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„Rasthaus Fink“ am Nordmarkt schließt – und öffnet doppelt

20.09.2012 | 13:45 Uhr
„Rasthaus Fink“ am Nordmarkt schließt – und öffnet doppelt
Das Rasthaus Fink auf dem Nordmarkt wird zum Salon Fink. Und die Dortmunder Nordstadt bekommt noch ein Lokal: „Frau Weber kocht“ mit einem Catering-Konzept.Foto: privat

Dortmund-Nordstadt.   Drei Jahre lang glänzte das „Rasthaus Fink“ auf dem Nordmarkt als Gegenpol zu Wettbüros und Dönerläden. Am Sonntag macht das Rasthaus dicht – aber beide Betreiberinnen machen weiter. Auf dem Nordmarkt, in der Nordstadt.

Immer blöd, wenn ein Lokal schließt. Aber wenn das so zu enden verspricht wie beim Rasthaus Fink auf dem Nordmarkt – wunderbar! Der Szene-Laden im Retro-Stil macht zwar am Sonntag (23. September) dicht. Aber er kommt wieder. Zweifach. Betreiberin 1, Kati Eilinghoff, macht am alten Standort mit dem „Salon Fink“ weiter. Betreiberin 2, Christine Weber, sucht für „Frau Weber kocht“ noch ein feines Ladenlokal irgendwo in Nordmarkt-Nähe.

Drei Jahre lang war das Rasthaus Fink einer der alternativen Läden in der Nordstadt, fernab von Dönerläden, Spielhallen und Wettbüros. „Das beste, was wir für unseren Stadtteil tun können, ist doch, dem was entgegenzuhalten. Wenn coole Leute herkommen, coole Läden.“ Fräulein Kati würde jedenfalls im Traum nicht einfallen wegzuziehen. „Dass wir schließen liegt ja nicht am Ort oder an unseren Gästen – die sind einfach grandios! Wir müssen aufhören, weil die Kapazität des Ladens unser Konzept nicht trägt“, erklärt sie. Kaum Lagerplatz, winzige Küche, nur ein Herd – da war für Kati Eilinghoff, Christine Weber und ihre ambitionierte Tageskarte nicht viel zu reißen.

Das Logo des Salon Fink erinnert sehr ans Rasthaus-Logo. Soll’s auch.Foto: privat

Kati Eilinghoff macht daher ab 12. Oktober allein mit dem „Salon Fink“ weiter, einer Bar mit Essen, Trinken, Bier – aber ohne Mittagstisch und Frühstück. Dafür mit fester Speisekarte und frischen Angeboten, die sich in der kleinen Küche locker schaffen lassen. Los geht’s im Winter um 17 Uhr ohne Kaffee und Kuchen. „Das hat sich bislang nur im Sommer rentiert“, meint sie. Wenn es wieder warm wird, gibt’s Süßes schon ab 14 Uhr.

Christine Weber dagegen sucht für ihr „Frau Weber kocht“-Konzept (Catering für Zuhause-Partys und Essen im Lokal nach Vorbestellung) noch nach einem geeigneten Ladenlokal in der Nähe. Auch sie will in der Nordstadt bleiben. Dringend.

Rasthaus Fink geht mit Dortmunder Tatort-Premiere

Aber erst mal geht am Sonntag die Ära „Rasthaus Fink“ mit mächtig viel Stil zu Ende – beim ersten Dortmund-Tatort. Public-Tatort-Viewing gab es auf dem Nordmarkt ja schon immer. Aber das wird etwas ganz besonderes. „Werbung? Oh Gott, bitte nicht“, wehrt Kati Eilinghoff ab. „Wir brauchen eher Anti-Werbung. Es wird so rappelvoll, dass wir Angst haben, dass der Laden aus allen Nähten platzt.“

UPDATE:

Frau Weber kocht seit Januar 2013 im Café Baum im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) an der Hansastraße. Lecker Mittagstisch, faire Preise, Bio. Ein bezahlbares Ladenlokal für ihr Konzept sei am Nordmarkt nicht zu finden gewesen, sagt sie. Aber so is' auch schon!

