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Karfreitags-Kundgebung

Rauball will "Null Toleranz" für Rechtsextreme

29.03.2013 | 18:48 Uhr
Zum Gedenken an den BVB-Platzwart Heinrich Czerkus machten sich viele Läufer am Stadion Rote Erde auf den Weg in die Bittermark.
Zum Gedenken an den BVB-Platzwart Heinrich Czerkus machten sich viele Läufer am Stadion Rote Erde auf den Weg in die Bittermark.Foto: Foto Laryea

Dortmund.  Zivilcourage gegen Intoleranz, Antisemitismus und nationale Überheblichkeit ist auch heute noch nötig. Das war die deutliche Botschaft des Karfreitagsgedenkens in der Bittermark allen voran von Dr. Reinhard Rauball. Der BVB-Präsident kündigte "Null Toleranz" gegen Rechtsextremismus im Umfeld des Fußballs an.

Der BVB stand bei der traditionellen Gedenkstunde zur Erinnerung an die Gestapo-Morde von 1945 in diesem Jahr besonders im Mittelpunkt. Vertreter der BVB-Fanabteilung erinnerten an das Schicksal von Vereinsmitgliedern, die als Widerstandskämpfer in der NS-Zeit verfolgt wurden.

Aber es gibt auch aktuelle Anlässe für den BVB, Flagge gegen Rechts zu zeigen. Denn bekanntlich hatten in den vergangenen Monaten mehrfach Rechtsextremisten BVB-Spiele als Bühne für ihre Propaganda missbraucht. Und beim Champions-League-Spiel der Borussia in Donetzk waren zwei Fanbetreuer sogar von rechten Schlägern aus der Dortmunder Neonazi-Szene brutal angegriffen worden.

Einigkeit im Verein

Dazu gab es am Karfreitag am Mahnmal in der Bittermark vor rund 1700 Zuhörer, die trotz dichten Schneetreibens an der Gedenkstunde teilnahmen, klare Worte von BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball. Borussia Dortmund werde ein solches Treiben nicht widerstandslos hinnehmen, erklärte er. "Verein, Mannschaft und Fans sind sich einig, dass in solchen Fällen nur eine Null-Toleranz-Politik opportun ist. Wir müssen dauerhaft Zivilcourage zeigen, um rechtsextreme Tendenzen im Keim zu ersticken".


Einen entschlossenen Kampf gegen Rechtsextremismus und jede Form vom Rassismus, Antisemitismus, Menschenfeindlichkeit und antidemokratische Bestrebungen, forderte auch Bürgermeisterin Birgit Jörder in ihrer Ansprache. Der sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe für alle Bürger der Stadt.

Für NPD-Verbot

Wie Ernst Söder, Vorsitzender des Internationalen Rombergpark-Komitees, sprach sich Rauball erneut für ein Verbot der rechtsextremen NPD aus. Er äußerte Unverständnis darüber, dass die Bundesregierung den Verbotsantrag der Länder nicht mittrage. Mutige Bürger, die sich gegen Rechtsextremismus stellten, lasse die Bundesregierung damit im Stich, kritisierte der BVB-Präsident.

Erneut bewährt hat sich das Konzept, die Gestaltung der Gedenkfeier in die Hände junger Leute zu legen. Die sogenannten Botschafter der Erinnerung - Schülerinnen, Schüler und Vertreter aus Vereinen und Jugendorganisationen - führten nicht nur souverän durch die Veranstaltung, sondern erinnerten mit szenischen Darstellungen auch an die Schicksale der NS-Opfer. Und mit Hinweisen auf die allgemeinen Menschenrechte schlugen sie ebenfalls den Bogen in die Gegenwart.


Gedenken an NS-Opfer


  • Die Gedenkstunde am Mahnmal in der Bittermark erinnert an die rund 300 Zwangsarbeiter, Widerstandskämpfer und Kriegsgefangenen, die um Ostern 1945, kurz vor Kriegsende, von der Gestapo im Rombergpark und in der Bittermark ermordet worden waren.
  • 194 Opfer wurden 1954 auf der Lichtung in der Bittermark bestattet, wo nun alljährlich am Karfreitag eine Gedenkstunde der Stadt stattfindet.
  • Das Mahnmal - gestaltet nach Plänen des Architekten Will Schwarz und des Bildhauers Karel Niestrath - enthält eine Krypta, in der schon 1958 die Leiche eines unbekannten Opfers bestattet wurde. Das Mahnmal selbst wurde 1960 offiziell eingeweiht.

Von Oliver Volmerich

Kommentare
29.03.2013
23:34
@Berat1 | #1
von vaikl2 | #2

"Gedenkstunde zur Erinnerung an die Gestapo-Morde von 1945".

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2013-03-29 18:48
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