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Polizei will gegen Hooligan-Gewalt härter durchgreifen

18.12.2012 | 17:59 Uhr
Rund um das Revierderby musste die Polizei gegen gewaltbereite Fans vorgehen.Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.  Die Dortmunder Polizei stößt bei der Bekämpfung von Hooligan-Gewalt an ihre Grenzen. Jetzt hat die Behörde gegen Gewalt rund um den BVB einen Maßnahmenkatalog vorgestellt — und der reicht von veränderten Anreisewegen der Fans über Umbauten am Einlass bis zu beschleunigten Verfahren gegen Fußball-Straftäter.

Mit einem umfangreichen Maßnahmenkatalog reagiert die Polizei auf die zunehmende Gewalt einiger Hooligangruppierungen rund um die BVB-Spiele. Denn die Polizei möchte auch künftig sicherstellen, dass friedliche Fußballfans, insbesondere Familie mit Kindern, gefahrlos die Begegnungen besuchen können. Der Katalog reicht von baulichen Veränderungen u.a. im Einlassbereich des Signal Iduna Parks, über veränderte Anreisewege für die Fans, über detailliertere Maßnahmen gegen Rechtsextremisten, die Einführung von beschleunigten Verfahren gegen Fußballstraftäter bis hin zu Forderungen nach schärferen Einlasskontrollen, einem professionelleren BVB-Ordnungsdienst sowie einem Glas- und Dosenverbot im kompletten Veranstaltungsbereich.

Personelle Grenzen

Man stoße beim Aufwand, den man zur Bekämpfung von Gewalt rund um die Fußballspiele in Dortmund betreibe, an Grenzen, betonte Polizeipräsident Norbert Wesseler am Dienstag. Immer mehr Polizisten seien im Einsatz bei immer mehr Spielen, nicht nur in der Bundesliga, sondern auch in der 3. Liga. Immer häufiger stünden die Beamten gewaltbereiten Hooligans gegenüber, „wobei die Masse der Fans friedlich ist“, betonte der Behördenleiter im Präsidium.

Hintergrund

Insgesamt kamen zu den 22 BVB-Spielen 850.000 Menschen.

Das Derby gegen Schalke am 20. Oktober habe gezeigt, „dass wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen können“, erklärte Wesseler. Die Unterzeichnung des DFB-/DFL-Sicherheitspapiers sei ein Schritt in die richtige Richtung. Sicher habe auch der Druck durch die öffentliche Diskussion über Gewalt beim Fußball dazu geführt, ein Druck, der auch durch die Kommunen und die Polizei auf die Vereine aufgebaut worden sei. Er hätte es jedoch in der Diskussion für hilfreich gefunden, wenn man die Zeit dazu genutzt hätte, auch gegen Gewalt zu demonstrieren und sich von Gewalttätern zu distanzieren.

Polizeieinsatz beim BVB

Die Polizei in Dortmund habe in dieser Saison nicht nur elf Spiele des BVB in Bundesliga und Champions League begleitet, „sondern auch elf Spiele in der 3. Liga“, erläuterte Polizeidirektor Andreas Wien. Bislang wurden bei den Einsätzen schon 44 Personen verletzt, davon zwölf Polizeibeamte, 29 Fans sowie drei Unbeteiligte. Im Vergleich dazu: 52 Personen wurden in der Saison 2011/12 verletzt.

Im Gespräch bleiben

Man werde versuchen, mit den Fans, auch mit den Ultras im Gespräch zu bleiben bzw. „ins Gespräch zu kommen“, so der Leitende Polizeidirektor Dieter Keil. Allerdings nicht über straffällige Verhaltensweisen oder Pyrotechnik.“ Ziel der Polizei sei es, „einen störungsfreien Verlauf der Fußballspiele zu gewährleisten, ohne Gewalt und Straftaten.“ Dazu habe man erste Maßnahmen bereits umgesetzt, weitere sollen nach der Winterpause greifen, bauliche Veränderungen zur nächsten Saison. So habe man ein Sicherheitskonzept für die Gaststätte Flora mit der Stadt erarbeitet. Es werde einen zusätzlichen Sicherheitskorridor geben, ein Glas- und Flaschenverbot.