Katrin Figge



Kommentare
21.09.2012
14:00
„Rasthaus Fink“ am Nordmarkt schließt – und öffnet doppelt
von ostenimwesten | #3

Zur Erinnerung: Das Rasthaus Fink, anfangs als Cafe Killefitt unter einem anderen Betreiber, war von der Stadt Dortmund 2002 als familienfreundlicher, ganztäglicher Treffpunkt auf dem Nordmarkt und als "Gegengewicht zur Trinkerszene" gebaut und verpachtet worden. Was bleibt von der Idee übrig? Öffnungszeiten im Winter ab 17.00 Uhr, im Sommer ab 14.00 Uhr statt anfangs täglich ab 10.00 Uhr. Als mütter- bzw. kinderfreundlich war noch das Cafe Killefitt ausgezeichnet worden. Davon ist nichts geblieben. Trägt die Stadt Dortmund das neue Betreiberkonzept mit? Ist das ursprüngliche Konzept für eine Nordmarktgastronomie gescheitert? Vielleicht hat es - ganz ohne Häme - nicht funktionieren können. Aber Fragen bleiben, schon weil das Gebäude rund 210.000 Euro gekostet hat.

20.09.2012
20:59
„Rasthaus Fink“ am Nordmarkt schließt – und öffnet doppelt
von AnetteP | #2

Ein feines Lokal in Nordmarktnähe wird gesucht.

Das ist ein guter Witz.

6 Antworten
Langweilen Sie...
von fukyu | #2-1

...jetzt wieder mit Ihrem penetranten "Igitt-die Nordstadt"-Tran?

Aufwerten durch Abwerten
von Stefan2 | #2-2

Es sind zumeist Leute, die nicht in der Nordstadt wohnen, die sich ein schlechtes Urteil über den Stadtteil erlauben. Sie brauchen die Abwertung anderer, um sich selber aufzuwerten, weil sie ansonsten wenig haben, worüber sie sich positiv definieren. Solche Leute machen damit die schlimmste Aussage nicht über die Nordstadt, sondern über sich selber.

Stefan2 | #2-2
von AnetteP | #2-3

Muss ich in jedem Stadtteil wohnen um ihn zu beurteilen. Es gibt doch hier auch Leute aus der Nordstadt die behaupten das es im Kreuzviertel und Lücklemberg gefährlicher ist.

fukyu | #2-1
von AnetteP | #2-4

Ob Sie meine Beiträge als `"Igitt-die Nordstadt"-Tran`kritisieren oder nicht, die Nordstadt steht am Abgrund. Das sagen selbst Dortmunder SPD Politiker. Man kann die Nordstadt nicht schön reden.

„Rasthaus Fink“ am Nordmarkt schließt – und öffnet doppelt
von ostenimwesten | #2-5

Zur Erinnerung: Das Rasthaus Fink, anfangs als Cafe Killefitt unter einem anderen Betreiber, war von der Stadt Dortmund 2002 als familienfreundlicher, ganztäglicher Treffpunkt auf dem Nordmarkt und als "Gegengewicht zur Trinkerszene" gebaut und verpachtet worden. Was bleibt von der Idee übrig? Öffnungszeiten im Winter ab 17.00 Uhr, im Sommer ab 14.00 Uhr statt anfangs täglich ab 10.00 Uhr. Als mütter- bzw. kinderfreundlich war noch das Cafe Killefitt ausgezeichnet worden. Davon ist nichts geblieben. Trägt die Stadt Dortmund das neue Betreiberkonzept mit? Ist das ursprüngliche Konzept für eine Nordmarktgastronomie gescheitert? Vielleicht hat es - ganz ohne Häme - nicht funktionieren können. Aber Fragen bleiben, schon weil das Gebäude rund 210.000 Euro gekostet hat.

Geht besser
von Stefan2 | #2-6

Anette, Sie könnten das Leben in der Nordstadt tatsächlich besser beurteilen, wenn Sie hier wohnen würden, das ist doch eigentlich ganz klar. Dass es Leute gibt, die hier wohnen und sich von anderen Stadtteilen abgrenzen, spricht m. E. nicht dafür, dass das in Ordnung ist.

20.09.2012
20:59
Jetzt noch ein wenig...
von fukyu | #1

... an Etikette, Charme und Freundlichkeit arbeiten, Frau Weber - und der Laden läuft.

4 Antworten
„Rasthaus Fink“ am Nordmarkt schließt – und öffnet doppelt
von AnetteP | #1-1

Ja, dann wird die Nordstadt ein Teil der Dortmunder Schickeria. ;-)

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1-2

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Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1-3

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Schick, AnetteP,
von mellow | #1-4

...will die Nordstadt auch gar nicht sein. Aber kreativ, ungewöhnlich, phantasievoll, anders, offen, tolerant - denken Sie mal drüber nach. Keiner muss hier wohnen, aber manche tun es freiwillig. Sogar gerne. Auch wenn das Ihren Vorstellungsradius, der offenbar von Polizeischlagzeilen begrenzt wird, sprengen würde.

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