Polizei überrascht über hohe Anzahl an Tempo-Sündern

Blitz-Marathon
Blitz-Marathon
Was wir bereits wissen
24 Stunden lang dauerte der Blitzmarathon in Dortmund. Am Ende zieht die Polizei eine gemischte Bilanz. Einerseits sei die Aktion ein Erfolg, da viele Fahrer offenbar das Tempo gedrosselt hätten. Andererseits sei die Zahl der Geschwinigkeitsübertretungen noch überraschend hoch.

Dortmund.. Mehr als 240 Polizisten haben beim vierten NRW-Blitzmarathon nach Tempo-Sündern Ausschau gehalten. Am Ende überprüfte die Polizei, zuständig für Dortmund, Lünen und die Autobahnen des Regierungsbezirks Arnsberg, 44.778 Fahrzeuge. Trotz der frühzeitigen Ankündigung des Blitzmarathons hielten sich 1972 Fahrer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Insgesamt 20 Fahrer müssen mit einem Fahrverbot von einem bis zwei Monaten rechnen.

Den unrühmlichen Rekord bei Messungen außerhalb geschlossener Ortschaften holte sich ein Fahrer, der bei einer zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h mit 145 km/h gemessen wurde. Auf Dortmunder Stadtgebiet fuhr ein Fahrer 86 km/h bei erlaubten 50 Stundenkilometern. In einer 30-Zone hielt die Polizei einen Fahrer an, der mit 62 km/h mehr als doppelt so schnell wie erlaubt fuhr.

Auch Ordnungsamt beim Blitzmarathon aktiv

Auch die Stadt Dortmund hat sich am Blitzmarathon beteiligt. Die "mobile Verkehrsüberwachung" des Ordnungsamtes war zwischen 6 und 22 Uhr unterwegs — mit fünf Messfahrzeugen und sechs Blitzern (darunter ein Doppelblitzer für beide Fahrtrichtungen). Die zwölf Mitarbeiter haben an 37 Stellen 7605 Fahrzeuge gemessen. Davon waren 564 zu schnell. Spitzenreiter war ein Wagen auf der Kreisstraße in Holzen: Er war mit 82 km/h unterwegs. Erlaubt sind dort 50 km/h.

Raser auch in Lünen und auf den Autobahnen

In Lünen fuhr ein Autofahrer bei vorgeschriebenen 50 km/h außerhalb geschlossener Ortschaften mit 78 km/h.

Im Zuständigkeitsbereich der Autobahnpolizeiwache Hagen hielten die Beamten einen Autofahrer an, der 14 km/h zu schnell unterwegs war. Als Begründung/Ausrede antwortete der Fahrer, dass er just gemeinsam mit seiner Beifahrerin den 30. Hochzeitstag habe und sich darüber sehr freue. Den Messmarathon hätte er zwar im Kopf, aber aufgrund der Freude über seinen Hochzeitstag für einen kurzen Moment völlig vergessen gehabt.

Polizei überrascht über viele Raser

"Insgesamt zeigt uns die vierte Auflage des Blitzmarathons, dass wir dem Ziel, weniger Tote und Verletzte im Straßenverkehr durch eine Reduzierung des Geschwindigkeitsniveaus mit diesem Aktionstag näher gekommen sind. Überrascht hat jedoch die Anzahl der Fahrzeugführer, die trotz der intensiven Ankündigung und Berichterstattung deutlich zu schnell unterwegs waren, so dass sie in absehbarer Zeit als Fußgänger am Verkehr teilnehmen werden", so Günther Overbeck, Leiter der Direktion Verkehr des Polizeipräsidiums Dortmund.