Video
Dortmund, 17.12.12: Der BVB Geschäftsführer Hans Joachim Watzke, äußert sich im Interview mit "BVB Total" zu dem vermeintlich rechtsextremen Ordner im Sicherheitsdienst.

Bauliche Veränderungen im Stadion sollten dazu beitragen, dass die Einlasskontrollen wirkungsvoller erfolgen könnten und ohne Druck auf die Ordner. Zudem müsste durch bauliche Maßnahmen eine konsequentere Fan-Trennung im Stadion erfolgen. „Wir wollen Gewalttäter bei den Ultras stärker aus der Anonymität herausholen“, sagte Keil. Bekannte Straftäter sollten zudem wirkungsvoller vom Stadion ferngehalten werden.

 

Andreas Winkelsträter



Kommentare
12.01.2013
20:54
Polizei will gegen Hooligan-Gewalt härter durchgreifen
von boehmann | #15

Warum werden diese Kaoten immer noch als Fußballfans bezeichnet ?
Der wahre Fan ist zwar laut , aber friedlich. Ich distanziere mich als Fan außdrücklich von diesem MOB, und lasse mich von den Medien nicht zusammen in einen Topf werfen !!

1 Antwort
Polizei will gegen Hooligan-Gewalt härter durchgreifen
von annennerede | #15-1

Noch besser wäre es, Sie wendeten sich aktiv gegen den MOB.

19.12.2012
15:44
Polizei will gegen Hooligan-Gewalt härter durchgreifen
von Trompeten-Charly | #14

Gut so! Am Besten alle einfangen und für 12 Monate wegsperren - bei Wasser und Brot! Aber vorher den "Arschtritt" nicht vergessen! Ich finde es einfach zum Kotzen, daß derlei Typen einfach so umgeschoren davon kommen ... Liebe Polizeibeamten: Packt sie euch und laßt die Knüppel sausen - ihr trefft nie einen Falschen!

19.12.2012
14:52
Polizei will gegen Hooligan-Gewalt härter durchgreifen
von darum | #13

Ganz einfach und schnell und damit Wirksam:

Schnell Verfahren und Knallharte Urteile kein wenn und aber

19.12.2012
12:49
Polizei will gegen Hooligan-Gewalt härter durchgreifen
von DaDU | #12

Na, endlich. Ich möchte als Fussballfan ins Stadion gehen und Fussballfeste erleben.
Früher bei Derbies in Essen gegen andere Ruhrgebietsvereine wurde man mehr an bürgerkriegsähnliche Unruhen erinnert als an ein Fussballspiel. Ich bin teilweise genau aus diesem Grunde nicht mehr zu Derbies gegangen. Solche Hassspiele hatten und haben einfach nichts mit Fussball zu tuen. Das brauch ich nicht im Stadion. Ich brauch auch keine Pyromanen im Stadion. Aber ich weiß, dass die Ursachen dieser Exzesse woanders liegen. Man kann sie nur beim Fussball, versteckt in der Masse, mit Gleichgesinnten, besonders einfach ausleben.

Ich will allerdings nur Fussball gucken und erleben. Und wenn es geht dabei abfeiern!

19.12.2012
12:46
Polizei will gegen Hooligan-Gewalt härter durchgreifen
von Marcy1979 | #11

... jedem der Ärger macht konsequent den Zutritt zu alles Stadien verbieten ... das sollte eigentlich ausreichen ...

19.12.2012
12:44
@Beobachter1909 | #8
von vaikl2 | #10

Womit sich Ultras und Hools garantiert selbst lächerlich machen werden, ist Ihre unsäglich komische Hobbyrevoluzzer-Attitüde.

19.12.2012
12:08
Polizei will gegen Hooligan-Gewalt härter durchgreifen
von RiN77 | #9

Wenn es dazu beiträgt, die andauernden Störer ( ausdrücklich NICHT die wirklichen, friedlichen Fans!! ) aus dem Fußballumfeld zu halten, dann gerne!!

