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Rauchen verursacht jeden dritten Krebs

20.02.2012 | 14:54 Uhr
Rauchen verursacht jeden dritten Krebs
Foto: dapd

Dortmund.   Am 14. März fragen wir: „Wie schädlich ist Rauchen wirklich?“ bei „Live-Medizin“, diesmal im Knappschaftskrankenhaus Brackel. Lungenkrebs ist dabei nur einer der möglichen bösartigen Tumore.

Sieben Wochen sind im neuen Jahr schon wieder vorbei. Und die guten Versätze womöglich schon wieder Schall und Rauch. Vielleicht kommt da das Thema der nächsten „Live-Medizin“ mit einem Angebot zum Rauch-Entwöhnkurs genau rechtzeitig.

Am 14. März fragen wir: „Wie schädlich ist Rauchen wirklich?“ bei „Live-Medizin“, diesmal im Knappschaftskrankenhaus Brackel.

Täglich werden in Deutschland etwa 229 Millionen Zigaretten, 11 Millionen Zigarren und Zigarillos sowie 70 Tonnen Tabakfeinschnitt geraucht. Damit sind erhebliche Gesundheitsrisiken verbunden. „Mit dem Konsum von Tabakprodukten“, sagt Dr. Kelbel, Pneumologe und Internist am Knappschaftskrankenhaus Dortmund, „werden einige hundert Stoffe inhaliert, die sich negativ auf die Gesundheit des Rauchers und seine Umgebung auswirken.“

Lungenkrebs ist dabei nur einer der bösartigen Tumore.

Lungenkrebsrisiko gestiegen

Aber nicht nur Atemwege, Kehlkopf, Verdauungsorgane sowie Herz und Kreislauf werden durch das Rauchen gefährdet. Selbst bösartige Nieren- und Blasenneuerkrankungen lassen sich auf das Rauchen zurückführen. Krebs ist ein Thema, das Raucher besonders betrifft. Insbesondere das Risiko, durch Rauchen an Lungenkrebs zu erkranken, ist nochmals gestiegen. Vermutlich sind Veränderungen im „Zigarettendesign“ die Ursache, fanden amerikanische Forscher heraus .

Etwa jeder dritte Todesfall durch Krebs ist auf das Rauchen zurückzuführen. Viel mehr Raucher sterben jedoch noch an Herz- und Kreislauferkrankungen.

Dr. Simon Wang, Oberarzt der Klinik für Pneumologie am Knappschaftskrankenhaus, erklärt, dass es aber nicht einfach ist, mit dem Rauchen aufzuhören, „weil inhaliertes Nikotin im Gehirn zunächst ein Gefühl von Anregung und Stimulation auslöst. Größere Mengen Nikotin sorgen für einen entspannenden Effekt.“

Schnell entsteht die Nikotinsucht. Beim Inhalieren wird Nikotin über die Lungenbläschen direkt vom Blut aufgenommen. Als einer von wenigen Stoffen ist das Nikotin in der Lage, die sogenannte Blut-Hirnschranke zu überwinden und ins Gehirn vorzudringen.

Rauchentwöhnung ist unterschiedlich schwer

Auch Mentholzigaretten sind nicht harmlos. Im Gegenteil: Experten des Deutschen Krebsforschungszentrums fordern ein Verbot, da durch den Mentholgeschmack das Inhalieren leichter und weniger schmerzhaft sei, so dass der Rauch tiefer eingesogen wird.

Die Krebsforscher raten auch von den elektronischen Zigaretten ab, weil die genaue Zusammensetzung der Gase, die beim Rauchen der E-Zigarette entstehen, noch unklar ist. Krebserregende Stoffe werden jedoch stark vermutet.

Eine Rauchentwöhnung ist individuell unterschiedlich schwer. „Die Entzugserscheinungen sind auszuhalten, wenn die Entwöhnung mit ausreichender Motivation und strategisch geplant in Angriff genommen wird“, sagt Dr. Wang. Steht der Entschluss fest, mit dem Rauchen aufzuhören, steht hierzu eine Menge an Möglichkeiten zur Verfügung, begonnen mit verhaltenstherapeutischen Kursen, Pillen und Pflaster für den Nikotinersatz, Akupunktur und Hypnose, Ohrinjektionstherapien oder Online-Nichtraucherportale.

Gute Gründe mit dem Rauchen aufzuhören:

  • Rauchen ist gesundheitsgefährdend, erhöht das Krebsrisiko und das Risiko, an Herz oder Kreislauf zu erkranken.
  • Rauchen ist (sehr) teuer.
  • Wer als Teenager anfängt zu rauchen, reduziert seine Lebenszeit um etwa zehn Jahre.
  • Rauchen beschleunigt die Faltenbildung der Haut, lässt das Interesse am Sex schneller schwinden, wirkt sich negativ auf die männliche Potenz aus.
  • Kinder werden durch das Passiv-Rauchen geschädigt.
  • Rauchen ist nicht schick.
  • Starke Raucher bekommen eher gelbe Zähne und Mundgeruch, Kleidung und Wohnung stinken nach Rauch.

Am Rande der Vortragsveranstaltung im Knappschaftskrankenhaus am 14. März wird auf Wunsch die Lunge untersucht. Wer möchte, kann noch vor Ort einen Rauch-Entwöhnkurs beginnen.

