Rechte Propaganda einfach weggeputzt
19.03.2010 | 18:03 Uhr 2010-03-19T18:03:00+0100
Dortmund. Zum Frühjahrsputz in Dorstfeld hatte gestern das „Bündnis gegen Rechts” aufgerufen. Wie im vergangenen Jahr hatten sich gut 100 Menschen zusammengefunden, um U-Bahn- und Bushaltestellen, Laternenpfähle und andere öffentliche Flächen von Propaganda-Aufklebern der Neo-Nazis zu befreien.
Treffpunkt war die U-Bahnstation Heinrichstraße. Über die Rheinische Straße, den Wilhelmplatz ging es dann zum S-Bahnhof Dorstfeld. Unterwegs gab es friedliche Zwischenkundgebungen, bei denen die Organisatoren auf die Problematik hinwiesen, die die Stadt mit Rechtsextremen hat. Der Zug konnte jedoch nicht, wie geplant, um 15 Uhr starten, da die Polizei, die den Frühjahrsputz begleitete, einen anonymen Hinweis auf Sprengstoff entlang der Strecke erhalten hatte. „Wir haben das mit Sprengstoffspürhunden überprüft, aber nichts dergleichen gefunden”, so Polizeisprecher Wolfgang Wieland.
Massenblockade am 4. September geplant
Da auch in diesem Jahr in Dortmund mit einem Aufmarsch Autonomer Nationalisten am 4. September zu rechnen sei, hat das Bündnis „Dortmund stellt sich quer” bereits jetzt zu Massenblockaden aufgerufen. „Anknüpfend an die Verhinderung des neofaschistischen Großaufmarsches am 13. Februar in Dresden, wollen wir den Aufmarsch der Nazis mittels Blockaden stoppen. Wie bereits bei den erfolgreichen Blockaden in Dresden oder denen gegen den „Anti-Islamisierungskongress” der rechtsextremen Partei „PRO NRW” 2008 in Köln, wird von unseren Blockaden keine Eskalation ausgehen”, heißt es in dem Schreiben, für das Prof. Wolfgang Richter und Peter Neuhaus verantwortlich zeichnen. Der Aufruf des Bündnisses wird unter anderem vom Liedermacher Konstantin Wecker und dem Linksparteipolitiker Hans Modrow unterstützt.
Auch bei Dortmunds Kreativschmiede und Textillabel „4600” im Schatten des Bodelschwingher Schlosses haben sich die Verantwortlichen mit dem Problem Rechtsradikalismus auseinandergesetzt. Dabei herausgekommen ist das, was sie am besten können: ein T-Shirt. „Wir sind eine weltoffene Stadt und schätzen die bunte Mischung der Kulturen, die an jeder Straßenecke hervorblinkt. Das wollen wir mit diesen Shirts zum Ausdruck bringen”, sagt Inhaber Sascha Hoffmann. Damit auch wirklich viele Menschen mit dem Slogan „Für Dortmund. Gegen Nazis” herumlaufen, hat das Unternehmen den Preis bei 11,11 Euro angesetzt. Erhältlich sind die Shirts unter www.4600dortmund.de.
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