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Protestwelle gegen "Goliat"

23.07.2007 | 06:08 Uhr

Der Neonazi-Laden "Donnerschlag" an der Rheinischen Straße darf nicht neu eröffnen. Doch die Szene hat mit "Goliat" einen neuen Ausstatter. Nach heftigen Protesten schloss der Laden vor wenigen Wochen in Bochum. Jetzt bedient er Kunden von Dortmund aus.

In das ehemalige Ladenlokal des Fußball-Retro-Fanshops "Alte Liebe" in der Hohen Straße 53 ist "Goliat"-Betreiber Torsten Kellerhoff eingezogen. Die erste "Grußnote" war eine Sachbeschädigung: In der Nacht zu gestern warfen Unbekannte die Schaufenster des Ladenlokals ein. Das Geschäft hat sich unter anderem auf die Szene-Marke "Thor Steinar" spezialisiert, die vor allem in Hooligan-Kreisen sehr beliebt ist. Dass sein Laden Neonazis bediene, weist Kellerhoff von sich. Er bediene ganz normale Leute, die Thor Steinar als alternative Bekleidungsmarke schätzten. Er sei in Bochum regelrecht verfolgt worden, so Kellerhoff. Fast täglich habe es Übergriffe gegeben. In Dortmund setze sich das nun fort - obwohl er nichts mit der rechten Szene zu tun habe.

Allerdings finden sich in rechten Kreisen vielerlei Belege dafür, dass die Marke vor allem bei Rechtsextremen sehr beliebt ist. Außerdem identifiziert sich die Szene mit dem Laden: So zeigt man sich beispielsweise im Forum der freien Kameradschaft Bochum froh darüber, dass der Laden neu eröffnet habe.

Diese Begeisterung mögen die Dortmunder Demokraten nicht teilen: " Eine solche Ansiedlung hat sehr negative Auswirkungen auf das gesamte Umfeld. "Da werden die übelsten Leute angezogen", kritisiert Bürgermeisterin Birgit Jörder. In Bochum hatte ein breites Bündnis aus Antifaschisten, Verbänden, Vereinen, Gewerkschaften, Gewerbetreibenden und Lokalpolitik den Wegzug des Ladens bewirkt.

In Dortmund soll das nicht anders werden: "Er wird auch hier den Druck zu spüren bekommen", betont Ursula Richter vom Bündnis gegen Rechts. "Als Antifaschisten stellen wir klar, dass Kellerhoff mit seinem Unternehmen auch in Dortmund kein Bein auf den Boden bekommen wird", ergänzt Kerstin Wiedemann, Sprecherin der "Antifa-Union". "Wir fordern alle antirassistischen Dortmunder auf, sich an Aktivitäten gegen den Laden zu beteiligen und fordern von Borussia Dortmund, das Tragen von "Thor Steinar"-Bekleidung im Stadion zu untersagen, so wie es Hertha BSC Berlin verfügt hat."

Bereits nächste Woche sollen Aktionen starten: "Alle, die sich gegen den "Donnerschlag" engagieren, sollten dies auch im Falle des neuen Ladens tun", so Wiedemann. Mit von der Partie wird auch die BV Innenstadt-West sein: Dort will man alle Mittel gegen "Goliat" ausschöpfen.

Von Alexander Völkel

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