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Rauball sollte nicht Ziel von blindem Protest sein

20.12.2012 | 11:15 Uhr
Rauball sollte nicht Ziel von blindem Protest sein
DFL-Präsident Reinhard Rauball hat das umstrittene Sicherheitspapier auf den Weg gebracht.Foto: dapd

Dortmund.  Zoff zwischen den Fans, ein Präsident in der Schusslinie - es wird Zeit, dass das Umfeld von Borussia Dortmund zur Besinnung kommt. Im kommenden Jahr sollten schnell die Gespräche zwischen Vereinsspitze und Fans aufgenommen werden.

Der Pokal, so sagt man landauf, landab, habe seine eigenen Gesetze. Borussia Dortmund kennt wie kaum ein anderer Bundesligaclub die Tücken dieses sehr speziellen Wettbewerbs. Rückblicke auf den 27.10.2010, 2. Runde bei Pokalschreck Kickers Offenbach (4:2 n.E.), oder exakt auf den Tag genau ein Jahr zuvor die bittere Bauchlandung im Achtelfinale an der Bremer Brücke beim VfL Osnabrück (3:2) künden von leichtsinnigen Profidarbietungen in den Jahren vor dem alles entschädigenden Finalsieg im Sommer über die großen Bayern.

Und nun kam auf dem Weg zurück nach Berlin also „passend“ am 103. Borussen-Geburtstag „Angstgegner“ Hannover 96 zum Titelverteidiger, gegen die es bislang ja so eine blamable Bilanz in eben jenem Wettbewerb gab.

Doch es kam diesmal anders, ganz anders. Der letzte große Leistungstest des Jahres geriet am Ende zum umjubelten Schaulaufen und verzückte wieder rundum die Massen . Sensationelle Spielzüge, tolle Ballstafetten und fünf Tore vom Feinsten. Einfach klasse!

Doch dieses großartige Fußballjahr geht leider mit einem nicht zu unterschätzenden Makel zu Ende und offenbart eine große, klaffende Wunde mitten im Herzen aller Clubs: Das „DFL-Sicherheitskonzept“ spaltet und polarisiert weiterhin die Ultra-Szene. Da wünschen wir uns 2013 alle rasch Gespräche – vor allem mehr miteinander als übereinander und mit mehr Gelassenheit.

Verdient Rauball den Schwarzen Peter?

Auch stellt sich die Frage, ob tatsächlich jetzt Reinhard Rauball den Schwarzen Peter als Ligabösewicht in dieser Form so überhaupt verdient. Bei allem Respekt und der großen Zurückhaltung, die ihm die Amtsdisziplin dieses sicher gut dotierten Präsidentenpostens in Frankfurt abnötigt, darf man da ruhig auch mal einen Blick über den Tellerrand werfen. Aller Polemik und berechtigtem Argwohn gegen dieses verabschiedete Papier zum Trotze, stellt sich da nunmehr wirklich die Frage getreu dem Motto: Gestern Retter, heute Heuchler?

Leute, wir müssen da mal wieder die Kirche zurück ins Dorf tragen. Kaum ein Mann in Verantwortung innerhalb unserer Borussia hat solche Verdienste vorzuweisen, wie „der kleine Doktor“. In seinen jeweiligen Amtszeiten hatte er immer Mammutaufgaben zu schultern. Mit erst 32 Jahren war Reinhard Rauball der jüngste Präsident in der Bundesligageschichte, als er in seiner ersten Amtszeit von 1979 bis 1982 in finanziell schwierigem Fahrwasser beherzt den Schalthebel der Macht ergriff, um den Dortmunder Traditionsclub zu retten. Nur zwei Jahre später war er wieder da – weil er musste.

Denn im 75. Jubiläumsjahr drückte den BVB ein erneuter Schuldenberg in damals astronomischer Höhe von 8,3 Mio. DM und alles lief drunter und drüber. Und wieder krempelte der Jurist die Ärmel hoch und sanierte lautlos. Absolut unvergessen bleibt sicherlich uns allen der 14.11.2004, als er auf der Mitgliederversammlung in der Westfalenhalle als Nachfolger seines Vorgängers (und Nachfolgers) Gerd Niebaum – der zuvor 18 Jahre an der Spitze des BVB stand – erneut zum Präsidenten des wirtschaftlich desaströs angeschlagenen Traditionsvereins gewählt worden war, um ähnliches zu bewältigen.

Das, meine ich, sind Verdienste, die in diesen Tagen nicht wegen blindwütigem Protest in Vergessenheit geraten sollten. Wir alle rühmen uns ja immer so gern unserer Tradition und unserer ruhmreichen Klubhistorie. Reinhard Rauball hat da gewiss seinen festen Platz und das sollte in einem Moment der Besinnung (und welche Zeit wäre da geeigneter!) unseres Erachtens unbedingt berücksichtigt werden. Die Redaktion von Gib mich die Kirsche wünscht allen Borussinnen und Borussen ein frohes Weihnachtsfest und ein tolles Fußballjahr 2013!

(20.12.12 – Holger W. Sitter – www.die-kirsche.com)

Holger W. Sitter



Kommentare
21.12.2012
09:56
Rauball sollte nicht Ziel von blindem Protest sein
von leiming | #2

Sehr geehrter Herr Dr.Rauball, lieber Reinhard. Warum tust Du Dir das nur an? Stehe es jetzt durch, Du bist einer der Wenigen, die eine gute Lösung finden können.Viel Glück dazu wünscht ein Freund aus Herdecke.

20.12.2012
14:12
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1

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