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Blitzkritik

Ray Chen hat Publikum im Konzerthaus im Sturm erobert

19.02.2013 | 22:37 Uhr
Der 23 Jahre junge Geiger Ray Chen hat ein fantastisches Debüt als "Junger Wilder" im Konzerthaus gegeben.
Der 23 Jahre junge Geiger Ray Chen hat ein fantastisches Debüt als "Junger Wilder" im Konzerthaus gegeben.Foto: Dunlop
Der 23 Jahre junge Geiger Ray Chen hat ein fantastisches Debüt als "Junger Wilder" im Konzerthaus gegeben.
Der 23 Jahre junge Geiger Ray Chen hat ein fantastisches Debüt als "Junger Wilder" im Konzerthaus gegeben.

Dortmund.  Im Sturm hat der junge Geiger Ray Chen das Publikum bei seinem Debütkonzert als Junger Wilder am Dienstag im Konzerthaus Dortmund erobert. Unsere Blitzkritik.

Mit hochvirtuosen Werken, technisch makellos und bravourös wie von einer CD gespielt, brillierte der taiwanesisch-australische Jung-Star. Und der 23-Jährige präsentierte sich auch als ein reifer, ernsthaft über Musik nachdenkender Künstler.

Ray Chen pur gab es zu Beginn mit Bachs dritter Solo-Partita, silbrig und elegant gespielt. Auch durch Eugne Ysayes zweite Solosonate tänzelte der Wahlamerikaner auf seiner Sechs-Millionen-Dollar-Stradivari mit einer Leichtigkeit und lässigen Eleganz wie ein Fred Astaire der Geiger. Rasant und beeindruckend waren die Bravourstücke von Saint-Saints und die zweite Zugabe, eine Tarantella von Sarasate.

So hat es uns gefallen:

Ray Chen spielt fast immer mit einem Lächeln - und das hörte man auch. So viel Leichtigkeit und Eleganz können nur wenige Geiger der Musik einimpfen. Das ist fantastisch. Und technisch ist der 23-Jährige absolut immun gegenüber jeglichen Schwierigkeiten. Das war sehr beeindruckend.

Aber Ray Chen ist auch ein Virtuose mit Herz, viel Gefühl und großem Verstand. In der Csar-Franck-Sonate hörte man, wie tief er eintauchen kann in romantische Klänge und Stimmungen differenziert. Das trat Pianist Julien Quentin fast schon zu sehr in den Hintergrund.

Ray Chen denkt sich Geschichten zu der Musik aus. Im Programmheft konnte man die nachlesen. Und im Konzert konnte man sie hören. Diesen Geiger muss man einfach mögen.


So hat es dem Publikum gefallen:

Christel Prophet: "Das war genial. Gleich morgen kaufe ich mir eine CD von ihm.Das ist ein kleiner Paganini."

Anita Bökler, Leiterin der Brüder-Grimm-Grundschule, in der Ray Chen vor seinem Konzert zu Gast war:
"Ein sehr schönes Konzert. Und es hat sich alles bestätigt, was wir heute schon in der Schule von ihm erlebt haben. Das ist ein toller Musiker, auch menschlich."

Lena Kallenbach (9 Jahre), Brüder-Grimm-Schule in Hombruch:
"Das war sehr gut, ich spiele auch seit zwei Jahren Geige. Am meisten hat mich beeindruckt, dass er so schnell spielen kann und dass er sich so viele Lieder auswendig merken kann. Man merkt, dass er seine Arbeit mag und gerne Geige spielt. Der spielt mit richtig viel Gefühl."

Von Julia Gaß

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