Polizisten finden Blanko-Ausweisdokument

Bei einer Personenkontrolle ist der Polizei ein "Blanko-Dokument" für einen vorläufigen Personalausweis in die Hände gefallen. Der amtliche Vordruck enthielt weder Namen noch Adresse. Er stammt aus Beständen der Dortmunder Bürgerdienste. Dort wird nun gesucht, ob weitere Papiere fehlen.

Dortmund.. Die Polizei hat die Stadtverwaltung bereits Mitte vergangener Woche über den mysteriösen Fund informiert. Er soll bei einer Personenkontrolle nach einem Verkehrsunfall aufgetaucht sein. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, wollte die Polizei am Mittwoch weder Angaben zum Ort des Unfalls machen noch zur Identität der Person, die das Dokument mit sich trug. Offen bleibt vor allem, wie das amtliche Papier in unbefugte Hände geraten konnte.

Wie zu erfahren war, handelt es sich um ein "Blanko-Dokument" für einen vorläufigen Personalausweis. Es war weder mit Namen noch mit einer Adresse versehen und trug auch kein amtliches Siegel. Über die Seriennummer konnte das Papier den Dortmunder Bürgerdiensten zugeordnet werden.

Vollständigkeitskontrolle angeordnet

Sind möglicherweise noch weitere Dokumente aus den Beständen der Bürgerdienste verschwunden? Auch eine Woche nach Bekanntwerden des Vorfalls konnte die Verwaltung darauf am Mittwoch keine Antwort geben. Dabei müssten lediglich die in der Datenbank gespeicherten Seriennummern mit den vorhandenen Papieren verglichen werden. "Eine Vollständigkeitskontrolle ist jetzt angeordnet worden", ließ die Verwaltung über ihren Sprecher Michael Meinders mitteilen.

Nach Angaben der Stadt werden die Dokumente in einem Tresor aufbewahrt, während des Dienstbetriebes in "den abschließbaren Kassetten der Sachbearbeiter". Grundsätzlich hätten rund 100 Mitarbeiter Zugriff auf die Vordrucke. Das Personalamt hat den betreffenden Sachbearbeiter nun zu einer mehrstündigen Anhörung geladen.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Wie kann ein Blanko-Ausweis in fremde Hände geraten? Und was hatte der Betreffende damit vor? Das fragt sich nicht allein die Polizei, die inzwischen ein Strafverfahren gegen Unbekannt in die Wege geleitet hat und "in alle Richtungen" ermittelt, wie es am Mittwoch hieß. Die Staatsanwalt ist eingeschaltet und will sich am Donnerstag mit dem Fall befassen.