Pop-Talent Alicia Keys
14.05.2010 | 12:56 Uhr 2010-05-14T12:56+0200Alicia Keys hat 7000 Fans in der Arena Oberhausen einen unvergesslichen Abend beschert.
Vor vielen Jahren war sie in Chopin verknallt. Doch ihre Musik war und ist schwarz. Musik, von der sie auf der Straße angefixed wurde. Zum Glück für die 7000 Fans in der Arena Oberhausen, die am Donnerstag einen unvergesslichen Abend mit der zwölffachen Grammy-Gewinnerin Alicia Keys auf deren „Freedom“-Tour verlebten.
Eins der größten Talente des Pop
Sie ist unbestritten eines der größten Talente, das das internationale Popbusiness derzeit zu bieten hat. Am 22. Mai spielt der FC Bayern München im Champions-League-Finale. Alicia Keys zumindest ist ins Viertel- oder Halbfinale gegen Konkurrentinnen wie Beyonce, Kylie Minogue oder Madonna vorgestoßen. Und das mit ausgefeilter Taktik. Denn sie verlässt sich nicht auf pompöse Choreographien mit herumspringenden Tänzern, großem Schnickschnack oder schier endlosen Kostüm-Schlachten. Sie besticht einzig durch ihre charismatische Ausstrahlung und durch ihre phänomenale Stimme.
Gegen 21 Uhr ist die 29-Jährige gefangen in einem Käfig aus Stahl – passend zum Opener „Caged Bird“ (Eingesperrter Vogel) ihres 90-minütigen Konzertes. Doch nicht lange. Dann lässt sich die ganz in Schwarz mit grauer Lederjacke gekleidete, die Haare zum Pferdeschwanz gekämmte Alicia Keys von ihrem einzigen Tänzer aus der Gefangenschaft befreien, schiebt die Gitterstäbe zur Seite. Zuvor hatte sie in einer Videobotschaft auf großer Leinwand betont, dass das für all diejenigen ist, „die geglaubt haben, dass ich es nicht schaffe“.
Weltweit 20 Millionen Alben verkauft
Und sie hat es geschafft. In den zurückliegenden zehn Jahren verkaufte sie weltweit rund 20 Millionen Alben, holte sich zwölf Grammys, spielt heute in der Königsklasse. Steil die Karriere der Alicia Joseph Augello-Cook, die befreit aus dem Käfig ihr „Love Is Blind“ singt. Und schon bei „Fallin‘“, ihrem Hit, mit dem ihr 2001 der Durchbruch gelang, steht auch das Publikum im komplett bestuhlten Innenraum. Mal begleitet sie sich selbst am Klavier, mal liefert sie sich mit einer umgehängten Keyboardgitarre in Schlüsselform bei „Go Ahead“ ein Duell mit ihrem Gitarristen. „Ich will, dass ihr frei seid“, ruft sie den Fans zu, gibt sich während ihres gesamten Konzertes rebellisch und kämpferisch. Und über eine Projektionsfläche flimmern derweilen Bilder von John F. Kennedy, Martin Luther King oder auch Mahatma Ghandi.
Ihre großartige Stimme kommt vor allem im eher akustischen Mittelteil des Konzertes voll zur Geltung, als ein digitales Leuchtband „Play Me“ am Klavier sie auffordert, quasi im Alleingang ihr „Pray For Forgiveness“ oder „Diary“ zu singen. Eigentlich viel zu kurz dieser Teil des Konzertes, in dem die Klarheit und die ganze Bandbreite ihrer Stimme in der Arena Oberhausen besonders zur Geltung kommt. Da dreht sich das Klavier, auf dem sie sich später noch lasziv räkelt, mit dieser „Superwoman“ an den Tasten.
Sexy Top mit tiefem Ausschnitt
Die Komponistin und Produzentin kann sich sogar den Luxus leisten, dass sie für den einzigen, schnellen Garderobenwechsel einer ihrer ebenfalls stimmgewaltigen Backgroundsängerin das Singen von „Feeling Good“ komplett überlässt. Wenig später ist Alicia Keys wieder da, strahlend, in einem grauen sexy Top mit tiefem Ausschnitt und auf High Heels. „Try Sleeping Whith A Broken Heart“ erklingt. Mit Doesn’t Mean Anything“ und „No One“ beendet sie unter dem Jubel ihrer Fans das Konzert. Aber dann gibt es noch mal einen ruhigeren Nachschlag: „Empire State of Mind“.
10:28
Diese Frau ist nicht im Halb,- oder Viertelfinale, diese Frau ist an der Spitze, und zwar unübertroffen.