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Musikrechte

Protest gegen die Gema bei Nachttanzdemo in Dortmund

28.07.2012 | 11:51 Uhr
Protest gegen die Gema bei Nachttanzdemo in Dortmund
Protestierer bei der Nachttanz-Demo gegen die GEMA

Dortmund.  Mit einer nächtlichen Demo haben rund 400 Menschen in Dortmund gegen die Gema protestiert. Was nach Party aussah, hat einen ernsten Hintergrund: Von der geplanten neuen Tarifstruktur sehen sich viele Clubs gefährdet. „Gema kills the Musicstar“ stand auf einem der Transparente.

„Gema weg“ forderten etwa 400 Demonstranten bei einer Aktion am Freitagabend in Dortmund. Für sie sind die Wahrnehmer von Urheberrechten gar eine „Gruppe Ekeliger Mafiöser Abzocker“. Mit einer so genannten Nachttanzdemo protestierten fröhliche Partypeople ernsthaft gegen die geplante neue Tarifstruktur. Daraus entwickelte sich letztlich eine ausgelassene Technoparade vor ernstem Hintergrund.

„Ich bin dabei, weil meine Stammdisco vielleicht zu machen könnte oder viel höhere Eintrittspreise von uns haben will“, sagt Sven (19), Auszubildender aus Wambel. Seine Nachbarin hält ein selbstgemaltes Transparent hoch: „2013 noch tanzen?“ fragt sie. Oder - auf einer anderen Tafel - wird der Übeltäter heftig an den Pranger gestellt: „Gema kills the Musicstar“.

Konfetti, Seifenblasen und rund 400 Demonstranten

Techno-DJ Leinad Lessil (u.a. absolut club) hatte gemeinsam mit Marc Zielmann und Alex Sobax (beide aus Essen) die Demo organisiert. Mit vier umgebauten Lkw, einem Bully und einem mit Technik vollgestopften Reggae-Dreirad ging’s vom Nordausgang des Hauptbahnhofs durch die City. Unterwegs flog Konfetti, wirbelten Seifenblasen, ab und ab waberten Rauchschwaden aus einem Truck. Erinnerungen an die Loveparade.

Der Gewitterregen hatte einen kräftigen Strich durch die Rechnung bei den Teilnehmerzahlen gebracht. Allein über Facebook waren 19 537 Musikfans eingeladen worden, immerhin 1671 hatten im Internet ihre Teilnahme zugesagt, wirklich dabei waren letztlich vielleicht 400, die fröhlich tanzend den wummernden Bässen folgten.

So klingt Protest im Ruhrgebiet: "Gema weg"

„Die Gema muss reformiert werden“

Über Leopoldstraße, Burgwall, Kuckelke gab’s hinter der Reinoldikirche auf der Kampstraße mit einem Rapper von Tumult aus Münster eine erste Zwischenkundgebung. Detlef „Magic“ Lauster, Komponist, Texter, Musiker und Sänger aus Gelsenkirchen und selbst eingeschriebenes Gema-Mitglied, rebellierte vor der Bezirksverwaltung am Südwall: „Die Gema muss reformiert werden“, lautete seine Forderung: „Nur die Elite verdient bei dem derzeitigen System“.

Lauster setzt sich bereits seit 2006 gegen die, wie er sagt, „Ungerechtigkeiten“ bei der Gema ein, die die „Erfolgreichen immer erfolgreicher und reicher macht auf Kosten der kleineren Künstler“. Auf der Abschlussparty auf dem Friedensplatz machte es Leinad Lessil noch einmal deutlich: „Wir können uns die Gebührenerhöhung einfach nicht gefallen lassen“. Die Musik unterwegs war - wie sollte es anders sein - natürlich gemafrei.

Joachim vom Brocke


Kommentare
29.07.2012
12:14
@ hamicha #5
von An77 | #7

..." erst wenn die merken,daß durch exorbitante Gebührenerhöhungen auch Einnahmen wegbrechen können werden die wachwerden"...