Allerdings wird es nichts nützen, wenn die Polizei ihre Möglichkeiten ab jetzt konsequenter und härter durchzieht, wenn die Justiz nicht mitspielt.
Die Urteile der Richter und Staatsanwaltschaften müßten dann in ihrer Härte Hand in Hand mit dem Durchgreifen der Polizei stehen und zwar auch schon direkt kurz nach der Tat ( "Beschleunigtes Verfahren" ) und nicht viele Monate später, wenn man sich kaum noch daran erinnern kann....

Immer nur lächerliche Bewährungen und Ermahnungen als Urteile führen sonst die pol. Maßnahmen einfach ad absurdum!
Dann können wir die Polizei auch woanders einsetzen oder ins Dienstfrei schicken..

Gruß aus Moers

19.12.2012
11:44
Polizei will gegen Hooligan-Gewalt härter durchgreifen
von Beobachter1909 | #8

Beschleunigte Verfahren gegen Fußballfans? Wir werden schon genug wie Menschen zweiter Klasse behandelt.
Wir Fußballfans sind eine mündige Masse geworden die der Politik und Polizei nicht mehr diese Angst- und Sicherheitsmärchen abkauft.
Lebt eure Träume vom Überwachungsstaat bitte woanders aus aber nicht beim Fußball.
Die deutschen Stadien schweigen schon und das wird sich auch bei der nächsten Wahl wiederspiegeln.

6 Antworten
Polizei will gegen Hooligan-Gewalt härter durchgreifen
von misterjones | #8-1

"Beschleunigte Verfahren gegen Fußballfans?"

Nein, da steht "beschleunigte Verfahren gegen Fußball-Straftäter". Sie erkennen den Unterschied?

Polizei will gegen Hooligan-Gewalt härter durchgreifen
von DKWF12 | #8-2

Mündig, im Sinne selbst bestimmend, wählend, war ein Fußballfan schon immer. Da gibt es nichts Neues.
Es kann gewählt, bestimmt werden, zu welchen, oder ob er zu einem Spiel geht. Damit hat es sich aber auch schon.
Die Gesetze gelten für so genannte Fußballfans, genau wie für jeden anderen Bürger, innerhalb und außerhalb eines Stadions.
Im Stadion hat der Veranstalter auch noch das Hausrecht.
Im Klartext heißt dieses. Sagt der Veranstalter, du kommst hier nicht rein, dann ist die Sache, wie bei einer Disco oder einem Club, mit der mündigen Masse, gelaufen.

Polizei will gegen Hooligan-Gewalt härter durchgreifen
von Hagrid | #8-3

Eine "mündige Masse"? In der jeder Einzelne "aufgeht"? Gibt es vor allem in totalitären Systemen.
Überschätzt Euer Gewicht bei Wahlen mal nicht. Da bewegt Ihr nicht viel.

Polizei will gegen Hooligan-Gewalt härter durchgreifen
von Trompeten-Charly | #8-4

Lieber Beobachter,

Sie scheinen für solche Fälle wohl unter Wahrnehmungsstörungen zu leiden ....

Polizei will gegen Hooligan-Gewalt härter durchgreifen
von runningvalentino | #8-5

Lieber Beobachter,

Fußballfans, zumindest die Hools und viele Ultras, werden nicht wie Menschen zweiter Klasse behandelt, sondern sie benehmen sich wie solche.

Nein??? Habe ich selbst erlebt im Zug und im ÖPNV; war wie ein Viehtransport.
Einfach ekelerregend.

Polizei will gegen Hooligan-Gewalt härter durchgreifen
von annennerede | #8-6

Warum werden diese Personen immer nur kurzzeitig festgesetzt? Muss man sie sofort freilassen? Drei Tage Ermessensspielraum müssten doch möglich sein...

19.12.2012
11:32
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

19.12.2012
11:17
Polizei will gegen Hooligan-Gewalt härter durchgreifen
von ichliebekoenigsblau | #6

beschleunigten Verfahren gegen Fußball-Straftäter

WENN das man klappt,
wer es gut !

1 Antwort
Polizei will gegen Hooligan-Gewalt härter durchgreifen
von ichliebekoenigsblau | #6-1


oha
- wäre - wäre besser gewesen

;-))

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