Razzia gegen Einbrecher-Banden in der Dortmunder Nordstadt

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Was wir bereits wissen
Mit einer Großrazzia ist die Dortmunder Polizei am Dienstag gegen Wohnungseinbrecher-Banden vorgegangen. Hintergrund der Aktionen im gesamten Ruhrgebiet war die deutlich gestiegene Zahl der Einbrüche. Jetzt zieht die Polizei Bilanz.

Dortmund-Nordstadt.. Um Punkt 8 Uhr startete auch in Dortmund eine landesweite Aktion gegen Wohnungseinbrecher. Unterstützt von Beamten der Einsatzhundertschaft schlug die Polizei bis etwa 10.30 Uhr an verschiedenen Orten in der Nordstadt zu. Im Visier: Wohnhäuser, Pfandleiher und Hostels. Allein in Dortmund waren 60 Beamte im Einsatz — 61 Personen wurden überprüft. Es gab zwei Festnahmen. Unterstützt wurden die Beamten durch Mitarbeiter der Stadt, u.a. des Jugend- und Ordnungsamtes.

Am Burgwall fiel den Beamten ein 52-Jähriger Mann auf, der sich verdächtig benahm. Bei seiner Überprüfung fand die Polizei in den Hosentaschen über 3500 Euro, deren Herkunft bis jetzt unklar ist. Auch die falschen Personalienangaben des Serben, der zunächst behauptet hatte Bulgare zu sein, führten zu seiner Festnahme. Ebenfalls am Burgwall stellten Kriminalbeamte ein 20-teiliges Silberbesteck sicher, das nach bisherigen Feststellungen aus einem Einbruch in Arnsberg stammt.

Zudem schlug die Polizei bei ihrer Razzia in der Nordstadt auch in der Flensburger Straße 15 zu. Beamten riegelten den Eingang ab, sicherten den Hinterhof. Bei dem Haus handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus, in dem sechs Mietparteien wohnen könnten. Beim Blick ins Melderegister stellten die Behörden fest: Hier sind rund 100 Menschen gemeldet. Und so wurden die dort angetroffenen Personen überprüft, Wohnungen und Hinterhof durchsucht. Ein 46-jähriger Rumäne wurde festgenommen, da er per Haftbefehl gesucht wurde. Im Hinterhof das Bild, das sich in vielen anderen Häusern der Nordstadt zeigt: Müll und Gerümpel stapelten sich, dazwischen Trockenständer mit Wäsche. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes, die an der Aktion beteiligt waren, hätten das "Problemhaus" ohnehin in den nächsten Tagen kontrolliert — Hinweise auf Kindeswohlgefährdung habe es aber bei den fünf Kindern im Haus nicht gegeben.

Empörung bei den Betreibern von zwei Hostels, die es laut Polizei mit den Meldebescheinigungen nicht so genau nehmen. Auch hier wurden die Gäste geweckt und Zimmer durchsucht. Im Visier der Polizei zudem zwei Pfandleiher. Auch hier fanden Durchsuchungen statt.

Zahl der Wohnungseinbrüche in Dortmund stark gestiegen

Hintergrund der Aktion: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im Ruhrgebiet stark gestiegen – die Aufklärungsquote aber ist rückläufig. Im ersten Halbjahr 2012 wurden 12% mehr Einbrüche gemeldet, aber nur 11% aller Fälle wurden geklärt. Für Dortmund bedeutet das: 2011 wurden 2695 Einbrüche erfasst. 2010 waren es „nur“ 2381 – also 13% weniger. Dabei fielen 1800 Taten (66%) auf die dunkle Jahreszeit. Bis Juli 2012 wurden bereits 1716 Einbrüche angezeigt, 89 mehr als im Vorjahreszeitraum. Aufgeklärt wurden weniger als 10%.

An der Aktion waren die Kreispolizeibehörden Dortmund, Duisburg, Ennepe-Ruhr-Kreis, Essen, Gelsenkirchen, Mettmann, Oberhausen, Recklinghausen, Wesel und Bochum beteiligt. Zusätzlicher Service der Dortmunder Polizei: Den ganzen Tag über stehen Beamte in der Thier-Galerie am Westenhellweg interessierten Bürger für Fragen bereit – etwa über technische Sicherungsmöglichkeiten gegen Wohnungseinbrüche und sicherheitsbewusstes Verhalten.