Ich fürchte dem ist nicht so. Die Gebühren wurden dermaßen saftig erhöht (bis zu 600% -in Worten: sechshundert!), da werden die wenigen Clubs, die dieses Überleben, genug abwerfen.
Das dieses das Ende für zig kleine Clubs und Konzerte ist, Interessiert die GEMA nicht.
Ebenso, daß ihr Tarif-System zig unlogische Stellen enthält.
Schließlich geht es um Geld (und nicht um gerechte Umverteilung), da ist kein Platz für Logik.

Traurigtraurig.......

29.07.2012
01:27
Protest gegen die Gema bei Nachttanzdemo in Dortmund
von Vorstecher | #6

Der Schaden , nicht nur kulturell , der hier durch den " Weißen Hai " entsteht ist nicht abzusehen. Das Kartellamt kann hier leider nichts machen. Deutsche Gier , politisch und gesetzlich abgesegnet legt sich wie die Pest über unser Land, und das ist wohl erst der Anfang. Einfdach zum ko... (Rückwärtsgang).

28.07.2012
18:57
Der Gema wird...
von hamicha | #5

das Ganze am Gesäß vorbeigehen.
Allerdings : erst wenn die merken,daß durch exorbitante Gebührenerhöhungen auch Einnahmen wegbrechen können werden die wachwerden, aber das kann dauern !

Und schon hat die ARGE auch wieder neue Kunden.

Für mich ist doch die Frage, ob die Gema das Ganze allein initiert hat , oder die
" Künstler,Autoren,etc." aktiv geworden sind um sich endlich mal das gehaltsmäßig leisten zu können ,was auch ein zweitklassiger Fussballtreter kann.
Und dann kommt wieder die GEZ ins Spiel,denn die Sender werden wohl auch mehr blechen müssen und die nächste Gebührenerhöhung braucht keine anderweitige Begründung mehr !

28.07.2012
17:27
Protest gegen die Gema bei Nachttanzdemo in Dortmund
von Vorstecher | #4

Wahrscheinlich plant die GEMA auch noch Gebühren auf Hörgeräte und Sehhilfen .

28.07.2012
15:17
Protest gegen die Gema bei Nachttanzdemo in Dortmund
von PESATO | #3

Nicht nur die GEMA missbraucht ihr Amt, das Rechte von Musikern unterstützen sollte und zerstört die Chance für viele Musiker, sich erst zu etablieren, genauso wie die GEZ.
GEMA, sowie GEZ sind Stellen, welche einfach keine Daseinsberechtigung haben sollten, es sind reine Abkassierer!!!
http://openpetition.de/petition/online/gegen-die-tarifreform-2013-gema-verliert-augenmass
Es ist langsam Unfassbar wie groß die Gier bei diesen Institutionen werden kann nur um ihre eigenen Konten zu füllen...

28.07.2012
15:13
Protest gegen die Gema bei Nachttanzdemo in Dortmund
von maped | #2

Es ist gar nicht so lange her, da hat die Gema oder wars die Gez- Mafia?... einfach mal die Gebühr für Speichermedien kräftig erhöht um 150%, weil wir alle unseren Content illegal runterladen...

28.07.2012
12:10
Protest gegen die Gema bei Nachttanzdemo in Dortmund
von xxyz | #1

Diskos, Musikveranstaltungen und DJs bauen ihr Geschäftsmodell auf den Werken von anderen auf, die sich von der GEMA vertreten lassen. Hier ist es OK, Gebühren zu verlangen. Die Höhe ist dann Verhandlungssache.

Dass aber die GEMA für alle Sachen Geld haben, die irgendwie und irgendwann etwas mit Content zu tun haben könnten, ist eine Frechheit und widerspricht aus meiner Sicht den Prinzipien des Rechtsstaates. Ebenso wird der Standort geschwächt, da Produkte, mit zusätzlichen Gebühren belastet werden.

Hier ist wohl ein Punkt erreicht, in dem auch das Verfassungsgericht eingreifen sollte.

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