Das aktuelle Wetter Dortmund 9°C
Landgericht

Praktikantin gab Räubern Tipp

31.05.2012 | 17:38 Uhr
Praktikantin gab Räubern Tipp

Dortmund.   Wegen schwerer räuberischer Erpressung müssen sich zwei 21 und 23 Männer vor dem Landgericht verantworten. Unter anderem haben sie eine Edeka-Angestellte überfallen, als sie die Tagesseinnahme zur Bank brachte. Der Tipp stammte von der Freundin des einen Mannes, die dort gerade ein Praktikum machte.

Solche Nachwuchskräfte wünscht sich kein Chef: Ein Rewe-Auszubildender und eine Praktikantin bei Edeka verrieten ihren Freunden, wo und wann genau ihr Arbeitgeber die Tageseinnahmen zur Bank bringen. Die Angestellten wurden überfallen – und die 21 und 23 Jahre alten Freunde sitzen jetzt vor Gericht.

Schwere räuberische Erpressung in vier Fällen lautet die Anklage vor der 31. Großen Jugendstrafkammer. Von Januar bis Oktober 2011 erbeuteten die beiden jungen Männer, von denen einer seit Dezember 2011 in U-Haft sitzt, knapp 26.800 Euro. Das Geld wurde brüderlich geteilt, einmal bekam auch ein dritter Kumpel, der das Fluchtauto gefahren hatte, 700 Euro ab.

Sie brauchten kein Geld für Drogen, kein Geld für Alkohol, die zwei waren nur einfach „klamm“. Der eine hatte Schulden, der andere kaufte sich von der Beute ein Auto und richtete seine Wohnung ein. „Das stimmt alles so“, sagte Nummer eins höflich auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters Ulf Pennig, und sein Komplize ergänzt ganz cool: „Ist korrekt.“

Als erstes überfielen sie am Abend des 2. Januar 2011 eine Tankstelle in Hagen: Der eine zog eine Softair-Pistole, der andere wartete im Auto. 565 Euro ließ das Duo hier mitgehen.

Überfall auf dem Vorplatz der Sparkasse

Da sah die Beute beim zweiten Überfall mit 15.000 Euro schon anders aus: Die damalige Freundin des einen Angeklagten, die gerade ein Praktikum bei Edeka machte, hatte ihrem Liebsten und dessen Freund den entscheidenden Tipp gegeben. Die beiden lauerten der Angestellten am 10.Oktober auf dem Vorplatz der Sparkasse am Brackeler Hellweg auf, als sie gerade die Geldbombe einwerfen wollte.

Und wie praktisch, dass ein gemeinsamer Freund der beiden zu jener Zeit seine Ausbildung bei Rewe in Unna absolvierte und daher genau wusste, wann und wo die Einnahmen in Höhe von 10.000 Euro zur Massener Volksbank gebracht werden.

Vielleicht wäre das Duo auch nach dem letzten Überfall auf eine Tankstelle in Hemer gar nicht aufgefallen – hätte der eine Angeklagte nicht seine Freundin betrogen. Die war nicht nur sauer und verletzt, sondern wusste auch ziemlich viel. Aus Rache ging sie zur Polizei und packte aus.

Von dem Geld ist inzwischen nichts mehr übrig. Urteil voraussichtlich am 21. Juni.

Kathrin Melliwa



Kommentare
Aus dem Ressort
Spektakuläre Festnahme in der Dortmunder Nordstadt
Spezialkräfte im Einsatz
Spezialkräfte der Polizei haben am Donnerstagmittag mindestens zwei Personen in der Dortmunder Nordstadt festgenommen. Offenbar handelt es sich um den Teil einer bundesweiten Aktion. Die Ermittler hüllen sich allerdings in Schweigen und verweisen auf eine angekündigte Pressekonferenz.
LKW pflastert Ende der OW IIIa mit Bierkästen
Kurioser Unfall
Bierschwemme in Asseln: Bei einem kuriosen Unfall am Ende der OW IIIa hat ein Bierlaster am Donnerstagmittag Teile seiner Ladung verloren. Die Ecke Brackeler Straße/Asselner Straße musst wegen der Überreste der Bierkästen gesperrt werden.
Polizei sucht Smartphone-Diebe aus der S2
Fahndungsbild
Mit dem Bild einer Überwachungskamera sucht die Polizei nach zwei mutmaßlichen Smartphone-Dieben. Die beiden sollen einem Dortmunder in der S-Bahnlinie 2 das Telefon gestohlen haben.
Schild warnt vor Giftködern — als Abschreckung erlaubt?
Warnung
"Giftköder zur Hundeabwehr ausgelegt!" — dieser Satz steht auf einem Schild in einem Vorgarten in Dortmund-Oestrich. Zur Beruhigung: Dort liegt nicht wirklich Gift. Aber ist eine solche Abschreckung erlaubt? Und was hilft wirklich, damit der Vorgarten nicht zum Hundeklo wird?
Westfalenhalle und FZW bekommen Konkurrenz
Konzerte
Dortmund bekommt einen neuen Partytempel: Die Phoenix-Halle in Hörde wird zur Konzert-Arena mit Disko-Betrieb. Ein privater Investor will das denkmalgeschützte Gebäude umbauen und erweitern. Mit einer Kapazität von bis zu 3600 Plätzen könnte die Phoenix-Halle den Westfalenhallen Konkurrenz machen.
Fotos und Videos
Im Haus der kleinen Forscher
Bildgalerie
Fotostrecke
Martener Kindergarten hat neue Spielgeräte
Bildgalerie
Fotostrecke
Die Zirkusschule des Circus' Antoni
Bildgalerie
Fotostrecke