen | #15

Erhellend über das eigene Verhältnis der Ruhrbarone zu Gewalt und Gesetzen ist der folgende...
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4 Antworten
Neonazis bedrohen Dortmunder Journalisten mit Todesanzeigen
von Stadewaeldchen | #15-1

Und das soll Morddrohungen rechtfertigen? Meinen Sie das im Ernst?

Neonazis bedrohen Dortmunder Journalisten mit Todesanzeigen
von Moderation | #15-2

Ich sehe das wie Stadewaeldchen. Bitte verfassen Sie Kommentare mit Bezug zum Thema.

Neonazis bedrohen Dortmunder Journalisten mit Todesanzeigen
von KuKu | #15-3

Ihr Kommentar erhellt Ihr Verhältnis zu Aktionen der Neonazis. Im übrigen steht in dem Artikel der WAZ nichts über die Berichterstattung der Ruhrbarone, d. h. Sie haben durchaus auch die weitere Berichterstattung verfolgt, darum erwähnen Sie die Ruhrbarone auch. Was Sie aber nicht erwähnen, dass auch andere Journalisten bedroht werden. Aus diesen Umständen schließe ich: 1. Sie verteidigen die Aktionen der Neonazis und 2. Sie gehören selbst dazu?

Neonazis bedrohen Dortmunder Journalisten mit Todesanzeigen
von MrVisconti | #15-4

"Stimme der Schwachen" oder doch vielleicht eher die Stimme eines Schwachsinnigen?

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Neonazis bedrohen Dortmunder Journalisten mit Todesanzeigen
Neonazis bedrohen Dortmunder Journalisten mit Todesanzeigen
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2015-02-04 18:43
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