SERVICE:

Der nächste kostenlose Medizintalk „Live Medizin“ findet am 14. März 2012 um 17 Uhr (Einlass: 16.30 Uhr) statt.

Achtung: Diesmal findet Live Medizin nicht im Reinoldinum, sondern in Knappschaftskrankenhaus Brackel statt! Und zwar im Vortragssaal West, 1. Etage, Am Knappschaftskrankenhaus 1.

Referent: Dr. med. Simon Wang, Facharzt der Klinik für Pneumologie. Es können maximal 70 Gäste teilnehmen.

Anmeldungen bitte ab heute unter 01802-40 40 76 (6 ct/ Anruf aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunktarif max. 42 ct/Min).

Gerald Nill

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Kommentare
21.02.2012
11:07
Warum haben Sie eine Abbildung der E-Zigarette gewählt,
von numey | #4

obwohl sich der Beitrag bis auf einen kurzen Abschnitt ausschließlich mit dem Rauchen beschäftigt? Wollen Sie, dass die Leser dampfen und rauchen gleichsetzen, indem Sie hier zwei unterschiedliche Produkte vermischen? So auffällig macht nicht einmal das DKFZ seine Negativpropaganda.

Auch hätte ich gern eine Quellenangabe, wo das DKFZ sagt, es vermute krebserregende Stoffe in den Dämpfen. Ich kenne die Veröffentlichungen des DKFZ sehr genau. Es beruft sich auf das BfR, und das BfR erwartet keine maßgebliche Belastung der Raumluft durch die Nikotin vernebelnde E-Zigarette. Wenn hier ein Experte zitiert worden sein soll, dann ist er unqualifiziert - er verwechselt Informationen zu verunreinigten (!) Kartuschen mit Ausatemluft.

Es ist sehr, sehr einfach, diese Emissionstests zu machen, und es wurde schon mehrmals gemacht, es wurde NICHTS gefunden. In Bayern ist die E-Zigarette daher vom NRSCHG ausgenommen!

21.02.2012
10:33
Rauchen verursacht jeden dritten Krebs
von Dingviech | #3

Ich denke nicht, dass NUR das Nikotin die Sucht ausmacht. Da bedarf es, denke ich, ein paar weitere Zusatzstoffe mehr. Die Kombination machts.

Und das beim E-Dampfen krebshaltige Stoffe entstehen, da habe ich auch so meine Zweifel dran. Klar entsteht ab 200°C aus dem VG (Vegetable Glycerin) ein Stoff den wir nicht unbedingt einatmen müssen (weil dieser dann wirklich nicht gesund ist) - aber, die Verdampfer arbeiten weit unter dieser Temperatur. Von daher sehe ich oben genanntes Problem nicht. Zumal, wenn es doch bestätigt werden würde... wir das Zeug nicht mehr in Lebensmitteln, Kosmetika und Arznei verwenden sollten. Somit müsste danach einiges aus dem Verkehr gezogen werden.

Wenn es hier wirklich um Gesundheit gehen würde hätte man schon die Tabak-Zigaretten, Alkohol, Kaffe und Tee verbieten oder teilweise in die Apotheken stecken müssen. Meine Meinung ist, dass es sich hier um Lobbyarbeit und fehlender Steuergelder geht.

1 Antwort
Rauchen verursacht jeden dritten Krebs
von Dingviech | #3-1

Aber, Nachfragen dort ist ja auch nicht verkehrt. Ich bin dann mal auf die Ergebnisse bzw. die Erkenntnisse gespannt.

21.02.2012
07:03
Rauchen verursacht jeden dritten Krebs
von darum | #2

Eine Rauchentwöhnung ist individuell unterschiedlich schwer[...]begonnen mit verhaltenstherapeutischen Kursen, Pillen und Pflaster für den Nikotinersatz, Akupunktur und Hypnose, Ohrinjektionstherapien oder Online-Nichtraucherportale.


Gut und wie hoch isst die Rückfallquote bei diesem System? 80%-85%? weniger/ mehr?

Sicher ist aber das die Pharmaindustrie 100% Gewinn macht genau wie Vater Staat, Tabakindustrie ja sogar die Krebsforschung

21.02.2012
06:53
Rauchen verursacht jeden dritten Krebs
von Borschti | #1

Schnell entsteht die Nikotinsucht. Beim Inhalieren wird Nikotin über die Lungenbläschen direkt vom Blut aufgenommen. Als einer von wenigen Stoffen ist das Nikotin in der Lage, die sogenannte Blut-Hirnschranke zu überwinden und ins Gehirn vorzudringen.

Selbst da ist man sich ja so noch garnicht wirklich sicher...
Zitat"Erst die Kombination von Nikotin mit anderen Tabakstoffen, den Monoaminooxidase-Hemmern (die Enzymhemmer werden "MAOI" abgekürzt), kommt es zur für andere Drogen üblichen Abkopplung. Die MAOI zerstören den natürlichen Schutz der serotoninergen Nervenzellen gegenüber Nikotin: den 5-HT1A Rezeptor."

Quelle: http://sciencev1.orf.at/science/news/154462

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