Polizei räumt besetzten Hörsaal in Uni Dortmund
01.12.2009 | 10:47 Uhr 2009-12-01T10:47:00+0100
Dortmund. Die letzten standhaften Streikenden wurden von der Polizei herausgetragen: Am Montagabend hat die Polizei einen Hörsaal der TU Dortmund geräumt, der von gut zwei Dutzend Studenten besetzt gehalten wurde. Gegen insgesamt 31 Personen wird laut Polizei eine Strafanzeige vorgelegt.
Der von Studenten besetzte Hörsaal 3 der TU ist am Montagabend gegen 19 Uhr von der Polizei geräumt worden. In manchen Fällen wurden die Studenten aus dem Saal getragen. Die Demonstranten haben zwar „gelärmt, aber keinen großen Widerstand gegen die Polizei geleistet”, sagte TU-Sprecher Ole Lünnemann. „Wir bedauern, dass wir zum Mittel der polizeilichen Räumung greifen mussten, hatten aber keine andere Wahl”, so Lünnemann weiter. Der Lehrbetrieb müsse weitergehen. "Aus Rücksicht auf die große Mehrheit der Studierenden, die ihre Veranstaltungen in dem Hörsaal wahrnehmen wollen, mussten wir diese illegale Besetzung, von der sich selbst der AStA distanziert, beenden."
Ultimatum verstrichen
Der Räumung war ein Ultimatum der Uni-Leitung zuvorgegangen. Die Frist, den Hörsaal bis Montag Mittag zu verlassen, ließen die rund zwei Dutzend Hochschüler, die den Saal besetzt hielten, verstreichen. Gegen 19 Uhr begann schießlich die Polizei mit der Räumung. Die Streikenden sprechen von einem „Wortbruch der Rektorin”, die noch am Wochenende den Hörsaal 3 angeboten habe, und „verurteilen ihn scharf”. Jetzt würden Strafanzeigen in Aussicht gestellt, kritisieren sie.
Das Rektorat bietet den unzufriedenen Studenten an, in den Fachbereichen in „Bologna-”Arbeitsgruppen mitzuarbeiten und eine Versammlung am Freitagnachmittag im Hörsaal 2 durchzuführen. Darüber hinaus sollten die Vorlesungen in den Hörsälen Vorrang haben, so die TU Dortmund.
Fazit der Polizei
Der gesamte Einsatz verlief aus Sicht der Polizei absolut friedlich und konnte um 20.10 Uhr beendet werden. Nach Feststellung der Personalien zum Zecke der Strafverfolgung konnten die Festgehaltenen entlassen werden. Gegen insgesamt 31 Personen werde eine Strafanzeige vorgelegt.
Rektorin fordert Mitarbeit ein
Rektorin Prof. Ursula Gather forderte alle Angehörigen der TU Dortmund auf, jetzt an der konkreten Weiterentwicklung der Studienstrukturen mitzuarbeiten: „Das Memorandum zur Umsetzung des Bologna-Prozesses, das Innovationsministerium und NRW-Rektoren gemeinsam beschlossen haben, gibt uns die Möglichkeit, schnell und unbürokratisch unsere Bachelor- und Masterstudiengänge zu verbessern. So können alle gemeinsam daran arbeiten, die Studienbedingungen an der TU Dortmund zu verbessern.“
0mitdiskutieren