Quark-Torte versüßt ersten Geburtstag
30.12.2008 | 20:02 Uhr 2008-12-30T20:02:20+0100Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein kleines Orang-Utan-Mädchen ein Jahr alt wird. Und weil so ein Ehrentag natürlich auch im Zoo etwas ganz Besonderes ist, wurde gestern kräftig gefeiert. ...
... Selbstverständlich mit Geburtstagstorte und vielen Gästen. So ganz geheuer ist dem kleinen Geburtstagskind der ganze Menschenandrang vor der Scheibe aber noch nicht. Eirina bleibt zunächst lieber in der sicheren Obhut ihrer Mama Toba, nur die vorwitzige große Schwester Tao läuft vorweg und steuert zielgerichtet auf den süßen Leckerbissen zu. Lange hält die Torte aber nicht, die Zutaten sind einfach zu köstlich.
Tierpfleger Eddy Laudert weiß genau, was seine Affen gerne essen, nämlich gekochtes Obst, vermischt mit Quark und Reis. Und da Orang-Utans generell Süßes mögen, gibt es dann auch ein paar Gummibärchen dazu.
Mit Stolz blicken Laudert und seine Kollegen auf Eirinas Entwicklung zurück, die bislang ohne größere Komplikationen verlief. Zwei bis drei Kilo wiegt das kleine Affenmädchen mittlerweile, das immer öfter auch schon mal alleine im Gehege unterwegs ist. Doch bis sie in circa sieben bis neun Jahren erwachsen ist, hat Eirina noch viel Zeit zum Spielen, Toben und Schlafen. Überhaupt ist Spielen ein fester Bestandteil im Leben eines Affen: "Sie benutzen alles, was sie finden können: Säcke, alte T-Shirts oder erfinden neue Kletterspiele", berichtet Eddy Laudert, der schon seit 25 Jahren im Einsatz für die Orang-Utans ist. Und immer noch ist er von ihnen fasziniert: "Sie sind dem Menschen sehr ähnlich. Auch sie haben mal schlechte Tage, können traurig oder sogar wütend sein."
Gestern war aber ein Freudentag im Leben der kleinen Orang-Utan-Familie. Nur Eirina wirkte ein bisschen schläfrig. Nach so viel Geburtstagsaufregung kuschelt sich das kleine Affenmädchen in das Fell seiner Mutter und ist kurz darauf tief eingeschlafen.
Schlafen ist nämlich nach dem Spielen die zweitschönste Beschäftigung im Leben eines Affen.
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Die Zucht in Gefangenschaft sorgt für einen Überschuss an Tieren. Babys sind nämlich Kassenmagneten und ziehen massenweise Besucher an, die zusätzlich zum Eintrittsgeld auch noch Geld in den Geschenkeshops und Snackbars der Zoos ausgeben.
Zoos können vielleicht größere und feudalere Anlagen bauen, aber es sind und bleiben doch Gefängnisse. Viele Verbesserungen sind eher kosmetischer Art und dienen eher den Besuchern als den Tieren. Die meisten Tiere in Gefangenschaft leiden unter Frustration und Langeweile. Anstatt Millionen darauf zu verschwenden, Unmengen an Tieren einzusperren, sollten wir uns für die Erhaltung und Wiedereinrichtung dessen einsetzen, was wir Menschen den Tieren genommen haben: ihren ursprünglichen Lebensraum.