Prozess wegen Neonazi-Banner bei BVB-Spiel beginnt

Gegen einen mutmaßlichen Neonazi beginnt der Prozess vor dem Dortmunder Landgericht.
Gegen einen mutmaßlichen Neonazi beginnt der Prozess vor dem Dortmunder Landgericht.
Foto: Jochen Linz/PiLi
Was wir bereits wissen
Im Sommer 2012 präsentierte ein mutmaßlicher Rechtsradikaler ein Solidaritätsbanner für den kurz zuvor verbotenen Nationalen Widerstand Dortmund. Schnell wurde der Verdächtige ermittelt. Seit Donnerstag muss sich ein 25-jähriger Mann aus Lünen vor dem Landgericht in Dortmund verantworten.

Dortmund.. Das Ausrollen eines Banners mit einer mutmaßlich rechtsextremen Parole bei einem Heimspiel von Borussia Dortmund vor eineinhalb Jahren hat ein juristisches Nachspiel. Seit Donnerstag muss sich ein 25-Jähriger vor dem Landgericht in Dortmund verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, bei einem Bundesliga-Spiel von Borussia Dortmund gegen Werder Bremen im August 2012 ein 5 Meter langes Transparent mit der Aufschrift "Solidarität mit dem NWDO" ausgerollt zu haben.

Die Ermittler gehen davon aus, dass damit die rechtsextremistische Vereinigung "Nationaler Widerstand Dortmund" gemeint ist. Weil diese Neonazigruppe erst wenige Tage vor dem Fußballspiel verboten worden war, lautet die Anklage auf Verstoß gegen das Vereinsrecht. Mitglied der aufgelösten Gruppe soll der 25-Jährige nicht gewesen sein. Er äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen.


Nach dem ersten Prozesstag am Donnerstag setzte das Gericht die Verhandlung aus, um die vorliegenden Beweise zu prüfen und weitere Beweismittel anzufordern, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Videoaufnahmen von der Plakat-Aktion

Der Tatverdächtige wurde damals mit hochauflösenden Kameras im Stadion gefilmt. Auf den Aufzeichnungen war zu sehen, wie ein Mann das Plakat entrollte und an umstehende BVB-Fans weiterreichte, die auf dem Video ebenfalls zu sehen sind. Offenbar wussten die Umstehenden gar nicht, was auf dem Banner stand. Laut Aussagen der BVB-Fanbetreuer, war der Urheber des Banners gestochen scharf zu erkennen. Der Verdächtige soll Verbindungen zur Dortmunder Hooligan-Gruppe „Northside“ sein.

Nach dem Vorfall reagierte Borussia Dortmund und gründete eine Task Force gegen Rechtsextremismus und Rassismus im Stadion. „Hiermit wollen wir verdeutlichen, dass der Fall vom Bundesliga-Auftakt von Freitag im Signal-Iduna-Park leider kein Einzelfall ist", erklärte BVB-Präsident Reinhard Rauball damals. Seitdem tagt bei Borussia Dortmund ein Runder Tisch gegen Rechts. Zu den Maßnahmen gegen Neonazis gehören unter anderem Informations-Kampagnen. Außerdem hat der BVB seine Stadionordnung und die Vereinssatzung verschärft, um wirkungsvoller gegen Rechtsextremisten im Verein vorgehen zu können. (mit Material von dpa)