Das aktuelle Wetter Dortmund 11°C
Internetradio

Radio Emil sendet aus Dortmund in die Welt

12.08.2011 | 12:00 Uhr
Radio Emil sendet aus Dortmund in die Welt
Hansgeorg Schmidt von Radio Emil. Von seiner Wohnung sendet der Dortmunder Moderator verschiedene Musiksendungen. Foto: Rottmann

Dortmund.Chaos, Engagement und eine große Portion Dortmund – Hansgeorg Schmidt ist der heimliche Late-Night-Star der Internetradios. In seiner Wohnung moderiert der Hobby-DJ nur mit Computer und Headset für Radio Emil.

Hansgeorg Schmidt hat eine richtige Märchenerzählerstimme. Oder Radiostimme, wenn man so will. Ruhig und dunkel, leicht verraucht, aber nicht kratzig erzählt er von seinem liebsten Hobby: dem Radio. Der Dortmunder arbeitet in seiner Freizeit bei Radio Emil, einem kleinen Internetsender – offen für alle, ohne Werbung und streng demokratisch.

Radio Emil ist 2003 im Rahmen einer Online-Community entstanden. „Das war am Anfang äußerst holprig, aber auch sehr spaßig. Mittlerweile klingt es wie ein richtiges Radio“, sagt Hansgeorg – „Hage“ – Schmidt stolz. 14 Moderatoren aus ganz Deutschland nutzen den Sender als Plattform. Schmidt ist seit 2007 dabei. Der 52-Jährige ist einer von zwei Moderatoren in Dortmund. Dabei ist Radio Emil offen für alle: Mitmachen kann jeder, der sich per E-Mail oder über das Formular auf der Internetseite des Senders bewirbt. Einzige Hürde ist die offizielle Probesendung, nach der die Hörer entscheiden, ob ein Moderator bleiben darf. „Wir wollen ja nicht nur Musik runterdudeln, sondern die Leute auch unterhalten“, sagt Schmidt, der – mit Pferdeschwanz und ganz in schwarz – selbst mehr mit einem Altrocker gemein hat als mit einem Entertainer.

„Die chaotischen Sendungen sind meist die besten.“

Der Sender schickt Klassik, Soul, Oldies, Chill- und Club-Musik über das Internet in die weite Welt. „Es bleibt jedem selbst überlassen, was er spielen will“, so das Credo. Auch die durchschnittlich 50 Hörer dürfen sich über einen Internet-Chat in die Sendungen einbringen und Musikwünsche äußern. „Manchmal ist es völlig chaotisch, aber genau das macht es aus. Die chaotischen Sendungen sind meist die besten“, findet Schmidt.

Seine persönliche Spezialität ist die Late-Night-Show, für die der Mediendesigner in mühsamer Kleinarbeit redaktionelle Beiträge zusammenstellt: ein Mix aus alternativem Nachrichtenrückblick, Comedy, Kultur und Telefoninterviews via Skype. Natürlich steckt in der Sendung auch eine große Portion Dortmund: Mit Geschichten aus den Biergärten im Kreuzviertel und Fußball-Lokalpatriotismus unterhält Schmidt seine Hörer. Mit einem kleinen Diktiergerät ist er sogar manchmal als rasender Reporter in seiner Heimatstadt unterwegs.

„Radio ist wie eine Droge.“

Schmidt schöpft dabei aus einem fundierten Erfahrungsschatz. Nach seiner Ausbildung zum Rundfunkjournalisten hat der 52-Jährige eine Weile beim WDR und bei Antenne Unna gearbeitet. „Als ich schon längst ins Mediendesign gewechselt hatte, habe ich mal bei Radio Emil reingehört und gedacht: Ach Gott, das kannst du auch. Dann bin ich hängengeblieben“, gesteht der Hobby-DJ. „Das ist wie eine Droge: Es macht wirklich Spaß und man kommt einfach nicht davon weg.“

Info
Radio Emil

Radio Emil sendet täglich von 17 bis 3 Uhr, Live-Sendungen gibt es in der Zeit von 20 bis 0 Uhr.

Hansgeorg Schmidt macht gerade eine kleine Sommerpause, ab September ist der Dortmunder aber wieder jeden Mittwoch und Sonntag zu hören.

Weitere Informationen und das Webradio selbst finden Sie im Internet auf www.radio-emil.de.

Server, Software und Musik finanzieren die Radio-DJs selbst, denn der Sender ist völlig werbefrei. Im Monat belaufen sich die Kosten auf rund 80 Euro. Auf teure Studios verzichten die Macher. Schmidt sitzt in seinem Schlafzimmer an einem schlichten Holzschreibtisch, regelt Musik und Beiträge nur auf dem kleinen Flachbildschirm seines Computers. Manchmal benutzt er ein Headset oder testet den Einsatz einer Webcam. So ganz allein, ohne großes Team und Sendestudio, könne man die richtige Atmosphäre erzeugen – eine „intime Geschichte“, sagt Schmidt.

Mona Contzen

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4953337/create

UMFRAGE

Sollen Stehplätze in Fußballstadien abgeschafft werden?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Layla Zoe in Dortmund
Bildgalerie
Piano
Hitze am Phoenix-See
Bildgalerie
Wetter
Achtung, Dortmund — hier droht Bußgeld!
Bildgalerie
Bußgeld-Katalog
Aus dem Ressort
Wohnraum für Arme: Knapp und schlecht saniert
Soziales
Auf dem Wohnungsmarkt haben Menschen mit wenig Geld das Nachsehen. Zum einen gibt es immer weniger Sozialwohnungen. Zum anderen lassen privater Finanzinvestoren günstige Wohnungen verkommen.
Aus Amerika direkt nach Hörde
Germany's next Topmodel
Model Diana hätte Germanys next Topmodel werden können, Model-Mama Heidi Klum rechnete ihr große Chancen fürs Finale aus. Diana aber entschied sich gegen die Show und schied aus familiären Gründen freiwillig aus. Mit ihrer Familie ist die 17-Jährige nach ihrem Ausstieg von Hagen nach Hörde gezogen.
Foto