Polizei zeigt, wie gefährlich Pyrotechnik tatsächlich ist

In Sekundenschnelle dringt die Seenot-Fackel durch den Stoff.
In Sekundenschnelle dringt die Seenot-Fackel durch den Stoff.
Foto: Knut Vahlensieck
Was wir bereits wissen
Zerfetzte Hände, klaffende Wunden bis auf den Knochen im Oberschenkel oder Knalltraumata: "Bengalos sind lebensgefährlich", sagt Polizeioberkommissar Oliver G. von der Entschärfergruppe der Bundespolizei. Das zeigen die Beamten in einer beeindruckenden Vorführung in Dortmund.

Dortmund.. Keine Frage: Die pyrotechnischen Inszenierungen im Fußballstadion sehen schön aus, farbenprächtig. „Doch sie sind lebensgefährlich“, betont Polizeioberkommissar Oliver G. von der Entschärfergruppe der Bundespolizei aus Düsseldorf. Zerfetzte Hände, klaffende Wunden bis auf den Knochen im Oberschenkel oder Knalltraumata durch die Detonation von ohrenbetäubenden Böllern seien die Folge.

In einer eindrucksvollen Vorführung haben Beamte der Bundespolizei auf einem Freigelände an der Treibstraße demonstriert, welche immensen Gefahren von solcher Pyrotechnik und solchen Böllern ausgehen. „Zu den negativen Erscheinungsformen im Zusammenhang mit dem Fußballs zählt auch das Abbrennen von Pyrotechnik und das Zünden und Werfen von Feuerwerkskörpern“, sagte Polizeioberrat Oliver Humpert, Chef der Bundespolizeiinspektion Dortmund. Und das nicht nur in den Stadien, „sondern in Zügen, Bahnhöfen und Tunnelbereichen.“ Und dadurch komme es immer wieder zu schweren Verletzungen von Fußballfans, von Unbeteiligten, aber auch von Beamten der Bundespolizei. „Die Einsatzzahlen liegen in diesem Bereich gleichbleibend auf auf einem relativ hohen Niveau“, erklärte Oliver Humpert.

Thorsten L., ebenfalls Entschärfer bei der Bundespolizei, demonstriert, wie schnell einfaches Schwarzpulver abbrennt. Stopft man es in handelsübliches Schreibmaschinenpapier und zündet es an, dann explodiert es förmlich.

Mit Wasser nicht zu löschen

Kein Vergleich allerdings zur Seenot-Fackel, „die jeder ab 18 Jahren kaufen kann“, so Oliver G.. Hell gleißend das Licht, nachdem der Bundespolizist die Fackel angezündet hat. 2000 Grad heiß und weder durch Wasser noch durch Sand zu löschen. Das Feuer geht durch Kleidung, hinterlässt von einer Fleecejacke nur noch einen Flickenteppich. „Derjenige, der diese Seenotfackel in der Öffentlichkeit zündet, begeht eine Straftat“, erläutert der Experte der Bundespolizei.

Landgericht Gerade in Menschenmengen, in denen das Abfackeln nicht mehr zu kontrollieren sei, wenn derjenige, der sie in der Hand hält, strauchelt oder zu Fall kommt, „ist das Anzünden für alle im Umfeld lebensgefährlich“, berichtet Oliver G.. Schwerste Verbrennungen können die Folge sein, an denen die Opfer ein Leben lang zu leiden haben.

Ebenso lebensgefährlich sind die so genannten „Polen-Böller“, die hier nicht zugelassen sind, aber immer häufig gezündet werden. „Die Kollegen beim Fußballeinsatz sind mittlerweile mit speziellen Helmen und Gehörschutz gesichert“, so Humpert. Besonders gefährlich, wenn Böller in einem Tunnel gezündet werden und sich die Knallwirkung noch verstärkt.

Welche gefährlichen Verletzungen solche Böller hervorrufen können, wenn sie in der Hand explodieren, demonstrierten die Beamten anhand einer Schweinepfoten. Sie wurde regelrecht von einem Böller zerfetzt. „Schwerste Verletzungen hat es gegeben, die auch die Muskulatur am Unterarm zerstört hat“, berichtet Oliver G.