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Polizei will auch Blechschäden aufnehmen

14.08.2012 | 05:00 Uhr
Polizei will auch Blechschäden aufnehmen
Etwa geschätzte 30 Prozent der Arbeitszeit verbringen Polizeibeamte - hier Kräfte der Wache in Körne - bei Verkehrsunfällen.Foto: Ralf Rottmann

Dortmund. Auf geteiltes Echo in Dortmund stößt Hubert Wimber, Polizei-Chef in Münster, mit seinem Vorschlag, die Polizei solle nicht mehr ausrücken, wenn „nur Blechschaden“ an Autos gemeldet wird . Aus Reihen der Polizeigewerkschaft kommen grundsätzliche Bedenken . Die Dortmunder Versicherungsunternehmen, die Kfz-Haftpflichtversicherungen anbieten, sehen die Sache differenziert.

„Nicht immer ist die Sachlage eindeutig“, so Hannes Tutschku, Pressesprecher der Signal Iduna. Wenn es beispielsweise beim Rangieren auf einem Parkplatz zu einem kleinen Blechschaden komme, dann reiche seiner Versicherung „eine formlose Schilderung des Sachverhalts, ohne die Einschaltung der Polizei“.

Aber - und das haben viele Bürger, die in einen Unfall verwickelt sind, schon erlebt, sei die Sachlage nicht immer eindeutig. Tutschku: „So kann bei einer Vorfahrtverletzung, ein Teil der Schuld bei dem Geschädigten liegen, dann, wenn er etwa zu schnell gefahren sein sollte. In diesem Fall ist beispielsweise eine Sicherung von Bremsspuren durch die Polizei erforderlich, damit die gefahrene Geschwindigkeit ermittelt werden kann. Das würde auch für einen Bagatellschaden gelten.“

Bei Wildschäden immer Polizei rufen

Wenn es wirklich um Bagatellen gehe, dann reiche eine Meldung (möglichst umgehend), ohne die Polizei zu bemühen, versichert Simone Szydlak von den Volkswohl Bund-Versicherungen: „Es hilft in jedem Fall, wenn die Beteiligten zur Sicherheit zwei bis drei Fotos mit ihren Handy machen.“

Info
TIPPS FÜR DIE PRAXIS

Das Wichtigste und vielfach Schwerste nach einem Unfall: Ruhe bewahren.

Als erstes muss die Unfallstelle abgesichert werden. Bei starken Verkehr die Unfallstelle markieren und an den Rand fahren.

Zu Beweiszwecken sollten Fotos gemacht werden. Das ist heutzutage - dank Handykameras - in der Regel kein Problem mehr.

Machen Sie sich Notizen (Kennzeichen, Namen und Anschriften der beteiligten Fahrer und Halter. Ort und die Zeit des Unfalls). Schreiben Sie auch die Anschriften und Telefonnummern von Zeugen - falls vorhanden - auf.

Grundsätzlich müsse man jedoch davon ausgehen, dass geschulte Polizeibeamte in der Regel eine sachlich und fachlich fundierte Unfallaufnahme leisten könnten. Außerdem würden sie durch die Vergabe von Bußgeldern dokumentieren, wer als Verursacher eines Unfalls angesehen werden kann. Auf jeden Fall zu rufen sei die Polizei, so Szydlak bei Wildschäden (ab 600 Euro) und bei Diebstahldelikten.

Die Gewerkschaft der Polizei hält nichts vom Vorschlag aus Münster. Es müsse Aufgabe der Polizei bleiben, Unfälle aufzunehmen, auch um Verkehrsvergehen im Umfeld der Unfälle zu ermitteln und zu ahnden. Die Rechnung von Hubert Wimber, 30 Prozent der Polizeiarbeit könnten für andere Aufgaben genutzt werden, gehe nicht auf, argumentiert die Gewerkschaft.

Klaus Buske

Kommentare
14.08.2012
12:28
Alkoholdelikte
von popeye2 | #3

Bagatellschäden sind ein Hauptgrund dafür, dass Alkoholdelikte überhaupt erkannt werden. Ohne Polizei könnte bei dieser Regelung jeder betrunken...
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Polizei will auch Blechschäden aufnehmen
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2012-08-14 05:00
Dortmund, Polizei, Blechschaden, Verkehr, Unfall, Versicherungen
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