Das aktuelle Wetter Dortmund 11°C
Landgericht

Prozess gegen Neonazi wird neu aufgerollt

08.12.2010 | 18:01 Uhr
Prozess gegen Neonazi wird neu aufgerollt

Dortmund.Neuer Prozess gegen einen Neonazi vor der 45. Strafkammer des Landgerichtes: Wegen Körperverletzung sollte der 32-Jährige laut Urteil eines Amtsrichters 2800 Euro Geldstrafe zahlen sowie 800 Euro Schmerzensgeld an das Opfer, einen Studenten. Außerdem sollte der Rechte für eventuelle Spätfolgen der Verletzung – Nasenbeinbruch und erhebliche Blessuren im Gesicht – aufkommen.

Der Staatsanwaltschaft war dieses Urteil zu mild, der Verteidigung, die damals auf Freispruch plädiert hatte, schien es völlig unangemessen: Beide zogen in Berufung.

Amtsrichter zeigte sich in erster Instanz von der Schuld überzeugt

Für den Amtsrichter war es in erster Instanz keine Frage, dass es der Angeklagte war, der dem Studenten am 4. September 2008, zwei Tage vor der Demonstration gegen Rechts, auf dem Westenhellweg nahe Kaufhof mit einem gezielten Schlag das Nasenbein brach.

Auch das Opfer, das noch immer unter Sehstörungen leidet, sagte gestern mehrmals: „Einer der Männer, die auf mich zukamen, war der Angeklagte, hundertprozentig.“ Laut eigener Aussage kam er nicht aus politischen Gründen nach Dortmund, sondern um seine Bekannte zu besuchen. Eine kleine, sehr energische und mutige Frau, die auch an diesem Abend auf der Katharinentreppe tat, was sie so häufig tut: „Wenn die Rechten ihre Flugblätter an Passanten verteilen, dann spreche ich die Leute höflich an und versuche, die Blätter einzusammeln.“

„Der eine schlug Benjamin sofort aufs Auge“

Was den Rechten ihrer Schilderung nach gründlich missfiel. „Auf dem Westenhellweg kamen zwei Männer auf uns zu, ich dachte nur: Nazis. Der eine schlug Benjamin sofort aufs Auge, der andere trat mich zu Boden.“ Den Opfern gelang die Flucht, allerdings in verschiedene Richtungen. Was fatal für den Studenten war: Er sah sich an der nächsten Ecke plötzlich vier bis fünf Rechten ausgeliefert. „Sie schlugen und traten auf mich ein.“ Während die zweite Gruppe nicht ermittelt werden konnte, will die Frau den Angeklagten einen Tag später auf einer Kundgebung gesehen haben. Ein Demonstrant machte auf ihre Bitte hin ein Foto, das dann der Polizei vorgelegt wurde.

Der angeklagte Rechte indes blieb auch gestern dabei: „Ich habe lediglich Flugblätter verteilt. Sonst nichts.“ Der Prozess wird am 20 Dezember fortgesetzt. Dann ist auch mit einem Urteil zu rechnen

Kathrin Melliwa

Facebook
 
Kommentare
08.12.2010
21:21
Blockierter Kommentar.
von Schande über euch | #8

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

08.12.2010
21:17
Blockierter Kommentar.
von Abschaum United | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

08.12.2010
21:11
Blockierter Kommentar.
von lilo45 | #6

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

08.12.2010
20:45
Blockierter Kommentar.
von Skandalindustrie | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

08.12.2010
20:34
Blockierter Kommentar.
von Robert Ferthner | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

08.12.2010
20:31
Blockierter Kommentar.
von XvX | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

08.12.2010
20:30
Blockierter Kommentar.
von technikus53 | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

08.12.2010
20:03
Blockierter Kommentar.
von Gegen das braune Gesocks | #1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

UMFRAGE

Sollen Stehplätze in Fußballstadien abgeschafft werden?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Layla Zoe in Dortmund
Bildgalerie
Piano
Hitze am Phoenix-See
Bildgalerie
Wetter
Achtung, Dortmund — hier droht Bußgeld!
Bildgalerie
Bußgeld-Katalog
Aus dem Ressort
Wohnraum für Arme: Knapp und schlecht saniert
Soziales
Auf dem Wohnungsmarkt haben Menschen mit wenig Geld das Nachsehen. Zum einen gibt es immer weniger Sozialwohnungen. Zum anderen lassen privater Finanzinvestoren günstige Wohnungen verkommen.
Aus Amerika direkt nach Hörde
Germany's next Topmodel
Model Diana hätte Germanys next Topmodel werden können, Model-Mama Heidi Klum rechnete ihr große Chancen fürs Finale aus. Diana aber entschied sich gegen die Show und schied aus familiären Gründen freiwillig aus. Mit ihrer Familie ist die 17-Jährige nach ihrem Ausstieg von Hagen nach Hörde gezogen.
Foto