Quälender Auftakt im Prozess gegen JuraXX

Das war ermüdend: Im Betrugsprozess gegen den Gründer der JuraXX-Rechtsanwaltsgesellschaft haben die Verteidiger am Mittwoch die eingeteilten Richter abgelehnt. Dazu wurde eine 50-seitige Erklärung verlesen. Dauer: rund drei Stunden.

Dortmund.. Der 59-jährige Angeklagte ist Rechtsanwalt. 2003 hatte er die "JuraXX-Rechtsanwaltsgesellschaft" gegründet. Seine Vision: In ganz Deutschland sollten - in einer Art Franchisesystem - Partnerfilialen unter einem einheitlichen Logo entstehen. Der Hauptanreiz für Klienten: günstige Gebühren. Über 30 Niederlassungen wurden auch tatsächlich eröffnet. Dann kam das Aus. 2007 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.

Für den Gründer und Ex-Geschäftführer hat der Niedergang jedoch noch ein Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, auch dann noch Partner angeworben zu haben, als sich die angebliche Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens schon angedeutet hatte.

Angeklagte äußerten sich nicht

Gleichzeitig seien "Einlagen" von jeweils 50.000 Euro, die als Darlehen deklariert worden waren, entgegengenommen worden. Eine mögliche Rückzahlung sei jedoch wegen der drohenden Überschuldung zumindest gefährdet gewesen.

Neben dem JuraXX-Gründer ist auch der ehemalige Marketingleiter angeklagte. Beide haben sich zum Prozessauftakt nicht zu den Vorwürfen geäußert. Ihr Anwälte behaupten: Die Hilfsstrafkammer, die den Fall wegen Überlastung der eigentlich zuständigen Richter übernommen hat, sei nicht zuständig. Die Übertragung des Falles sei rechtswidrig. Darüber muss nun entschieden werden.